«Es gibt auch noch andere Bedürfnisse als Gärtnern»

Von Erika Burri. Aktualisiert am 28.01.2010 17 Kommentare

Ledergerber scheiterte mit den geplanten GC-Trainingsplätzen an den Vuklan-Familiengärtnern in Zürich Altstetten. Nun versucht es Kathrin Martelli mit einem Eishockeystadion. Wieso nur?

Der Blick in die Zukunft: Kathrin Martelli am Dienstag bei der Pressekonferenz zum neuen ZSC-Einshockeystadion in Zürich Altstetten.

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Bild: Keystone

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2001 wollte der ehemalige Stadtpräsident Elmar Ledergerber in Altstetten zwischen Geleisen und Autobahn Fussball-Trainingsplätze für den Grasshoppers-Klub erstellen lassen – auf dem Areal der Familiengartens Vulkan. Die Schrebergärtner setzten sich erfolgreich zur Wehr. Schliesslich liessen die Zürcher Gemeinderäte das Projekt fallen und die Trainingsplätze wurden in Niederhasli im Zürcher Unterland gebaut.

Am Dienstag - acht Jahre nach dem Scheitern der Fussballplätze - kündigte die Vorsteherin des Hochbaudepartements Kathrin Martelli an, dass ausgerechnet auf dem umstrittenen Vulkan-Areal 120 von gut 300 Schrebergärten nun einem Eishockeystadion für den ZSC weichen sollen. Die Pächter der Gärten wurden nicht vorinformiert und die Medienkonferenz kurzfristig angekündigt. Jetzt gärt es in den Gärten.

Interessenskonflikte gibt es überall

Wieso lässt sich Kathrin Martelli ausgerechnet nochmals mit den Vulkan-Pächtern ein? «Es gibt auch noch andere Bedürfnisse als Gärtnern», sagt sie. Es sei eine Risikoabwägung gewesen. Die Gefahr, dass die aufständischen Schrebergarten-Pächter erneut ein Projekt bodigen könnten, habe man selbstverständlich diskutiert.

«Schrebergärten sind zudem nicht mehr so attraktiv wie früher», glaubt Martelli. Vor allem junge Familien hätten das Bedürfnis, dass die Kinder auch sportlich gefördert würden. Der ZSC betreibt intensiv Nachwuchsförderung. Unter anderem braucht er dafür endlich ein eigenes Stadion. Und zudem biete die Stadt allen Vulkan-Pächtern, die wegen des Stadions ihre Gärten räumen müssen, einen Ersatz beim Dunkelhölzli an.

Die Vorsteherin des städtischen Hochbaudepartements wird sich allerdings nicht mehr lange mit erbosten Schrebergarten-Pächtern herumschlagen müssen. Sie gibt dieses Jahr ihr Amt ab – und damit die «heisse Kartoffel» Eishockeystadion weiter. «Das sehe ich nicht so», verteidigt sich Martelli. «Die Entscheidung, ein Stadion in Altstetten zu bauen, hat mein Departement gemeinsam mit dem ZSC und dem Schul- und Sportdepartement getroffen.»

Elmar Ledergeber: «Viel Glück»

Gerold Lauber vom Schul- und Sportdepartement ist nun für die Umzonung verantwortlich, die es für einen Stadionbau auf den Schrebergärten braucht. Auch er war sich des Konfliktspotenzials bewusst, heisst es aus seinem Departement. «Auf Stadtgebiet gibt es keine Flächen für ein Stadion, die nicht andere Interessen tangieren», sagt ein Sprecher von Lauber.

Elmar Ledergerber, der sich noch gut an den Zwist mit den Schrebergärtnern erinnert, will sich nicht nochmals die Finger am Vulkan-Areal verbrennen und gibt deshalb lieber keine Prognose über einen möglichen Erfolg oder Misserfolg der Stadt ab. Ausser: «Ich wünsche meinen ehemaligen Kollegen viel Glück.» Und: Es müssen endlich Lösungen für die Zürcher Stadien gefunden werden. Die jahrzehntelange Planung habe schon viel zu viel Geld gekostet. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 27.01.2010, 09:26 Uhr

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17 Kommentare

Ueli Ruedisuehli

27.01.2010, 11:52 Uhr
Melden

Schrebergaerten ziehen keine Hooligans an und fordern auch keinen uebertriebenen Polizeieinsatz. Antworten


Ben Huelsesack

27.01.2010, 13:07 Uhr
Melden

Einmal mehr zeigt die Stadtregierung wie unfähig sie sind! Anstatt der Wille des Volkes durchzusetzen, plant das Hochbaudepartement wieder irgend einen unüberlegten "Seich". In Zürich gibt es nur eine vernümpftige Lösung und die heisst DUPLEX ARENA! Antworten



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