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«Er wollte es allen immer recht machen»

Von Jvo Cukas. Aktualisiert am 16.08.2011 17 Kommentare

Der frühe Tod von DJ Energy schockiert Freunde und Berufskollegen. Die Umstände seines Ablebens bleiben im Dunkeln.

1/8 Roger Beglinger alias DJ Energy starb am Sonntagmorgen in seiner Wohnung.
tillate.com

   

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Ralf Hartmann war mit Roger Beglinger alias DJ Energy seit seiner Jugend eng befreundet. Es war schon fast Tradition, dass er ihn am Street-Parade-Wochende zu seinen Auftritten chauffiert. «Als ich gegen neun Uhr bei ihm ankam, war er dösig, aber bei vollem Bewusstsein.» Er habe mit ihm sogar noch eine Garage angeschaut, die er umbauen wollte. Gut sei es ihm aber nicht wirklich gegangen: «Er wollte zu seinem Auftritt, aber wir hielten ihn davon ab.»

Auf dem Wohnzimmertisch habe eine Packung mit Pillen gelegen, die er als Schmerzmittel von seinem Arzt bekommen habe. «Er hat seit einem Schulterbruch kaum zwei Kilos heben können, die Schmerzen waren zu stark», erklärt Hartmann. Beglinger habe aber seine Auftritte an der Street-Parade unbedingt wahrnehmen wollen und deshalb eine Operation verschoben und die Schmerzmittel bekommen: «Fürs Auflegen braucht man beide Arme.» Ob auch Drogen im Spiel waren, kann Hartmann nicht sagen: «Mir ist nichts aufgefallen.» Als Hartmann die Wohnung verliess, war Beglinger noch am Leben.

Viele haben ihn ausgenutzt

Hartmann trauert um seinen Freund. «Er war ein äusserst einfühlsamer, lieber Mensch.» Beglinger habe nur ein paar wirkliche Freunde gehabt. Viele andere hätten ihn ausgenutzt, um an irgendwelche Partys zu kommen. «Das hat ihn immer genervt, aber er half ihnen trotzdem. Er war einer, der es immer allen recht machen wollte.» Hartmann glaubt nicht, dass Beglinger gross darunter gelitten hatte, dass es in den letzten Jahren um seine Karriere etwas ruhiger geworden war. «Er konnte immer noch von seiner Leidenschaft – der Musik – leben.»

Auch Berufskollegen und Partyveranstalter in Zürich sind über den frühen Tod Beglingers bestürzt. Arnold Meyer, der Veranstalter der «Energy»-Party im Hallenstadion, konnte «es fast nicht glauben» als er darüber informiert wurde. Beglinger hätte am Grossevent zum 20. Mal in Folge auftreten sollen. Meyer hatte ihn stets als «sehr korrekten» Menschen wahrgenommen, der «immer gut ankam.» Auch zu seinen erfolgreichsten Zeiten sei er «nie arrogant geworden». Beglinger sei der erste gewesen, der hierzulande voll auf Trance gesetzt habe.

Kein absoluter Drogenabstürzler

Auch Etienne Rainer, Veranstalter vornehmlich von Goa-Partys, ist bestürzt: «Er ist viel zu früh verstorben.» Er kenne ihn noch aus der Zeit, als Beglinger beim Eschenmoser in der Lehre war. «Er sprach damals ständig davon, DJ zu werden und ich habe ihn immer ermutigt, diesen Weg einzuschlagen.» Rainer hat Beglinger stets als sehr offenen Menschen erlebt, der «viel für die Trance-Szene gemacht hat». Rainer kann sich vorstellen, dass Beglinger etwas darunter gelitten hat, dass es ruhiger um ihn geworden war. Dass sein Tod im Zusammenhang mit Drogen steht, glaubt er nicht: «Er war nie ein absoluter Abstürzler.»

DJ-Legende Dani Koenig fiel in letzter Zeit auf, dass es Beglinger gesundheitlich nicht sehr gut ging: «Er sah nicht sehr gesund aus.» Koenig kann sich vorstellen, dass Beglingers Tod für junge Leute auch eine Aufforderung und Warnung sein kann, gut auf sich zu achten. Er erlebte ihn menschlich als angenehmen Typen, der nicht so verbissen gewesen sei. Beglinger sei ein Wegbereiter der Kommerzialisierung des DJ-Jobs. Eine Zeit lang habe er die CD-Verkäufe in der Schweiz dominiert. Partyveranstalter Rainer wie auch Koenig wollen ihm ihren Respekt erweisen und seine Beerdingung besuchen.

Woran Beglinger starb, ist nach wie vor unklar. Eine Obduktion soll Klarheit bringen. Marco Bisa, Sprecher der Stadtpolizei, meint: «Vermutlich liegt ein medizinisches Problem vor. Die Abklärungen des Institutes für Rechtsmedizin dauern noch etwa eine Woche.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 15.08.2011, 14:10 Uhr

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17 Kommentare

Martha Meister

15.08.2011, 14:44 Uhr
Melden 31 Empfehlung

Roger Beglinger war ein sehr sympathischer Mensch. Schade, die Welt ist um einen lieben Menschen ärmer. Wenn man Blut spuckt, dann sollte man unverzüglich in ein Spital gehen. Auch wenns mitten in der Nacht ist. Wenn man starke Schmerzmittel nimmt, dann sind Magenblutungen keine Seltenheit, vorallem dann, wenn man noch zusätzlich unter Stress steht. Antworten


reto benz

15.08.2011, 15:23 Uhr
Melden 18 Empfehlung

dj energy war eine meiner ersten trance cd's in der jugendzeit (vor 16 jahren) und dadurch hat es in mir das interesse für diese musik geweckt. R.I.P dJ energy und danke für die coolen Beats welche wir immer von dir hören konnten. sein tod ist ein verlust für die schweizer dj -und musikszene. die vielen positiven aussagen sprechen für seine seite als privatperson. Antworten



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