Zürich

«Er zog einer Frau ein Glas über den Kopf»

Von Jvo Cukas, Beat Metzler. Aktualisiert am 10.02.2012 66 Kommentare

Der Todesfahrer der Langstrasse soll selbst Besitzer eines Milieu-Klubs sein. Der Unfall passierte angeblich, als er betrunken aus einer anderen Bar floh.

«Der Lenker stand unter Alkohol- und Drogeneinfluss»: Unfallwagen vor dem Klub Lambada.

«Der Lenker stand unter Alkohol- und Drogeneinfluss»: Unfallwagen vor dem Klub Lambada.
Bild: Johannes Dietschi, newspictures

(Video: Keystone)

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Der Mann, der heute mehrere Personen verletzte und eine tötete, als er mit seinem Wagen in den Klub Lambada raste, stand angeblich unter Drogen- und Alkoholeinfluss. Der Mann soll Besitzer einer Milieu-Bar sein und in der vergangenen Nacht in verschiedene Konflikte verwickelt gewesen sein – dies jedenfalls erklärte Lambada-Besitzer Sin Abbas gegenüber Tagesanzeiger.ch.

Der 25-jährige Autolenker habe den Abend in verschiedenen Milieu-Bars verbracht, so Abbas weiter – aus einer sei er hinausgeworfen worden, weil er offenbar zu «high» gewesen sei. Darauf habe er ein zweites Lokal besucht, in dem es zu einer Streitigkeit mit einer anwesenden Frau gekommen sein soll. «Er zog ihr ein Glas über den Kopf und verletzte sie an der Zunge», erklärt Abbas. Der Mann sei daraufhin aus der Bar geflohen, weil er Probleme mit weiteren Anwesenden befürchtete.

Flucht aus Milieu-Bar

Abbas nimmt an, dass der Mann «unter Drogen- und Alkoholeinfluss» falsch in die Langstrasse einbog und seinen Fehler bemerkte. «Als er in die Dienerstrasse einbiegen wollte, verwechselte er wohl das Gas- und das Bremspedal und fuhr in vollem Tempo in unsere Gäste, die vor dem Lokal standen.»

Das Lambada sei erst kurze Zeit für eine After-Hour geöffnet gewesen. «Es gab einen riesigen Knall, und das ganze Haus wackelte», erklärt Abbas. Alle Anwesenden seien sofort nach draussen geeilt, um zu helfen. Die Situation habe aber derart schrecklich ausgesehen, dass man hilflos dastand. «Der Fahrer war noch kurze Zeit ansprechbar.» Zum Glück seien Polizei- und Rettungskräfte schnell vor Ort eingetroffen.

Polizei sagt noch nichts

Die Stadtpolizei will die Angaben weder bestätigen noch dementieren. Der Unfall sei Gegenstand aktueller Ermittlungen. Neue Erkenntnisse könnten erst zu einem späteren Zeitpunkt öffentlich gemacht werden. Die anderen Milieu-Bars, in welchen es laut Abbas zu Konflikten gekommen sein soll, wollten sich nicht zum Vorfall äussern. Ein Mitarbeiter der Bar, die sich angeblich im Besitz des Unfallfahrers befinden soll, winkte jedenfalls ab. Der 25-Jährige sei lediglich ein Stammgast gewesen.

Der 25-jährige Autofahrer war heute gegen 5.30 Uhr in eine Gruppe Menschen gerast, die vor dem Klub Lambada standen. Dabei wurde ein Mann getötet, fünf Personen, darunter der Fahrer, wurden zum Teil schwer verletzt. Die Langstrasse war daraufhin während rund fünf Stunden für jeglichen Verkehr gesperrt.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 10.02.2012, 13:18 Uhr

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66 Kommentare

Marc Müller

10.02.2012, 14:13 Uhr
Melden 159 Empfehlung

Ist enfach unglaublich wie liberal man bei Oeffnungszeiten solcher Lokale ist. Die ganze Nacht durchsaufen ist okay. Aber um die gleiche Zeit ein Pack Spaghetti in der Tankstelle verkaufen ist verboten.
Ich kenne kaum ein Land dass solche laschen Gesetze in Sachen Alkhoholverkauf hat und solche absurden Restriktionen in Sachen normale Ladenöffnungszeiten....
Antworten


Gianni Felice

10.02.2012, 16:23 Uhr
Melden 143 Empfehlung

Ich lese erstaunt, dass Viele das cool finden, morgens um 0530 Uhr an der Langstrasse rumzuhängen. Das muss ich wohl akzeptieren als heutigen Lifestyle. Gerne hoffe ich, dass dieses Publikum seriös seinen Lebensunterhalt bestreitet ohne Unterstützung der öffentlichen Hand. Antworten



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