Die etwas andere Version von «Täschligate»

US-Talkmasterin Oprah Winfrey erhebt Vorwürfe, weil ihr in Zürich eine teure Handtasche nicht gezeigt wurde. Boutique-Besitzerin Götz verteidigt ihre Verkäuferin und schildert eine eigene Version der Begegnung.

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Oprah Winfrey, die zur Hochzeitsfeier von Tina Turner und Erwin Bach geladen war, hatte sich einige Tage vor dem Fest in der Edelboutique Tom Ford am Münsterhof für eine Handtasche interessiert, die auf dem obersten Regal eines Gestells stand. Dabei habe ihr die Verkäuferin aber bloss gesagt: «Nein, die ist zu teuer.» Winfrey habe aber darauf bestanden, doch wieder hiess es: «Nein, nein. Sie können sich diese Tasche nicht leisten. Sie wollen nicht die, sondern diese hier.» Dabei habe die Verkäuferin ihr die Vorzüge der kleineren, günstigeren Tasche erklärt. Diese Version erzählte Winfrey in einem Fernsehinterview mit der TV-Legende Larry King. Der Vorfall wird auch auf Twitter – in der Schweiz unter dem Hash-Tag #täschligate in ironischer Anspielung auf Watergate – intensiv diskutiert.

Boutique-Königin Trudie Götz, sie hat schweizweit über 30 Läden mit insgesamt 120 Mitarbeitern, verneint den Rassismusvorwurf vehement: «Das war ein Missverständnis. Ich lege meine Hand ins Feuer für die Verkäuferin.» Die Modeberaterin sei eine routinierte Mitarbeiterin mit Jetset-Erfahrung, die ein Interesse an einem Verkauf gehabt hätte. Die betreffende Krokodilledertasche von Tom Ford aus der Linie Jennifer kostet 35'000 Franken. Die Verkäuferin habe die prominente Kundin nicht erkannt. Götz: «Vielleicht war Oprah Winfrey deswegen auch etwas beleidigt.» Die Tasche ist in der Zwischenzeit in einer anderen Boutique in St. Moritz verkauft worden.

«No, no, I just want to have a look»

Laut Götz hat sich Oprah Winfrey erkundigt, wie teuer die Tasche sei. Die Jetset-erfahrene Verkäuferin habe ihr gesagt, dass es sich um die schönste und teuerste Tasche handelt. Die Verkäuferin habe Winfrey gefragt, ob sie ihr die Tasche zeigen dürfe. Aber Winfrey habe nur gesagt: «No, no, I just want to have a look.» Die Verkäuferin habe ihr dann noch günstigere Taschen im Wert von 4000 Franken gezeigt, doch Winfrey habe kein Interesse an einem Kauf gehabt. Götz ist überzeugt, dass die US-Talkerin den Hinweis auf die günstigeren Taschen missverstanden habe.

Da die Verkaufsräume mit Video überwacht sind, wollte sich Götz den Vorfall zeigen lassen. Aber das Video war bereits wieder überspielt, denn der Vorfall muss am 16., 17. oder 18. Juli stattgefunden haben. Trudie Götz war übrigens auch an der Hochzeit am 21. Juli von Tina Turner, «meiner besten Freundin». Mit der 59-jährigen Talkmasterin Oprah Winfrey habe sie aber an diesem Abend nicht gesprochen, es seien rund 120 Gäste anwesend gewesen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 09.08.2013, 12:54 Uhr)

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Superstar Oprah Winfrey Die ehemalige US-Talkmasterin Oprah Winfrey gehört zu den ganz Grossen der amerikanischen Fernsehindustrie. 2006 hatte ihre wöchentliche Sendung, «The Oprah Winfrey Show», 21 Millionen Zuschauer in 105 Ländern.

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