Die Stadtzürcher CVP ist pleite
Von Von Janine Hosp und Peter Aeschlimann. Aktualisiert am 22.09.2011 18 Kommentare
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Die Stadtzürcher CVP war Teil jener Sparallianz im Gemeinderat, die Ende 2010 das Budget zurückgewiesen hat. «Sparen!», forderte sie vom Stadtrat. Das muss sie sich nun selber zu Herzen nehmen, denn sie hat Schulden von 80'000 Franken angehäuft, wie es in ihrem neusten Newsletter «Vitamin CVP» heisst. «Faktisch sind wir Konkurs», sagt Markus Hungerbühler, Gemeinderat und Präsident der Stadtpartei.
Verschuldet hat sich die CVP hauptsächlich mit dem Wahlkampf um das Statthalteramt im Jahr 2009, mit dem sie den Sitz von Bruno Graf verteidigen wollte. «Wir waren vom Wahlkampf überrascht worden. Wir hatten wenig auf der hohen Kante», sagt Hungerbühler. Gleichzeitig gingen bei der Partei weniger Spenden ein als erwartet. Insbesondere Firmen zeigten sich nicht mehr so grosszügig wie früher. Am Ende konnte die CVP den Wahlkampf nur mithilfe von Darlehen von Mitgliedern bezahlen – und der Sitz war weg.
Keine Apéros mehr
Bei der Sanierung der Parteifinanzen zählt die CVP vor allem auf Wohlgesinnte und Gönner. Diese können nun zwischen einer Bronze-, Silber- und Goldmitgliedschaft wählen. Letztere erhalten sie ab einem Beitrag ab 1000 Franken und bekommen dafür einen «exklusiven einstündigen Rundflug» in die Voralpen offeriert. Zudem erhöhte die Stadtpartei die Mandatsbeiträge, was offenbar für Murren gesorgt hat. Und die CVP spart: Sie richtet keine Apéros mehr aus und sitzt nur noch in günstigen Lokalen zusammen.
«Wir befinden uns in einer ungemütlichen Situation», sagt Hungerbühler. Seine Partei könne sich nur dank Vorschüssen über Wasser halten. Seit Juli sind zwar einige Spenden eingegangen, der Weg zur Sanierung ist aber noch lang. Dennoch ist Hungerbühler zuversichtlich, dass die Gläubiger – Parteimitglieder, die der CVP zinslose Darlehen gewährt haben – ihr Geld wiedersehen.
(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 22.09.2011, 11:06 Uhr
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18 Kommentare
Die finanzielle Pleite der CVP widerspiegelt nur ihre inhaltliche Pleite und die Tatsache, dass sie weder was zu sagen hat noch zu sagen weiss. Sie widerspiegelt auch die Unfähigkeit der Politiker und der Politik, nach real-oekonomischen Grundsätzen zu entscheiden und zeigt klar und deutlich auf, wohin Gutmenschen-Ideologie, Schuldenwirtschaft und handeln aus Opportunismus führt. Antworten

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