Zürich

Die Stadtpolizei Zürich twitterte 24 Stunden lang

Aktualisiert am 03.12.2011

Was tut die Polizei eigentlich den lieben langen Tag? Eine Twitter-Kampagne der Zürcher Stadtpolizei gab Einblick: 24 Stunden lang twitterte die Stapo jeden Einsatz. Mit grossem Echo.

Bereits ein Fanclub gegründet: Ein Zürcher Stadtpolizist an seinem Schreibtisch.

Bereits ein Fanclub gegründet: Ein Zürcher Stadtpolizist an seinem Schreibtisch.
Bild: Keystone

Die Bevölkerung soll sich ein Bild von der Polizeiarbeit machen können. Deshalb twittert die Zürcher Stapo 24 Stunden lang jeden Einsatz. «Guten Morgen miteinander. Es geht los! Während 24 Stunden werden wir hier über die Einsätze der Stadtpolizei berichten.» Dies war gestern um 6.30 Uhr der Auftakt der Kampagne. Dann ging es Schlag auf Schlag.

«Nicht ansprechbarer Mann liegt vor einem Haus im Kreis 4. Polizei und Sanität unterwegs.» «Streifenwagen fährt zu einem Streit in Zürich-Altstetten.» «An einer Türe in einem Gebäude im Kreis 6 sind Einbruchspuren entdeckt worden. Limmat 6 fährt vor Ort.» Das Interesse der Bevölkerung sei «ausgesprochen gross», sagte Stapo-Sprecher Michael Wirz gestern Nachmittag nach den ersten 9 Twitter-Stunden.

Gleich um 7 Uhr morgens sei ein bekannter Blogger vorbeigekommen und habe Gipfeli fürs Twitter-Team gebracht. Und für den Streifenwagen «Limmat 6» sei bereits ein Fanclub gegründet worden. Immer wieder kommen Fragen und Anregungen herein, auf welche die Polizei dann antwortet.

Authentisches Bild vermitteln

Die 24-Stunden-Twitter-Aktion sei einerseits eine Art Imagekampagne für die Stapo, sagte Wirz. Anderseits soll sie der Bevölkerung «ein authentisches Bild der Polizeiarbeit» vermitteln. Aus Medienberichten und Filmen kenne man nur spektakuläre Fälle. Die Polizeiarbeit entspreche diesem Bild aber sehr oft nicht. Letztlich solle die Aktion das Vertrauen in die Polizei stärken. «Im Kreis 6 blockiert ein PW einem Umzugswagen die Zufahrt. Wir sorgen dafür, dass der Lenker umparkiert.» «Patrouille von Limmat 6 hat an der Schaffhauserstrasse eine tote Krähe aufgelesen.» «Es wurden Bettler im Niederdorf gemeldet. Unsere Patrouille hat aber niemanden angetroffen.»

Action und Ermittlerarbeit

Natürlich gibt es auch Einträge, die mehr «Action» erahnen lassen. «Im Kreis 11 will jemand ein Hotel trotz Hausverbot nicht verlassen und sei zudem ziemlich aggressiv.» «Im Kreis 9 hat jemand einen Einbrecher überrascht, der sofort flüchtete. Mehrere Patrouillen sind an der Nahbereichsfahndung.» «Die Verkehrspolizei rückt an einen Verkehrsunfall mit Sachschaden im Kreis 6 aus.»

Andere versprechen spannende Ermittlerarbeit: «Zwei Jugendliche haben im Wald im Kreis 8 einen Tresor gefunden. Die Mutter alarmierte die Polizei. Wir klären die Sache ab.» «Limmat 6 hat den Tresor aus dem Wald aufgeladen und nimmt ihn für weitere Abklärungen mit auf die Wache.»

Vor einem Monat, am 1. November, hat die Zürcher Stadtpolizei mit der Nutzung von Social Media begonnen. Mit der 24-Stunden-Aktion wolle man auch diesen neuen Kommunikationsweg bekannt machen, sagte Wirz. Die Twitter-Aktion dauerte bis heute Morgen 6.30 Uhr. sda>

Erstellt: 03.12.2011, 13:42 Uhr

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