Erbitterter Auktionskampf um ZH 1118

Das Strassenverkehrsamt versteigert die Autonummer ZH 1118. Ein Liebhaber hat bereits 25'000 Franken geboten – und die Auktion geht weiter.

Tiefe Zahl und dreimal eine 1: Begehrtes Nummernschild. (Bild: Strassenverkehrsamt)

Tiefe Zahl und dreimal eine 1: Begehrtes Nummernschild. (Bild: Strassenverkehrsamt)

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Das Kennzeichen ist begehrt. Heute Montagmorgen lag das Höchstgebot für das Schild mit der Nummer ZH 1118 bei 25'000 Franken. Der Bieter ist schon mit einem Gebot von 6700 Franken in die Auktion gestartet - der Mindestpreis lag bei 2000 Franken.

SVP-Kantonsrat Claudio Schmid, der auf das begehrte Nummernschild via soziale Medien aufmerksam gemacht hatte, ist überzeugt: Dieses Kennzeichen wird einen Rekordpreis erzielen. «Wenn jetzt schon so viel geboten wird, kann die Summe locker auf 50'000 Franken steigen.» Die Online-Auktion des Strassenverkehrsamts des Kantons Zürich läuft noch bis Mittwoch um 23 Uhr.

131'000 Franken für ZH 1000

Ausschlaggebend für einen hohen Preis sind laut Schmid neben einer tiefen vierstelligen Nummer gleiche Zahlen – wenn möglich die besonders begehrte Zahl 1. Offenbar ist auch eine Null in der Nummer beliebt. So sind an der letzten Auktion 18'200 Franken für das Nummernschild ZH 2037 bezahlt worden. Für die Nummer ZH 2606 gab's 18'100 Franken. Auch für «normale» vierstellige Nummern werden im Allgemeinen einige Tausend Franken gezahlt. Wie ein Sprecher des Strassenverkehrsamts sagt, ist in den Achtzigerjahren für die Nummer ZH 1000 der Preis von 131'000 Franken bezahlt worden – der höchste im Kanton Zürich. Das Strassenverkehrsamt führt jede Woche im Internet eine Auktion für tiefe Nummern und besondere Zahlenkombinationen durch. Jeweils 27 Nummern (Autos und Motorräder) werden am Donnerstagmorgen aufgeschaltet, dann kann während einer Woche bis Mittwochabend geboten werden.

Ein einträgliches Geschäft. Jährlich fliessen rund 2,5 Millionen Franken vollumfänglich in die Staatskasse. Auffallend an der Zürcher Versteigerung: Die Nummern ZH 1 bis ZH 999 sind tabu – sie sind mit der Zusatzbezeichnung U als Garagenschilder fest vergeben und nicht handelbar.

Höchster Preis in St. Gallen und im Tessin

Im Gegensatz dazu werden in anderen Kantonen auch diese Nummer verkauft. So ist vor drei Jahren im Kanton St. Gallen die wohl wertvollste Autonummer der Schweiz versteigert worden: Für SG 1 hat ein Liebhaber 135'000 Franken bezahlt. Im Tessin hat ein Bieter für TI 10 den gleichen Preis bezahlt.

Für den Kanton Zürich kein Thema. Wie der Regierungsrat in einer parlamentarischen Antwort im April 2013 schrieb, würden bei der Versteigerung der Kontrollschilder ZH 1 bis ZH 999 die Einnahmen für Schilder mit vierstelligen Nummern nachhaltig einbrechen. Schilder mit fünfstelligen Nummern würden seiner Ansicht nach sogar so sehr an Attraktivität verlieren, dass sie kaum mehr mit nennenswertem Erlös versteigert werden könnten.

Allein schon aus marktwirtschaftlichen Gründen dränge es sich derzeit nicht auf, die Schilder ZH 1 bis ZH 999 in Umlauf zu bringen. Mit der Möglichkeit, «attraktive» Kontrollschilder zu versteigern, hole der Kanton «das Maximum aus dem auf der Strasse liegenden Geld heraus». Zudem würde eine Verwechslungsgefahr mit den Garagenschildern bestehen, schrieb damals der Regierungsrat. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 08.02.2016, 13:14 Uhr)

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