Ein Park braucht seine Zeit – auch in Neu-Oerlikon
Von Philipp Albrecht. Aktualisiert am 21.06.2009 1 Kommentar
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Was hatten die Skeptiker nicht alles kritisiert! Der krampfhafte Versuch, zwischen Vergangenheit und Zukunft zu vermitteln, sei in Neu-Oerlikon zulasten der Bevölkerung gegangen. Die neuen Pärke seien gekünstelt und blieben darum leer. Das Gebiet habe zwar eine Identität, dafür aber kein Leben.
Grosser Besucheraufmarsch
Am Samstag strafte die Feier zum Ausbau des Oerlikerparks sämtliche Kritiker Lügen. So viele Menschen hat der Park seit seiner Eröffnung 2001 nicht mehr gesehen. Und die meisten Besucher werden wieder kommen.
Die Geschichte des Oerlikerparks ist die Geschichte eines Missverständnisses. Jene Anwohner, Auswärtige, Architekten und Dilettanten, die immer wieder die Gestaltung des 1,75 Hektaren grossen Parks infrage stellten, waren sich einer wichtigen Tatsache nicht bewusst: Der Park war noch nicht gebaut. Als die Planer Ende der 90er-Jahre loslegten, wussten sie noch nicht, wie sich die Umgebung entwickeln würde. Also schuf man eine sogenannte Interventionszone. Der militärische Begriff bezeichnete im Oerliker Fall rund ein Sechstel der Parkfläche, der später nach Bedürfnissen der Quartierbewohner gestaltet werden sollte.
Die Birchstrasse stört viele
«Wir haben mit der Projektierung der Neugestaltung bewusst bis 2006 gewartet, um möglichst viele Stimmen einzuholen», erklärt Esther Diethelm von der Gemeinwesenarbeit Zürich-Nord. Diethelm bezeichnet sich als «Fachperson für das Mitwirkungsverfahren». Als Vertreterin der Sozialen Dienste erarbeitete sie zusammen mit der Quartierbevölkerung, den anliegenden Firmen und Grün Stadt Zürich den Ausbau des Oerlikerparks.
Bei der Eröffnung am Samstag wurde vor allem das Herzstück der Erweiterung, die Mikado-Spiellandschaft, gefeiert. Auch wenn diese bereits seit einem Monat fertiggestellt ist, nahmen die Kinder die wie zufällig angeordneten Holzbalken in Dauerbeschlag. Daneben hat man für die Rollstuhlfahrer der angrenzenden Seniorenresidenz bei der Rampe ein Geländer montiert, zahlreiche Bänke und Tische aufgestellt und die Anzahl Grillstellen verdoppelt. «Es sind lauter punktuelle Sachen, die wir erneuert haben», sagt Maria Möhrlein von Grün Stadt Zürich. Dies sei auch der Wunsch der Bevölkerung gewesen. Zwei weitere Anliegen konnte man bisher aber nicht erfüllen. Von der Birchstrasse, die mitten durch den Park verläuft, wünschten sich die meisten Anwohner, dass sie verschwindet. Gleichzeitig ist das Verlangen nach einem Parkcafé im roten Pavillon gross. Beides steht noch zur Diskussion.
Belebung brauchte Zeit
Trotzdem scheinen die Anwohner begeistert über den Ausbau zu sein. Kritische Stimmen sind keine mehr zu hören. Auch für Christian Altorfer, Vorstandsmitglied des Vereins Zürifüfzg, «funktioniert» der Park nun immer besser. Dieser werde langsam undurchsichtig, beobachtet Altorfer. Ein Teil der Kritik am Park führt er auch auf die Ungeduld der Leute zurück: «Die Belebung eines Parks braucht eben mehr Zeit als Topfpflanzen in der Wohnung.» Der Oerlikerpark scheint also gerettet. Das Leben ist eingekehrt, und alle sind zufrieden.
Doch da sind noch drei weitere Pärke in Neu-Oerlikon, die zusammen mit dem Oerlikerpark zu Beginn dieses Jahrzehnts praktisch im Jahresrhythmus eröffnet wurden. Müssen diese Flächen auch ausgebaut werden? Nein, sagt Esther Diethelm: «Man muss die vier Pärke als Gesamtes ansehen.» Der Oerlikerpark sei der Quartierpark für Begegnungen, der MFO-Park sei der Eventpark mit überregionalem Flair («Ein Spielplatz macht dort keinen Sinn»), der Wahlenpark sei die Spielwiese, und der Häfligerpark sei ein Nachbarschaftspark, der auf kleinem Raum eine Siedlung mit dem angrenzenden Unternehmen verbinde. So einfach ist das.
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Erstellt: 21.06.2009, 20:13 Uhr






