Er kämpft seit Jahren gegen Velorowdys

Die Stadtpolizei geht verstärkt gegen fehlbare Velofahrer vor. FDP-Gemeinderat Monjek Rosenheim freuts – er führt dies auf seine unermüdliche Arbeit im Parlament zurück.

«Die Sitten der Velofahrer sind verwildert»: Monjek Rosenheim, FDP.

«Die Sitten der Velofahrer sind verwildert»: Monjek Rosenheim, FDP.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Erst gestern Morgen am Limmatquai ist es wieder geschehen: Monjek Rosenheim, Gemeinderat der Freisinnigen, wartet bei der Rudolf-Brun-Brücke auf den 4er, als an ihm zwei Velofahrer vorbeipreschen – ein älteres Paar um die 70. «He, junger Mann, das Trottoir ist eigentlich für mich da», ruft er ihm nach, aber der fährt unbeirrt weiter.

«In den letzten Jahren sind die Sitten der Velofahrer verwildert. Als Fussgänger ist man selbst auf dem Trottoir Freiwild», ärgert er sich. Er hat deshalb innert acht Jahren neun Vorstösse im Parlament eingereicht, die alle dieselbe Stossrichtung aufweisen: Mehr Kontrollen von Velofahrern und ein konsequentes Vorgehen gegen Velorowdys. Nun liegt die Antwort des Stadtrats zu seinen letzten drei Vorstössen vor, und Rosenheim sieht sich darin bestätigt: Seit 2002 steigt die Zahl der Unfälle, in die Velofahrerinnen oder -fahrer verwickelt sind. Und: Sie sind an der Mehrheit der Unfälle schuld – letztes Jahr an 167 der 284 Kollisionen. In vielen Fällen kam es so weit, weil die Betroffenen zu viel Alkohol getrunken hatten oder auf dem Trottoir oder Fussgängerstreifen fuhren. Hat der Autofahrer den Unfall verursacht, dann häufig, weil er das Vortrittsrecht des Velofahrers missachtete.

«Velofahrer sind nicht per se gut»

«Die Autofahrer, das zeigen diese Zahlen, sind nicht an allem schuld», sagt Monjek Rosenheim. Und die Velofahrer seien nicht per se gut. Er verwahrt sich aber dagegen, ein Velofeind zu sein. Ihm gehe es darum, die Fussgänger, die schwächsten Verkehrsteilnehmer, zu schützen. «Denn wer tut das sonst in diesem Parlament?»

Bei Verkehrsunfällen, in die Velofahrer verwickelt sind, registriert die Polizei überdurchschnittlich viele Verletzte – oft sind es die Velofahrer. Sie sind stärker exponiert als die Autolenker. So wurde letztes Jahr bei 229 der 287 gemeldeten Unfälle ein Velofahrer verletzt, einer gar getötet. Als besonders gefährlich erwies es sich vergangenes Jahr, per Velo eine Strasse zu überqueren. Dabei geschahen die meisten Unfälle (63). Viele Velofahrer stürzten aber auch oder verunfallten beim Abbiegen. Meist kollidierten sie mit Autos, in deutlich weniger Fällen mit Fussgängern oder anderen Velofahrern.

Der Grund des Übels ortet Rosenheim beim «Laisser-faire der linken Polizeichefin». Ob Zufall oder nicht, seit sie am Ruder sei, nähmen es die Velofahrer mit den Vorschriften nicht mehr so genau, behauptet er. Diesen Vorwurf weist das Polizeidepartement allerdings entschieden zurück: «Wir kontrollieren die Velofahrerinnen und -fahrer regelmässig. Seit einigen Monaten haben wir die Kontrollen sogar noch intensiviert», sagt Mediensprecher Marco Bisa.

Grosskontrolle an der Langstrasse

So hat die Polizei gerade gestern Freitag einige Dutzend Velofahrer angehalten – was in «20 Minuten Online» zur Schlagzeile führte: «Mit massivem Aufgebot gegen Velofahrer.» Danach hat die Stadtpolizei zwei Barrikaden auf der einen Seite der Langstrassenunterführung errichtet. Mehr als jeder zweite Velofahrer wurde gebüsst. Wie Marco Bisa betonte, führe die Polizei nicht Kontrollen durch, um die Velofahrer zu schikanieren, sondern um den stetig steigenden Trend zu mehr Unfällen zu brechen.

Es muss noch mehr geschehen

Und hat Rosenheim mit seinen vielen Vorstössen etwas erreicht? Ja, meint er. Dass die Polizei 2009 und 2010 Regelverstösse durch Velofahrer besonders bekämpfen will, sei klar auf seine Arbeit zurückzuführen. «Der Polizei ist das unangenehm – weil meine Beobachtung stimmt», sagt er mit Genugtuung. Zufrieden ist er allerdings erst, wenn der Stadtrat Lösungen präsentieren kann, wie sich alle Verkehrsteilnehmer sicher durch die Stadt bewegen können – und zwar nicht zulasten der Autofahrer.

Mehr Nachrichten und Hintergründe aus der Stadt Zürich gibt es täglich im Regionalbund des Tages-Anzeigers. Schreiben Sie direkt an stadt@tages-anzeiger.ch (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 19.09.2009, 04:00 Uhr

Zürich

Populär auf Facebook – Privatsphäre

Lokalverzeichnis

Werbung

Lokale Suche

Marktplatz

AKTUELLE JOBS

Marktplatz

PackEasy Shop Betreuer/in (50 - 80%) Manor AG, Zürich

Leiter/in Pflege und Betreuung 100% TERTIANUM AG Residenz Im Brühl, Zürich

Anwendungsentwickler/in Klinikinformationssystem Phoenix (100%) Zürcher Höhenkliniken Wald & Davos, Faltigberg

AKTUELLE KADERSTELLEN

Marktplatz

Projekttechniker/-ingenieur Leit- und Automationstechnik Rechsteiner Partners AG, Kanton Basel

Leiter Finanzen Schweiz (W/M) Kelly Financial Resources Zürich, Zürich

GIS-Spezialist Flughafen Zürich AG, Zürich

Umfrage

Sollen in Zürich Sexboxen errichtet werden? Darüber entscheidet das Stimmvolk am 11. März.




Immobilien

Marktplatz
Wohnung/Haus suchen

Weitere Immo-Links
homegate TV
Hypotheken vergleichen
Umzug
Immobilie inserieren
Inserat erfassen
Frühlingsdeko
homegate Lassen Sie jetzt schon den Frühling ins Haus. Mehr

In Partnerschaft mit:

Homegate