Zürich

Die Trams werden länger und länger

Von Jürg Rohrer. Aktualisiert am 18.03.2009 6 Kommentare

Es tut sich was in der Zürcher Tramwelt: Ab nächster Woche testen die VBZ das Modell Tango. Aber auch mit einem eigenen, überlangen Tramzug fanden Probefahrten statt.

Nächtliche Probefahrt einer neuen Wagenkombination: Der Anhänger wird von einem Sänften-Tram gezogen.

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Auf den stark frequentierten Tramlinien 2, 7, 11, 13 und 14 sind die Haltestellen in der Regel 43 Meter lang – entsprechend der Länge des Mirage-Trams und des Trams 2000 mit ihren Anhängern. Die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) möchten jetzt ein noch längeres Tram einsetzen, nämlich die Kombination Sänfte-Pony.

Das Sänften-Tram ist ein Tram 2000 mit nachträglich eingebautem 7,5 Meter langem Mittelstück, das einen tiefen Einstieg hat. Pony heisst der kurze motorisierte Anhänger zum Tram 2000. Diese Kombination kommt auf eine Länge von knapp 45 Metern, was die Zahl der Sitz- und Stehplätze von 242 auf 257 erhöht, aber 2 Meter über dem bisherigen Maximum ist.

Kaum Platz auf der Bahnhofbrücke

Wie die VBZ-Personalzeitschrift «Regenbogen» schreibt, haben die VBZ die überlange Sänfte-Pony-Kombination in mehreren nächtlichen Probefahrten auf der Linie 7 getestet. Resultat: Nur wenige Haltestellen, vorwiegend in der Innenstadt, bereiten Schwierigkeiten. Problematisch sind die Übergänge bei der Haltestelle Bahnhof Enge, auf der Bahnhofbrücke (Seite Central) und beim Paradeplatz auf der Seite Talstrasse, weil das lange Tram die Fussgänger zum Ausweichen zwingt. Und die Haltestellen Guggachstrasse und Post Wollishofen sind zu kurz.

Als erste Massnahme haben die Verkehrsbetriebe die Kupplung des Anhängers weggenommen, die es ohnehin nur selten fürs Rangieren braucht. Dadurch misst die Kombination Sänfte-Pony nur noch 43,2 Meter, 20 Zentimeter mehr als die Norm und 60 Zentimeter mehr als die Tram 2000-Doppelzüge. Der neue Tramzug hat damit nur noch Probleme an der Guggachstrasse, an der Post Wollishofen und auf der Bahnhofbrücke.

Warum testen die VBZ überhaupt diese Kombination von Motorwagen und Anhänger, die eigentlich nie vorgesehen war? Pascal Lippmann, Leiter Produkte, nennt mehrere Gründe. Erstens schreibt das vom Kantonsrat beschlossene Behindertenkonzept vor, dass ab 2011 auf allen Linien (ausser 5, 8 und 15) jedes zweite Kursfahrzeug einen niederflurigen Einstieg hat – also ein Cobra- oder ein Sänftentram ist.

Zweitens stehen die Sänften für neue Linien zur Verfügung, weil auf der Linie 10, wo sie früher vorwiegend verkehrten, nur noch Cobras fahren – so will es die Vereinbarung zwischen VBZ und Verkehrsbetrieben Glattal, die gemeinsam die Glattalbahn zum Flughafen betreiben. Die Kombination Sänfte-Pony wiederum passt am besten auf die Linie 7, weil dort der Fahrgastandrang gross ist und im Norden der Strecke für das Tram Schwamendingen die Haltestellen grosszügig bemessen sind.

Ein Tango unterwegs

Welche Massnahmen ergriffen werden und ob der Sänfte-Pony-Express überhaupt fahrplanmässig zum Einsatz kommen wird, entscheidet ein Ausschuss von VBZ, Tiefbauamt und Dienstabteilung Verkehr des Polizeidepartementes in den nächsten Wochen. Unabhängig davon testen die VBZ in den kommenden Wochen ein neues Tram der Thurgauer Firma Stadler, Tango genannt, mit 75 Prozent Niederfluranteil. Bestellt haben es die Verkehrsbetriebe Baselland Transport. Das Tango-Tram ist ein Kandidat für die Ersatzbeschaffung in etwa acht Jahren, wenn die ältesten Tram 2000 ersetzt werden. Nur ist der Tango mit 45 Metern ebenfalls zwei Meter zu lang – auch ohne Kupplung. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 17.03.2009, 20:30 Uhr

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6 Kommentare

Reto Sieber

18.03.2009, 14:55 Uhr
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Fr.Wirth meint wohl nicht T2000,sondern T2000-Sänften, die erst vor einigen Jahren aus T2000 umgebaut & verlängert wurden (=mehr Gewicht bei gleicher Motorisierung), worauf die erwähnten Schleuder-Probleme zurückzuführen sind.Auch sind Mirages rund 50 und die T2000 ca. 35 Jahre vor der Cobra entwickelt worden, daher kann man an diese Fahrzeuge nun wirklich nicht die gleichen Erwartungen stellen... Antworten


Reto Sieber

18.03.2009, 08:17 Uhr
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Viel interessanter ist jedoch, dass gestern anscheinend das letzte serienmässige Cobra mit der Nr. 3071 geliefert worden sei... Die laufende Bestellung die VBZ beinhaltet aber noch 17 weitere Cobras (Nr. 3072-3088), die nun urplötzlich nicht mehr benötigt werden? Kommt die VBZ - doch reichlich spät, nach 71 !! gelieferten Fahrzeugen - zur Einsicht, dass die Cobra zu teuer ist und nichts taugt? Antworten



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