«Die Verkehrsführung ist eine totale Katastrophe für Velofahrer»
Von Tina Fassbind. Aktualisiert am 29.08.2011 177 Kommentare
Die Schmiede Wiedikon
Stand der Arbeiten
Die Hauptarbeiten bei der Schmiede Wiedikon sind gemäss Stefan Hackh, Leiter Kommunikation Tiefbauamt Stadt Zürich, abgeschlossen. Die heutige Verkehrsituation entspreche dem Endzustand. «Nun müssen noch drei private Liegenschaften an die Kanalisation angeschlossen werden, dann werden die Belagsarbeiten vorgenommen», so Hackh. Mitte September sollten auch diese Arbeiten abgeschlossen sein.
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Über ein Jahr lang wurde die Schmiede Wiedikon neu gestaltet. Mittlerweile rollt der Verkehr wieder regulär über den Platz im Zürcher Kreis 3. Allerdings ist noch nicht allen Verkehrsteilnehmern klar, auf welchem Weg sie diesen Knotenpunkt passieren sollen.
«Die Verkehrsführung auf der Schmiede Wiedikon ist eine totale Katastrophe für Velofahrer», findet Dave Durner vom Verein Pro Velo Kanton Zürich. Die Stadtverwaltung habe es noch immer nicht fertiggebracht, die korrekten Markierungen und Signalisationen anzubringen, «weshalb auch der korrekteste Velofahrer und die gesetzestreuste Velofahrerin keinen blassen Schimmer haben, wo ein legales Durchkommen überhaupt möglich ist», so Durner.
40 Franken Busse
Doch ausgerechnet am Samstag vor einer Woche wurden auf dem Platz gezielt Bussen an die Velofahrer verteilt. «40 Franken musste einer bezahlen. Er wollte stadteinwärts links abbiegen und hatte keine Ahnung, wo er durchfahren sollte», erklärt Durner. Also sei er auf das Trottoir ausgewichen.
«Wenn kein Veloweg markiert ist, darf man weder auf dem Trottoir noch durch eine Tramhaltestelle fahren. Ebenso nicht vor oder hinter einem Tramhaus», verteidigt Stadtpolizei-Sprecher Marco Cortesi das Vorgehen. Die meisten Velofahrer seien gebüsst worden, weil sie zwischen den Haltestellen auf dem Tramtrassee gefahren seien oder auf dem Trottoir direkt hinter dem Tramhäuschen. «In einem solchen Fall müssen wir einschreiten, damit wir die schwächsten Verkehrsteilnehmer schützen – also die Fussgänger.»
Keine Bussen, bis Markierungen angebracht sind
Selbst Durner kann nicht verstehen, weshalb Velorouten über Fussgängerstreifen oder Trottoirs geführt werden. Aber bei der Schmiede Wiedikon sei genau dies geplant. So müssten stadteinwärts fahrende Velolenker über die Fussgängerstreifen vor dem Platz nach links in die Zweierstrasse fahren. «Das Trottoir hat an dieser Stelle bereits eine Rampe. Der Veloweg ist aber noch nicht ausgeschildert.»
Missverständlich seien auch die Fahrverbotstafeln vor dem Platz. «Sie beziehen sich nur auf den Bereich, wo sich die Tramgleise und die Busspur befinden. Auf dem Trottoir vor dem Restaurant Falken darf man mit dem Velo durchfahren. Aber auch hier sind die Fahrwege noch nicht markiert.» Bei einer solchen Verflechtung der Strassennutzung wundert sich Durner nicht, «wenn die Leute gar nicht mehr wissen, wo's überhaupt lang geht.»
Der Verein Pro Velo fordert daher, dass an der Schmiede Wiedikon keine Bussen mehr verteilt werden, solange die Markierungen und Signalisationen der Velorouten noch nicht angebracht sind. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 29.08.2011, 14:05 Uhr
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177 Kommentare
Wozu der Lärm? Man kann doch täglich auf Zürichs Strassen beobachten, dass sich die Velofahrer mehrheitlich (nicht alle!) an überhaupt keine Verkehrsregeln halten. Links/Rechts überholen, Rotlicht wird generell als Grün angesehen, Fahren in Fahrverbot und auch in Gegenrichtung, Fahren auf dem Trottoir. Als spart Euch die Farbe für die Markierungen! Antworten
Lieber Herr Cortesi. Wenn Sie mich als Fussgänger schützen wollen müssen Sie nicht auf die Radfahrer los. Die sind für mich keine grosse Gefahr. Aber die Autos die sich hüben und drüben nicht an die Verkehrsregeln halten sind für mich eine Gefahr. Also konzentrieren Sie sich doch bitte auf die echten Gefahren im Strassenverkehr und lassen Sie die Radfahrer in Ruhe. Danke. Antworten

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