«Die Velofahrer haben keine Sonderrechte»
Von Silvio Temperli. Aktualisiert am 26.05.2010 19 Kommentare
Herr Leupi, welchen militärischen Grad bekleidet Zürichs neuer Polizeichef?
Ich bin Gefreiter.
Bei den Radfahrern?
Nein, bei der Infanterie.
Wie gut muss sich nun ein Grüner fühlen, der die vielzitierte Kröte zu schlucken hat?
Es kann keine Rede sein vom Schlucken einer Kröte. Schon im Vorfeld habe ich stets gesagt: Wenn ich frei wählen kann und lediglich das Gesundheits- und Umweltamt die Alternative ist, dann ist die Polizei mein Wunschdepartement.
Sie sind also wunschlos glücklich?
Ich bin guten Mutes. Ich weiss, dass ich eine sehr hohe Verantwortung habe. Davor habe ich Respekt. Natürlich ist es ein schwieriges Amt, in welchem man schnell einmal in negative Schlagzeilen gerät. Ich werde das Beste daraus machen und immer offen kommunizieren.
Welches sind die grossen Brocken, die Sie nächstens zu wälzen haben?
Das sind zum einen immer die unvorhergesehenen tagesaktuellen Gewaltdelikte. Da muss sich die Polizei stets fragen, wie sie damit umgehen soll. Zum andern habe ich die Allgemeine Polizeiverordnung durchzubringen.
Diese ist äussert umstritten. Sie enthält unpopuläre Verbote mit der Androhung von Bussen. Wie etwa wildes Grillieren am See oder Tauben füttern. Was halten Sie davon?
Dazu äussere ich mich nicht, bevor ich das Amt angetreten habe.
Wollen Sie sich lieber über grossangelegte Kontrollen von Velofahrern äussern? Gibt es unter Ihrer Führung eine Richtungsänderung?
Nein. Auch als Präsident von Pro Velo habe ich immer gesagt: Die Velofahrer haben keine Sonderrechte, sie müssen sich wie die Autofahrer an die Gesetze halten.
Wie gross ist Ihr persönliches Sündenregister im Verkehr?
Zwei Mal wurde ich bisher gebüsst. Mit siebzehn Jahren als Velofahrer, weil ich ein Rotlicht überfahren hatte. Und vor zehn Jahren als Autofahrer, da war ich einen Stundenkilometer zu schnell unterwegs.
Sie sind Eventmanager bei den landesweit bekannten Mobilitätstagen Slow Up. Inwieweit bedeutet dies, dass Zürich jetzt wieder stärker zur lebenslustigen Stadt mit vielen Grossanlässen wird?
In Zürich kann ja schon heute zünftig gefeiert werden. Aber es gibt Momente, da müssen Grenzen gezogen werden. Zürich ist auch eine Wohnstadt. Jene Leute, die in der Nacht vor lauter Trubel nicht schlafen können, brauchen unseren Schutz. Auch dort, wo sich das Nachtleben und die Partyszene konzentriert, muss man dem Nachtruhegesetz Beachtung verschaffen.
Wie stehen Sie persönlich zu Alkoholverbotszonen?
Verbote stehen für mich grundsätzlich nicht an erster Stelle. Wenn man aber sieht, wie heute im Ausgang gebechert wird, darf das die Polizei nicht auf die leichte Schulter nehmen. Je nachdem schliesse ich darum Alkoholverbote nicht aus, wenn sich das Problem nicht anders beheben lässt.
Ab 1. Mai gilt das Rauchverbot. Wie rigoros werden Sie durchgreifen?
Auch da gilt: Wir haben den Willen der Bevölkerung durchzusetzen. Ich selber als Nichtraucher bin froh, dass in Restaurants nicht mehr geraucht werden darf. Persönlich könnte ich mit einem liberalerem Regime leben.
(Tages-Anzeiger)
Erstellt: 26.05.2010, 16:19 Uhr
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19 Kommentare
Die Antwort auf die drittletzte Frage schockiert mich etwas. Hallo, Zürich ist eine Grossstadt wer es ruhig wie auf dem Land haben möchte sollte doch bitte dort hin ziehen. Wollen wir mal sehen aber es scheint mir dass Frau Maurer einen würdigen Nachfolger gefunden hat der Ihre NO FUN Politik weiter führen wird. Guet nacht am sächsi! Antworten






