Ehrlichkeit zahlt sich bei der Wohnungssuche aus
Von Philipp Albrecht. Aktualisiert am 29.07.2010 35 Kommentare
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Ratschläge gibt es viele. Fantasievoll solle man sein, aufdringlich gar und stets überfreundlich. Im Kampf um eines der raren freien Mietobjekte in Zürich ist man nie allein. Die Konkurrenz ist gross und hat bereits Erfahrung. Auffallen ist Pflicht. «Heben Sie sich von Ihren Mitbewerbern ab», empfiehlt der Immobilienservice Homegate. Aber wie?
Walter Angst vom Stadtzürcher Mieterverband ist überzeugt, dass vor allen eine Tugend bei der Wohnungssuche hilft: Natürlichkeit. «Verstelle dich nicht», empfiehlt er Wohnungssuchenden. Mit Transparenz punkte man bei den meisten Situationen. «Man muss ja nicht gleich alles von sich preisgeben, aber stets offen sein.» Besonders hilfreich sei Ehrlichkeit bei kleinen Vermietern, die oftmals im gleichen Haus oder in der Nachbarschaft wohnen. Auf deren Fragen solle man nicht mit erfundenen Geschichten antworten. Wer lüge, müsse damit rechnen, dass alles nur noch schlimmer werde: «Dann kommt es unter Umständen soweit, dass man vom Vermieter nach ein paar Monaten wieder rausgeekelt wird.»
Bei grossen Verwaltungen reicht 0815-Bewerbung
Wer also raucht, Haustiere hat und täglich mit einem Instrument übt, soll das dem potenziellen künftigen Vermieter offen darlegen. Vorsicht ist laut Angst lediglich bei einer sehr grossen Verwaltung geboten. Weil dort das Bewerbungsverfahren in der Regel nach einem unpersönlichen Automatismus ablaufe, reiche meist eine 0815-Bewerbung. Die zahlreichen Bewerbungen machen das Verfahren unübersichtlich und die Verantwortlichen entscheiden dann oftmals nach absurden Kriterien: «Das kann der Heimatort sein, das Sternzeichen oder sonst etwas Unrelevantes.»
Besonders abzuraten sei von Schmiergeldzahlungen. Nicht selten komme es vor, dass Vormieter ein gutes Wort bei der Verwaltung einlegen wollen, wenn man den alten Perserteppich für 1000 Franken übernehme. Auch solle man keine Belohnung für gefundene Mietobjekte ausschreiben: «Das macht den Markt kaputt», ist Angst überzeugt. Auch da gilt: standhaft und ehrlich bleiben.
Ein ehrlicher und persönlicher Begleitbrief
Nicht nur der Mieterverband empfiehlt Natürlichkeit bei der Wohnungssuche. Homegate-Mitarbeiterin Gergina Hristova empfiehlt, der standartisierten Bewerbung einen ehrlichen persönlichen Brief beizulegen. Das würde auch Helfen einer neuen Tendenz im Wohnungsmarkt ein wenig entgegenzuwirken. Denn laut Hristova versuchen immer mehr Vermieter möglichst viel über den potenziellen Mieter in Erfahrung zu bringen.
Was sind Ihre Erfahrungen bei der Wohnungssuche? Verraten Sie uns Ihre Methoden und schreiben Sie uns einen Kommentar dazu. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 27.07.2010, 15:39 Uhr
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35 Kommentare
Der Markt spielt in dieser Hinsicht schon lange nicht mehr. In einem Land, wo derart viele Mieter leben, muss es ein Recht auf bezahlbaren und akzeptablen Wohnraum geben. Oder man lässt Slums zu, wo man sich seine Bretterbude selbst zusammennageln kann. Antworten






