Zürich
«Ein Tschutti-Budeli für 16'000 Zuschauer gehört nach Melide»
Aktualisiert am 08.07.2010 147 Kommentare
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Stadtrat Gerold Lauber zum neuen Stadionprojekt. (Video: Christoph Landolt)
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Nur 16'000 Zuschauerplätze soll das neue Fussballstadion haben, das der Zürcher Stadtrat auf dem Hardturm bauen will. Die Ansprüche sind damit deutlich gesunken: Noch vor wenigen Jahren hielten Stadt, Klubs und die damalige Investorin CS an einer repräsentativen Arena mit 31'000 Plätzen fest. Tagesanzeiger.ch-Leser Peter Schenker ist mit der Grösse des aktuellen Projekts zufrieden: «Ich gehe viel lieber in ein voll besetztes Stadion, in welchem die Emotionen hochkommen, als in einen überdimensionierten Palast wie in Genf.» Markus Hutter hält es für «offensichtlich, dass 16'000 Besucher für uns hier optimal ist.» Leser Peter Müller ist bezüglich Zuschauerzahlen noch pessimistischer: «Mit dem Zuschauerschnitt der letzten Jahre wäre ein Stadion mit 10’000 Plätzen eher angebracht.»
Genau vor solchen Vergleichen warnen andere: «Es ist ein Fehler, wenn die derzeitigen Zuschauerzahlen als Massstab genommen werden», meint Robin Sonderegger. Ein neues Stadion bringe erfahrungsgemäss auch mehr neue Zuschauer, schreibt Leser Hans-Peter Stäheli. 16'000 Plätze reichten nicht einmal mehr für ein Zürcher Derby. «Definitiv zu wenig», glaubt auch Michael Frei. Der Letzigrund könne nicht als Massstab genommen werde, da dieser viele vom Match-Besuch abgehalten habe.
Mickymaus in der Swiss Miniature
Wütend macht Frei, dass die CS ein architektonisches Monument für 350 Millionen Franken finanziert hätte. «Das Fünfeck wäre von städtebaulicher Relevanz gewesen und hätte endlich mal einen Kontrapunkt zum öden Stadtbild gesetzt.» Dem ursprünglichen Projekt weint auch Roger Schatz nach, der damals im Hardturm-Quartier gewohnt hat und sich auf das Stadion gefreut hat. «Mittlerweile bin ich weggezogen, weil die Stadt an dieser Stelle offenbar ein Problem mit ihrer eigenen Urbanität hat.»
Sven Borter hätte lieber kein zweites Stadion als «so eine Provinzlösung.» In Zürich brauche es etwas Grosszügiges, Repräsentatives. «Ein Tschutti-Budeli für 16'000 Zuschauer gehört nach Melide/TI ins Swiss-Miniatur», urteilt Hans Bär. Den Mief der Provinz wittern auch andere Leser. Für Eddy Beutter ist klar: «Zürich war, ist und bleibt eine Stadt mit Provinzkultur.» Laut Daniel Blickenstorfer verabschiedet sich Zürich mit diesem «absurden Projekt» von der nationalen Fussballspitze, «und von internationalen Ambitionen erst recht.» Kurt Bär hält den Entscheid des Stadtrats für symptomatisch: Seit Jahren bringe Zürich nichts mehr hin. Man freue sich zwar «wie kleine Kinder» an einem 36-stöckigen Hochhaus, kaue auf der anderen Seite aber seit langem am Kongresshaus herum und baue nun ein «Micky-Maus-Stadiönchen».
Wer bezahlt die Rechnung?
Andere Leser stören sich an den jährlichen Kosten von bis zu sechs Millionen, die der Stadtrat den Steuerzahlern aufbürden will. Wenn die Stadt für den Bau schon Millionen ausgeben müsse, sollten mindestens die Klubs die Betriebskosten berappen, fordert Fredi Spiess. Und Erich Deiss stellt die ganze öffentliche Beteiligung in Frage: «Warum der Steuerzahler überhaupt für ein Fussballstadion herhalten soll, ist nicht nachvollziehbar.»
Ernst Müller findet immerhin einen positiven Aspekt und lobt den Stadtrat dafür, der Fifa eine Zusage über 20 Millionen entlockt zu haben. «1250 Franken pro Sitzplatz! Für ein Hexenkesselchen!» (cal)
Erstellt: 08.07.2010, 11:01 Uhr
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147 Kommentare
hat schon mal jemand daran gedacht dass in ein richtiges fussballstadion ziemlich sicher mehr leute kommen als ins letzigrund? wenn die klubs gut spielen könnte zürich mit seinem einzugsgebiet locker ein stadion von bis zu 40`000 leute füllen. vergleich fc thun: durchschnittliche zuschauer ca.5000 einzugsgebiet ca. 100`000 (agglo) personen, gleich ca. 5%. Agglo Zürich 1`112`000 * 5% ergibt 55600! Antworten
Diese rot grüne Gartenzwerg und Schrebergartenmentalität führt nicht nur Zürich, sondern die ganze Schweiz in die Zweitklassigkeit. Keine Schweizer Stadt hat mehr den Anspruch zur Weltspitze gehören zu wollen. Das hat mit Realismus nichts zu tun. Schon eher mit Provinzialismus. Antworten
Live @ Sunset
11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!



