Zürich
«Ein krasser Fehlentscheid, zu dem Frau Gut bis heute nicht steht»
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Die Arbeitnehmer fordern den Zürcher Kantonsrat auf, rechtliche Schritte gegen die verantwortlichen Regierungsräte zu beschliessen. Warum? Der Kantonsrat hatte in der Vergangenheit die Oberaufsicht über die BVK. Darum soll er jetzt auch seine Verantwortung wahrnehmen und dies nicht einem neuen Stiftungsrat überlassen, der vollauf damit beschäftigt sein wird, sich um die Zukunft der BVK zu kümmern.
Was bringt eine Klage? Selbst wenn die Regierungsräte verurteilt würden, muss letztlich doch der Steuerzahler zahlen. Das muss er sowieso. Denn aus den Fehlinvestitionen und dem Korruptionsfall sind Verluste von mindestens 1,5 Milliarden Franken entstanden. Ich hoffe aber, dass man das Geld nicht vor Gericht erstreiten muss, sondern dass es einen Vergleich in dieser Höhe gibt und man die Angelegenheit abschliessen kann.
Was, wenn der Kanton nicht will? Dann muss der neue Stiftungsrat im Interesse der Versicherten klagen.
Sie sitzen seit 2007 im Anlageausschuss der BVK. Warum haben Sie nichts unternommen? Die Arbeitnehmervertreter, also Markus Schneider und ich, haben gleich zu Beginn unserer Tätigkeit den Antrag gestellt, man solle die Aktienquote halbieren und sofort eine Anlagestudie durchführen. Für mich war klar, dass die Strategie der BVK intransparent und mit einer Aktienquote von rund 44 Prozent und einem Deckungsgrad von damals 100 Prozent viel zu risikoreich war.
Haben Sie das Regierungsrätin Ursula Gut mitgeteilt? Sicher, sie präsidierte ja den Anlageausschuss. Doch leider wollte sie die Warnung nicht hören und stellte sich hinter die BVK und Gloor. Wie wir heute wissen, war das ein krasser Fehlentscheid, zu dem Frau Gut bis heute nicht steht.
Ist die BVK nun in gutem Zustand und drohen keine weiteren Abschreiber? Immerhin gibt es noch ein Mandat für Private Equity und Immobilien im Ausland von über 800 Millionen Franken. Zeichnen sich da nicht weitere Verluste ab, wenn man zu Marktwerten rechnet? Das muss geklärt werden. Wenn man heute aussteigen würde und zu Marktwerten rechnet, könnten meines Erachtens Verluste in der Grössenordnung von 100 Millionen Franken anfallen. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 15.11.2012, 17:35 Uhr
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