Die ZKB will mit Antifeministen nicht geschäften
Von Daniel Schneebeli. Aktualisiert am 06.10.2010 22 Kommentare
Artikel zum Thema
- René Kuhn kann die Frauenschelte nicht lassen
- Ein Frauenhasser, schwer verliebt
- SVP-Politiker Kuhn legt Ämter nieder
Stichworte
Etwas gesehen, etwas geschehen?
Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an
4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...
Die Interessengemeinschaft Antifeminismus hat es nicht einfach. Erst wollte das Restaurant Waid das erste internationale Antifeminismus-Treffen nicht durchführen. Und nun hat die IG auch noch von der Zürcher Kantonalbank (ZKB) einen Korb bekommen. Die Zürcher Staatsbank will kein Konto für die Organisation eröffnen. «Wir sind an der Aufnahme von Geschäftsbeziehungen mit Ihrem Verein nicht interessiert», heisst es im Ablehnungsschreiben.
Gegen die Ideologie des Feminismus
Für den Gründer der Interessengemeinschaft, den ehemaligen Luzerner SVP-Präsidenten René Kuhn, ist die Sache klar: «Die ZKB ist unter feministischer Kontrolle.» Mitarbeiter würden auf feministischen Kurs getrimmt, und sie missbrauchten die Staatsbank, um ihre gesellschaftspolitischen Ziele durchzusetzen. Kuhn betont, er sei zusammen mit den 800 Mitgliedern seiner Organisation nun umso mehr angespornt, gegen die totalitäre Ideologie des Feminismus anzukämpfen: «Keine Bank der Welt, und schon gar nicht die ZKB, kann uns dabei aufhalten!»
Die Kantonalbank verteidigte ihren Entscheid. Sie sei nicht verpflichtet, mit der IG Antifeminismus zu geschäften. Deren Ziele seien nicht kompatibel mit den Grundwerten der ZKB. Die Bank stehe für Chancengleichheit und gegenseitigen Respekt ein.
Fry springt in die Bresche
René Kuhn nimmt in der Tat kein Blatt vor den Mund, wenn es um Frauen und Feministinnen geht. Er bezeichnet «linke Emanzen» etwa als «ausgelumpte Vogelscheuchen» oder «Mannsweiber». Einen Lichtblick gibt es aber für die IG Antifeminismus, deren Signet ein Frauensymbol im Papierkorb zeigt. Für ihr internationales Treffen am 30. Oktober ist ein Lokal gefunden: das Giardino Verde in Uitikon. Es wird geführt von Giusep Fry, dem Wirt vom Hotel Uto Kulm. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 06.10.2010, 10:03 Uhr






