Zürich

«Es gibt auch noch andere Bedürfnisse als Gärtnern»

Ledergerber scheiterte mit den geplanten GC-Trainingsplätzen an den Vuklan-Familiengärtnern in Zürich Altstetten. Nun versucht es Kathrin Martelli mit einem Eishockeystadion. Wieso nur?

Der Blick in die Zukunft: Kathrin Martelli am Dienstag bei der Pressekonferenz zum neuen ZSC-Einshockeystadion in Zürich Altstetten.

Der Blick in die Zukunft: Kathrin Martelli am Dienstag bei der Pressekonferenz zum neuen ZSC-Einshockeystadion in Zürich Altstetten.
Bild: Keystone

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2001 wollte der ehemalige Stadtpräsident Elmar Ledergerber in Altstetten zwischen Geleisen und Autobahn Fussball-Trainingsplätze für den Grasshoppers-Klub erstellen lassen – auf dem Areal der Familiengartens Vulkan. Die Schrebergärtner setzten sich erfolgreich zur Wehr. Schliesslich liessen die Zürcher Gemeinderäte das Projekt fallen und die Trainingsplätze wurden in Niederhasli im Zürcher Unterland gebaut.

Am Dienstag - acht Jahre nach dem Scheitern der Fussballplätze - kündigte die Vorsteherin des Hochbaudepartements Kathrin Martelli an, dass ausgerechnet auf dem umstrittenen Vulkan-Areal 120 von gut 300 Schrebergärten nun einem Eishockeystadion für den ZSC weichen sollen. Die Pächter der Gärten wurden nicht vorinformiert und die Medienkonferenz kurzfristig angekündigt. Jetzt gärt es in den Gärten.

Interessenskonflikte gibt es überall

Wieso lässt sich Kathrin Martelli ausgerechnet nochmals mit den Vulkan-Pächtern ein? «Es gibt auch noch andere Bedürfnisse als Gärtnern», sagt sie. Es sei eine Risikoabwägung gewesen. Die Gefahr, dass die aufständischen Schrebergarten-Pächter erneut ein Projekt bodigen könnten, habe man selbstverständlich diskutiert.

«Schrebergärten sind zudem nicht mehr so attraktiv wie früher», glaubt Martelli. Vor allem junge Familien hätten das Bedürfnis, dass die Kinder auch sportlich gefördert würden. Der ZSC betreibt intensiv Nachwuchsförderung. Unter anderem braucht er dafür endlich ein eigenes Stadion. Und zudem biete die Stadt allen Vulkan-Pächtern, die wegen des Stadions ihre Gärten räumen müssen, einen Ersatz beim Dunkelhölzli an.

Die Vorsteherin des städtischen Hochbaudepartements wird sich allerdings nicht mehr lange mit erbosten Schrebergarten-Pächtern herumschlagen müssen. Sie gibt dieses Jahr ihr Amt ab – und damit die «heisse Kartoffel» Eishockeystadion weiter. «Das sehe ich nicht so», verteidigt sich Martelli. «Die Entscheidung, ein Stadion in Altstetten zu bauen, hat mein Departement gemeinsam mit dem ZSC und dem Schul- und Sportdepartement getroffen.»

Elmar Ledergeber: «Viel Glück»

Gerold Lauber vom Schul- und Sportdepartement ist nun für die Umzonung verantwortlich, die es für einen Stadionbau auf den Schrebergärten braucht. Auch er war sich des Konfliktspotenzials bewusst, heisst es aus seinem Departement. «Auf Stadtgebiet gibt es keine Flächen für ein Stadion, die nicht andere Interessen tangieren», sagt ein Sprecher von Lauber.

Elmar Ledergerber, der sich noch gut an den Zwist mit den Schrebergärtnern erinnert, will sich nicht nochmals die Finger am Vulkan-Areal verbrennen und gibt deshalb lieber keine Prognose über einen möglichen Erfolg oder Misserfolg der Stadt ab. Ausser: «Ich wünsche meinen ehemaligen Kollegen viel Glück.» Und: Es müssen endlich Lösungen für die Zürcher Stadien gefunden werden. Die jahrzehntelange Planung habe schon viel zu viel Geld gekostet. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 27.01.2010, 09:26 Uhr

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17 Kommentare

Niklaus Immeli

31.01.2011, 17:49 Uhr
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Der ZSC hat doch ein Station in Oerlikon warum alsom ein 2. in Altstetten verkehrsgünstig ungelegen,und dann anstelle der Schrebergärten,weiss nicht so recht! Es war doch mal im Autobahndreieck Auzelg etwas geplant,kann man das nicht aus der Schublade holen und überarbeiten?Vieleicht würde man den Spielplan des SEHV abwarten und den Plan für die Vermietung des Hallenstadions erstellen. Antworten


Jules Wohlmann

27.01.2010, 14:31 Uhr
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Die Vorteile von der DUPLEX-ARENA, oder Fussball und Eishockey nebeneinander, sind eindeutig in Bezug auf Infrastruktur, Sicherheit, Verkehrsanbindung und Spar-Synergie. Glücklicherweise wäre das jetzt beim Juchhof wieder möglich, im Gegensatz zum Hardturm. Die Duplex-Idee und alle anderen Projekte sind vergleichsweise wie ein Wettrennen von einem Formel 1- Auto gegen ein Fahrrad. Antworten


Jens Gloor

27.01.2010, 14:10 Uhr
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"Es gibt auch noch andere Bedürfnisse als Gärtner" - so unsensibel verkauft Martelli ihr neues ZSC-Stadion - mit den Betroffenen wird einmal mehr nicht gesprochen - und sie regiert einfach über das Volk hinweg. Finde es gut, dass sich die Gärtner wehren, denn sonst wird am Ende noch die Demokratie abgeschafft. Susi Gut würde so etwas nie machen, ohne ZUERST mit den Leuten zu reden. Antworten


Markus W. Müller

27.01.2010, 13:47 Uhr
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Typisch Stadtzürcher: Möglichst citynah wohnen, dann aber ja keinen Lärm oder Verkehr bitteschön. Und das Gärtli muss sich auch noch auf Stadtgebiet befinden, damit man das Stadtgebiet ja nie verlassen muss. Dann aber hört man von Rot/Grün immer, dass Zürich noch mehr Einwohner (d.h. auch Bebauung) wünscht. Also irgendwie geht das langsam nicht mehr auf mit Seldwyl...äh Zürich. Gruss aus Schlieren Antworten


Ben Huelsesack

27.01.2010, 13:07 Uhr
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Einmal mehr zeigt die Stadtregierung wie unfähig sie sind! Anstatt der Wille des Volkes durchzusetzen, plant das Hochbaudepartement wieder irgend einen unüberlegten "Seich". In Zürich gibt es nur eine vernümpftige Lösung und die heisst DUPLEX ARENA! Antworten


toni müller

27.01.2010, 12:54 Uhr
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die schrebergärtner sind keine landbesitzer, sondern nur pächter. einen pachtvertrag kann man in unserer gesellschaft gott sei dank noch ohne wenn und aber kündigen. Antworten


Hans-Peter Amrein

27.01.2010, 12:18 Uhr
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Leider haben sowohl Herr Meier, als auch Herr Ess recht. Die Stadt Zürich hat in den letzten Jahrzehnten von den Steuern einiger Grossverdiener (u.a. der Banken...) gelebt und es hat sich ein von Linken, Oekofundis, Veloaktivisten, Migranten und Profiteuren der Sozialindustrie bevölkertes Biotop gebildet, welches leider nur langsam und sehr, sehr schmerzhaft austrocknen wird. Antworten


Kurt Hauser

27.01.2010, 12:04 Uhr
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Jetzt da es nicht mehr um Wahlen geht, zeigt sie ihr wahres Gesicht! Antworten


Ueli Ruedisuehli

27.01.2010, 11:52 Uhr
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Schrebergaerten ziehen keine Hooligans an und fordern auch keinen uebertriebenen Polizeieinsatz. Antworten


Marco Keller

27.01.2010, 11:31 Uhr
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In der Stadt wohnen, am besten noch von Grün umgeben, mit ÖV-Verbindung vor dem Haus, niedrige Miete.....zieht doch aufs Land? Antworten


Arnold Meier

27.01.2010, 11:28 Uhr
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Grundsätzlich reicht nur eine Frage zu stellen: "Wem gehört das Land?"; Antwort darauf: "Der Stadt Zürich!" Die Gärtner sind nur Pächter der Parzellen - wird der Pachtvertrag nicht verlängert dann ist die Sache gegessen und die Bodenverschmutzer - ja ihr lieben Hobbygärtner, das was ihr produziert ist schädlicher als der Kugelfang eines Schiessstandes - haben nichts mehr zu sagen!! Antworten


Markus Wyler

27.01.2010, 11:28 Uhr
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Nachdem eine Handvoll Einwohner der Bernoulli-Baracken das Fussballstadion verhindern konnte, würde es nicht erstaunen, wenn den Schrebergärtnern dasselbe mit der Eishalle gelingen würde. Entsprechend absurde Blockiergesetze im Verbund mit der hierzulande üblichen Kleinbauernmentalität machen sowas möglich. Erbärmlich. Antworten


marie reiser

27.01.2010, 11:24 Uhr
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frau martelli sollte ihre hausaufgaben besser machen....familiengärten sind bei jungen familien so beliebt wie noch nie, und vorallem, sie sind so wichtig wie nie zuvor. grün stadt zh spricht immer wieder darüber, welche bedeutung die gärten in der stadt für die tier-und pflanzenwelt hat. das politische vorgehen ist fragwürdig, wie fast alles von fr. martelli. gut geht sie. Antworten


Tom Kuhn

27.01.2010, 11:12 Uhr
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Frau Martelli sollte nicht vergessen, dass es immer mehr Pensionäre gibt, die auch an der Urne abstimmen dürfen. "Nachwuchsförderung"? Bauland gibt es in Zürich genug. Auch Schrebergärten gehören zur Schweiz. Aus Profitgier will man die Gärtner vertreiben. Sowas kennen wir von China etc. Für viele Gärtner/innen ist das Sport, Hobby etc. Nicht alle wollen dem Puk nachlaufen. Antworten


Rolf Hauser

27.01.2010, 10:55 Uhr
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Die DUPLEX-Arena, Frau Martelli, die hätte es gebracht. Es wurde der Öffentlichkeit nie nachvollziehbar erklärt, weshalb dieses Projekt nicht machbar sein sollte und deshalb nicht weiterverfolgt wurde. Den Schrebergärtnerinnen und Schrebergärtnern wünsche ich viel Erfolg! Antworten


peter ess

27.01.2010, 10:20 Uhr
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Zürich hat eine seltsame Mischung von Guttemplern, Rot / Grün und Rechtsvolk, Alternative Lebensstiler, Migranten usw. Schon faszinierend! Naja, ich habe so einen Schrebergartengemeinschaft kennenlernen dürfen. Da wird knallhart über Fahnenstangen und akzeptierte Blümlibelegung diskutiert und protokolisiert; die Auseinandersetzungen über das Grillgut und die Rauchfahnen sind legendär; nix Lieb! Antworten


Thomas Meier

27.01.2010, 10:20 Uhr
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Zürich Altstetten will Schrebergärten, kein Kunsteis. Basta. Antworten



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