Eine First Lady der besonderen Art

Juliana Müller ist seit fünfzehn Jahren die Lebenspartnerin von Corine Mauch. An einer Musikschule für Frauen haben sie sich kennen gelernt.

Die Partnerin der Stadtpräsidentin: Musikerin Juliana Müller.

Die Partnerin der Stadtpräsidentin: Musikerin Juliana Müller.

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Corine Mauch macht kein Hehl daraus, dass sie nicht mit einem Mann, sondern mit einer Frau zusammenlebt. Deshalb hat Zürich nicht nur zum ersten Mal eine Stadtpräsidentin, sondern auch eine First Lady der besonderen Art. Sie heisst Juliana Müller, ist 50 Jahre alt, Musikerin und eine Frau, die weiss, was sie will. Für die Wahlfeier hat sie sich keine neuen Kleider gekauft. Sie denkt auch nicht daran, in die Hausfrauenrolle zu schlüpfen. Einst hat sie bei der aufmüpfigen Frauenszeneband Lilliput als Gast mitgerockt. Und sie wird weiterhin Musik mit Leib und Seele machen.

Ein Sabbatical zum Experimentieren

An die Rolle der First Lady muss sie sich erst noch gewöhnen. Doch kennt sie das Stadthaus viel besser als ihre Partnerin. Zwölf Jahre lang war sie in der Präsidialabteilung zuständig für den Bereich Jazz, Rock und Pop. «Ein Traumjob», sagt sie. «Ich lernte die Zürcher Szene in- und auswendig kennen. Doch zwölf Jahre sind genug. Ich will wissen, was das Leben sonst noch zu bieten hat.» Deshalb hat sie sich letzten Sommer ein Sabbatical zum Experimentieren verschrieben.

Auch Corine Mauch war einst Rockerin, spielte Bass bei The Hoovers und bei Trugschluss. Die beiden haben sich an einer Musikschule für Frauen kennen gelernt. Müller gibt zu verstehen, dass sie darüber nicht mehr sagen will.

Während es ihre Partnerin in die Politik zog, blieb Juliana Müller der Musik treu. Sie hat inzwischen das Akkordeon entdeckt – ein Stilbruch. Bisher hatte sie mehr mit elektronischen Tonerzeugern zu tun gehabt, mit Keyboards, Synthesizern und Samplern. Die spielte sie in der Rockband Unknownmix. Weitere Stationen waren das Plattengeschäft Upstairs und Radio DRS, wo sie als Musikdokumentalistin arbeitete. Was nun als First Lady auf sie zukommt, kümmert Juliana Müller nicht. Sie freut sich auf alles Neue. Und auf die bevorstehenden gemeinsamen Ferien. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 30.03.2009, 23:07 Uhr

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4 Kommentare

Daniel Rüegg

13.04.2010, 19:43 Uhr
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Mann, für eine Keyboarderin kann ein Akkordeon kein Stilbruch sein, der Wechsel von einem Stil zu einem andern vielleicht, aber acc, piano und kb liegen nun mal von der spieltechnik her nicht sehr weit auseinander. Antworten


Tobias M. Frey

01.04.2009, 00:36 Uhr
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mit positivem erstaunen habe ich aus dem ausland die wahl corine mauchs mitverfolgt ... (endlich!) eine frau - dazu noch eine heterosexuelle - im zwinglianisch prüden zürich?!? @toni müller: ich stimme seinem kommentar zu, nur ... solange über minderheiten neutral - wie im vorliegenden fall - berichtet wird, kann man es - think positiv! - auch als öffentlichkeitsarbeit für die sache betrachten!?! Antworten


Toni Müller

31.03.2009, 10:08 Uhr
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Weder Heterosexualität noch Homosexualität sind Qualifikationen für ein politisches Amt, sondern durch und durch Privatsache. Solange Homosexualität als Besonderheit betrachtet wird, so dass die Medien personenbezogen darüber schreiben müssen oder wollen, kann man davon ausgehen, dass die Akzeptanz gegenüber Schwulen und Lesben im Alltag immer noch gering ist. Antworten


Bruno la Rocca

31.03.2009, 08:34 Uhr
Melden 2 Empfehlung

Juliana Müller, Firstlady - ist Obama etwa zurückgetreten??? Antworten



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