Die neuen Busse ecken an

Anfang Dezember fahren zwölf 25 Meter lange Doppelgelenkbusse durch Zürich. Vereinzelt sind sie heute schon unterwegs. Dass sie auf der Fahrt über Trottoirs «wischen», ist nicht das Einzige, was zu reden gibt.

Die Premiere: Seit dem 6. September 2012 sind Doppelgelenkbusse auf der Strecke der VBZ-Linie 32 unterwegs.
Video: Tagesanzeiger.ch

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Wenn am 9. Dezember 2012 der Fahrplanwechsel in Kraft tritt, werden zwölf neue Doppelgelenkbusse auf Zürichs Strassen im Einsatz stehen. Seit rund zwei Monaten können die Passagiere der Linie 32 die Neuheit auf dem Liniennetz der Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) nutzen.

Obwohl die aussergewöhnlichen Fahrzeuge vorerst nur vereinzelt unterwegs sind, sorgen sie bereits für Gesprächsstoff. Passanten haben beobachtet, dass ein Doppelgelenkbus auf das Trottoir ausweichen musste, um eine enge Kurve zu schaffen.

«Das ist einfach so»

VBZ-Sprecher Andreas Uhl bezeichnet dieses sogenannte «Wischen» jedoch als normal. «Da die Räder unserer Busse nicht ganz vorne respektive ganz hinten am Fahrzeug angebracht sind, überragt ein Teil des Hecks oder des Bugs das Trottoir, wenn der Bus in eine Haltestelle einfährt», erklärt er die Situation gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet. «Das ist einfach so. Die Fahrer müssen entsprechend gut aufpassen. Aber auch die Aufmerksamkeit der Passagiere ist gefragt: Sie dürfen nicht zu nahe am Randstein stehen, wenn der Bus in eine Haltestelle einfährt.»

Grundsätzlich sei das Fahrgefühl für die Chauffeure in den neuen Doppelgelenkbussen jedoch gleich wie in den alten Gelenkbussen. «Die Sicherheit liegt in der Verantwortung der Fahrer, und diese befahren die Strecke der Linie 32 sehr routiniert seit Jahr und Tag», betont Uhl.

Anpassungen bei den Haltestellen

Abgesehen davon habe man sämtliche Strecken, auf denen die neuen Doppelgelenkbusse zum Einsatz kommen, kontrolliert. «Heikle Bereiche gab es nicht. Wir mussten aber an diversen Stellen Anpassungen vornehmen, weil die neuen Fahrzeuge mehr als sechs Meter länger sind als die bisherigen Busse.»

Die Fahrbahn sei dabei nicht das Problem gewesen – dort seien schliesslich auch Lastwagen unterwegs, die nicht über so viele Gelenke verfügen. «Die Anpassungen waren vor allem an den Haltestellen notwendig», so Uhl. Unter anderem mussten die Markierungen in den Busbuchten angepasst werden.

Mit Sonnenbrille in den Bus

Weitaus auffälliger als die minimen Veränderungen an den Haltestellen ist das Innenleben der neuen Busse. Konkreter: die Beleuchtung. «Mich hat es fast umgehauen, als ich am frühen Morgen in den Bus kam», schildert ein Pendler seine erste Fahrt mit dem neuen Doppelgelenkbus gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet. «Draussen war es noch stockfinster, drinnen so hell, dass ich am liebsten eine Sonnenbrille angezogen hätte.»

Dieser Effekt ist dem neuen Beleuchtungssystem in den Fahrzeugen zu verdanken. «Wir haben die neuste, energieeffiziente LED-Technologie angewandt und dabei auch eine Farbe gewählt, die eher warmes und sanftes Licht verströmt», entgegnet der VBZ-Sprecher. Die Fahrzeuge seien dank des neuen Beleuchtungssystems generell viel besser ausgeleuchtet und «angenehm hell» – insbesondere auch im Gelenkbereich, was bei den bisherigen Bussen nicht der Fall war. «Ein weiterer positiver Nebeneffekt der Beleuchtung ist, dass das Fahrzeug nicht so rasch schmuddelig wirkt, selbst wenn der Boden beispielsweise im Winter durch die nassen, salzigen Schuhen der Passagiere rasch schmutzig wird», fügt Uhl hinzu.

12 Prozent mehr Platz als bisherige Busse

Bei den VBZ seien bisher jedenfalls noch keine negativen Reaktionen auf das Licht im Bus eingegangen, so Uhl weiter. «Aber es sind wohl noch zu wenige im Einsatz, um für Reaktionen unter den Passagieren zu sorgen.»

Wenn die Doppelgelenktrolleybusse im Dezember durchgehend auf dem Netz eingeführt werden, wird eines wohl kaum für Reklamationen sorgen: die Platzverhältnisse in den neuen Gefährten. Die Busse bieten 60 Sitzplätze, 202 Passagiere können in den neuen Fahrzeugen maximal transportiert werden. Damit bieten die neuen Busse 12 Prozent mehr Platz als die bisherigen – und das in durchgehend niederflurigen und voll klimatisierten Fahrzeugen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 13.11.2012, 12:41 Uhr)

Bildstrecke

Die neuen Trolleybusse sorgen für Gesprächsstoff

Die neuen Trolleybusse sorgen für Gesprächsstoff Auf der Linie 32 der VBZ verkehren bereits neue Doppelgelenkbusse. Nicht alles an den neuen Fahrzeugen überzeugt die Passagiere und Passanten.

Neuerungen auf dem VBZ-Netz

Mit dem Fahrplanwechsel zum 9. Dezember treten auf dem VBZ-Netz verschiedene Neuerungen in Kraft.

In der Stadt Zürich:

Linie 32
Auf der Linie 32 werden neu Doppelgelenktrolleybusse eingesetzt, um bestehende Kapazitätsengpässe zu entschärfen und die wachsende Nachfrage zu bewältigen. Ab Fahrplanwechsel fährt der Bus auf der Strecke zwischen Holzerhurd und Strassenverkehrsamt zu den Haupt-verkehrszeiten alle 6 Minuten. In der Nebenverkehrszeit und am Wochenende bleibt der Fahrtakt gleich. Insgesamt haben die Fahrgäste damit auf der Linie 32 12% mehr Platz zu den Spitzenzeiten und sogar 30% mehr Sitzplätze in den Nebenverkehrszeiten.

Linie 34
Um die Anschlüsse an die Tramlinien am Klusplatz zu verbessern, starten die Busse der Linie 34 neu eine halbe Minute früher ab Kienastenwies, und zwar jeweils von 9 bis 16:00 Uhr, zwischen 18:30 und 20:00 Uhr sowie am Samstag von 10 bis 18 Uhr.

Linie 94
Die Fahrzeuge auf der Linie 94 und 63 fahren neu in regelmässigem Abstand auf dem gemeinsamen Abschnitt zwischen Bahnhof Oerlikon und Aubrücke. So müssen die Fahrgäste weniger lang warten und können den Platz in den Bussen besser nutzen.
Dadurch verschiebt sich die Ankunft bzw. Abfahrt der Busse auf der Linie 94 am Bahnhof Oerlikon. Die heutige Taktdichte der beiden Linien verändert sich nicht.

Linie 89 sowie Linien 304 und 308 (und VBG Linie 485)
Die Busse halten an der Haltestelle Frankental neu an einer sogenann-ten dynamischen Haltekante. Das heisst, die Reihenfolge der Buslinien ist nicht fix vorgegeben. Der Bus der zuerst eintrifft, fährt an der Haltestelle bis an die Spitze, der nachfolgende hält im hinteren Bereich. Das Ein- und Aussteigen an der Haltestelle lässt sich so flüssiger gestalten. Dies ist nötig, da das Angebot von der Haltestelle Frankental zum Bahnhof Altstetten Nord mit der Verlängerung der Linien 304 und 308 verdoppelt wird.

Linie 10
Die Cobras der Linien 10 und 12 sind neu in Oerlikon stationiert. Dort können sie optimal gewartet werden und sind damit schneller wieder verfügbar. Allerdings fallen dadurch die letzten, jedoch schwach genutzten Verbindungen vom Bahnhof Oerlikon zum Hauptbahnhof ab 00:01 sowie 00:16 Uhr weg.

Für Reisende ab dem Bahnhof Oerlikon bestehen hier Alternativverbindungen um 00:12 Uhr mit der Linie 14 und um 00:17 mit der Linie 11, Auch Oberstrass bleibt erreichbar (Umstieg am Milchbuck von der Linie 14 auf die Linie 9).

In der näheren Agglomeration:

Linie 301
Von Montag bis Freitag fährt die Linie 301 neu alle 15 anstatt wie bisher alle 10 Minuten und erhält somit optimale Anschlüsse an die S-Bahn am Bahnhof Dietikon. Sie wird im Abschnitt Geroldswil Zentrum bis Dietikon von der verlängerten Linie 302 und der bestehenden Linie 304 ergänzt.

Linie 302
Die Linie 302 wird ab Lindenplatz bis Bahnhof Dietikon verlängert. So können unsere Fahrgäste direkt auf die S-Bahnen oder weitere Busse im Limmattal umsteigen.

Linien 304 und 308
Beide Linien werden ab Frankental bis Bahnhof Altstetten Nord verlängert. Die Fahrgäste erhalten somit auch zusätzliche Anschlüsse an die S-Bahn sowie ans Tram Zürich-West am Bahnhof Altstetten. Vermehrt werden hier auch Gelenkbusse eingesetzt. Die Linie 323 wird in die beiden verlängerten Linien integriert, die Liniennummer entfällt somit.

Artikel zum Thema

Das sind die neuen Busse für Zürich

Die VBZ stellten am Montag ihre neue Busflotte vor. Ab Dezember fahren die zwölf neuen Busse auf Zürichs Strassen. Mehr...

Der langweiligste Job der Stadt

Ein Mann mit orange leuchtender Weste steht einsam und scheinbar unbeteiligt am Rand einer viel befahrenen Strasse. Was tut er da? Mehr...

Publireportage

Auto mit dem Nachbarn teilen

Durch sharoo können Sie mit dem herumstehenden Auto Geld verdienen.

Die Welt in Bildern

Ab auf die Insel: So schön und warm könnte der Sommer sein, wenn es denn nicht immer regnen würde. Im Hyde Park in London hingegen geniessen die Briten die Sonne (27. Juli 2014).
(Bild: Neil Hall) Mehr...