Zürich
Einer der aggressivsten Sprayer ist zurück
Von Christoph Landolt, Felix Schindler. Aktualisiert am 05.08.2010 14 Kommentare
Anti-Grafitti-Abo
Die Zürcher Graffiti-Beauftragte Priska Rast empfiehlt ein Gegenmittel gegen Schmierereien: Möglichst schnell übermalen – «damit entzieht man den Sprayern ihre Leinwand». Die Fachstelle Graffiti bietet Hauseigentümern deshalb ein Anti-Graffiti-Abo an. Wer am Morgen eine Sprayerei an seinem Haus entdecke, bekomme oft noch am gleichen Nachmittag Besuch von den Mitarbeitern der Stadt, die das Werk übermalen.
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In der Zürcher Sprayerszene ist «Puber» eine feste Grösse. Jahrelang bearbeitete er grössere Wände mit Farbrollern oder Spraydosen, kleinere Flächen mit Filzstiften. Und immer war sein Sujet das gleiche: der Schriftzug «Puber». Und das nicht zu selten. Der Sprayer falle vor allem wegen der enormen Dichte von Arbeiten auf, sagt Alex Pistoja, Szenekenner und Herausgeber des Hip-Hop-Magazins «14K». «Zwischen 100 und 150 Tags und Graffitis hat er bestimmt schon gemacht.» Dass «Puber» zu den aggressivsten Sprayern Zürichs gehört, bestätigt auch die Stadtpolizei: «Es hat schon sehr viele Anzeigen gegen ‹Puber› gegeben», sagt Sprecher Marco Bisa.
Aus der Versenkung aufgetaucht
In den letzten Jahren jedoch tauchten vom Sprayer keine neuen Werke mehr auf. «Seit einiger Zeit tritt ‹Puber› seltener in Erscheinung», erklärt Bisa. Das bestätigt auch Pistoja: «Er ist seit mindestens einem Jahr nicht mehr aktiv.»
Jetzt hat «Puber» erneut zugeschlagen. In jüngster Zeit wurden mit dem «Puber»-Schriftzug mehrere Flächen verunstaltet, darunter ein Baustellencontainer an der Ecke Langstrasse/Röntgenstrasse und die Unterführung zwischen den Stadtkreisen 4 und 5.
Für die Graffiti-Beauftragte der Stadt Zürich, Priska Rast, sind die Wände wenig überraschend gewählt. «Er zielt auf Flächen, die nicht sofort übermalt werden.» «Puber» verewige sich denn auch nicht auf Privathäusern, sondern auf Stützmauern von SBB oder Kantonsstrassen, die nicht sofort neu gestrichen würden. Das ist allerdings keine Eigenschaft, durch die sich «Puber» stark von anderen Sprayern unterscheidet. «Das ist das Bestreben von jedem», sagt Pistoja. «Wer Graffitis macht, der will auch, dass sie möglichst lange sichtbar bleiben.»
Ein Nicht-Zürcher?
Wer hinter dem Pseudonym steckt, ist der Stadtpolizei bisher nicht bekannt. Ein Zürcher Sprayer, der anonym bleiben will, ist «Puber» schon begegnet. Er schätzt ihn auf 30-jährig und sagt, er sei Schweizer. «14K»-Herausgeber Pistoja vermutet, dass «Puber» von ausserhalb kommt. «Offenbar stammt er nicht aus Zürich. Wahrscheinlich kommt er jeweils ein paar Tage her, tobt sich aus und verschwindet danach wieder.» Die Unterlagen der Polizei stützen diese Vermutung. Laut Stapo-Sprecher Bisa gehen immer höchstens alle drei, vier Monate Anzeigen gegen den Sprayer ein – dazwischen sei Ruhe.
In der Sprayerszene geniesst «Puber» einen zweifelhaften Ruf. Er arbeite nach der Devise «möglichst oft, möglichst gross», meint der anonyme Sprayer. Und Pistoja sagt: «Es gibt kaum jemanden, der so polarisiert.» Einerseits sei die Menge an Arbeiten, die er produziere, beachtlich. Andererseits gehe er über die Bilder anderer Künstler. «Mit dieser Respektlosigkeit schafft man sich keine Freunde.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 05.08.2010, 14:45 Uhr
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14 Kommentare
Ich kann Puber nicht ausstehen mit seinem hingeschluderten Gespraye und Gemale. Graffiti-Kunst sieht anders aus, der Typ hat beachtliche Energie, dafür um so weniger Stilanspruch. Also Puber, falls du das liest: Bitte Finger weg von den Cans, überlass die Flächen jenen, die Skills haben und nicht nur ein übersteigertes Ego. Antworten
lieber Tagi, bei dem Geschmiere von "Werken" zu sprechen ist völlig deplaziert. Das ist keine "Kunst", sondern untalentiertes Geschmiere eine Pupertierenden der dafür zur Rechenschaft gezogen werden müsste. Auch gebe ich den anderen Kommentatoren Recht: Puber verdient keine Aufmerksakeit und schon gar keinen Artikel im Tagi. Antworten
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