«Die Stadtzürcher sind Spitzenklasse im Zeitungsbündeln»
Interview: Claudia Imfeld. Aktualisiert am 19.03.2010 118 Kommentare
«Papiersäcke verstopfen unsere Maschine»: Walter Kiener, Leiter des Altpapierwerks ins Utzenstorf. (Bild: PD)
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Jedes Jahr bündeln die Stadtzürcher 22'000 bis 24'000 Tonnen Papier und stellen es an die Strasse. Einmal pro Woche bringt ein langer Zug das Altpapier nach Utzenstorf. Im Altpapierwerk der bernischen Gemeinde wird aus dem Weggeworfenen Recyclingpapier.
Herr Kiener, wie schlimm ist es, wenn die Stadtzürcher ihr Altpapier in Tragtaschen an die Strasse stellen?
Schlimm. In einem der ersten Recyclingschritte wird das Altpapier in Wasser aufgelöst. Wegen der Imprägnierstoffe, mit denen die Papiersäcke behandelt sind, löst sich dieses Papier aber nicht auf - und verstopft unsere Maschinen.
Ist das bei Karton, der in der Papiersammlung entsorgt wird das gleiche?
Nein, dort ist es die Farbe, die uns Probleme bereitet. Brauner und grauer Karton sind eingefärbt, und zwar die ganzen Fasern. Dadurch wird das Recyclingpapier graumeliert, und das wollen wir ja nicht.
Was ist mit Hochglanzprospekten? Lösen die sich auf?
Ja, problemlos. Man kann sie ungeniert ins Altpapier tun.
Aber selbst wenn das Altpapier fein säuberlich gebündelt wird, hat es vielleicht Bostichklammern oder Plastikfenster von Couverts drin. Was passiert damit?
Das ist kein Problem. Wenn wir das Altpapier im Wasser auflösen, können wir Plastik, Heftklammern oder auch Schnüre vom Rest trennen. Das sind insgesamt etwa fünf Prozent des Gesamtgewichts. Der Leim der Couverts wäscht sich raus. Die Plastikhüllen, in denen Kataloge und Zeitschriften oft versandt werden, machen uns noch etwas Sorgen. Wir versuchen, die Industrie von Plastikeinbänden mit kleinen Löchern zu überzeugen. Denn nur so gelangt im Recyclingprozess Wasser ans Papier.
Die Papiersäcke können Sie nicht separieren, wie Schnüre und Plastik?
Doch, aber wenn es zu viele sind, verstopfen sie die millionen-teuren Maschinen. Unsere Leute müssten dann das hereinkommende Material mit viel mehr Aufwand durchsuchen, bevor es ins Wasserbad kommt. Das ist mit zusätzlichen Kosten verbunden.
Wenn die Zürcher also sauber trennen, sparen Sie Geld?
Ja, und auch für die Stadt Zürich ist das gut. Denn die Qualität des Altpapiers wirkt sich auf den Preis aus, den wir den Lieferanten dafür bezahlen.
Wie sauber ist denn das Stadtzürcher Altpapier?
Es hat seit Jahren eine sehr hohe Qualität. Die Stadtzürcher sind Spitzenklasse im richtigen Bündeln von Altpapier. Das sucht seinesgleichen - landesweit und auch in Europa. Das liegt zu einem grossen Teil an den grossen Bemühungen der Stadt, ihre Bürger mit Klebern und Flyern immer wieder zu informieren.
Wie sieht das Altpapier aus, dass nicht aus der Stadt Zürich kommt?
Dort, wo Papier und Karton gemischt gesammelt wird - was in vielen Gemeinden der Fall ist -, gibt es immer mehr sehr viel Unappetitliches: Etwa Getränke- und Pizzaverpackungen oder Nastücher.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 19.03.2010, 15:51 Uhr
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118 Kommentare
So ein Terror! Die sollen doch froh sein, dass sorgfältig gesammelt und sortiert wird. Sattdessen hat die Stadt nichts als neue Vorschriften zu bieten. Wie wäre es mit einem dicken Dankeschön, dafür, dass man die Arbeit anderer macht? Glauben die vom ERZ, man hätte nichts anderes zu tun, als Papier und Karton zu bündeln? Antworten


































