Zürich
Eskalation im Stadionstreit zwischen Stadt und Implenia
Von Arthur Rutishauser. Aktualisiert am 12.03.2010
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Eigentlich hatte die Baufirma Implenia, (IMPN 27.4 5.38%) die das Letzigrund-Stadion baute, an ihrer Pressekonferenz gute Neuigkeiten zu verbreiten. Der Gewinn stieg von 40 auf 47 Millionen Franken. Doch in Zürich interessiert viel stärker, wann das Stadiondach wieder ohne Krücken steht und wer die 20 Millionen Franken Zusatzkosten zahlen muss, welche der Stadt oder Implenia aus dem Stadionbau drohen. Implenia-Chef Anton Affentranger sagte, er «glaube», das Dach sei sicher und die Stützen nicht notwendig. Darauf reagierte die Stadt mit einem scharfen Communiqué. «Diese Ansicht kann die Stadt nicht nachvollziehen. Glaube allein genügt der Stadt nicht, sie will es sicher wissen. Sie fühlt sich für die Sicherheit der Besucher verantwortlich. Darum nimmt sie ihre Verantwortung wahr und lässt den tatsächlichen Sachverhalt klären», schreibt Pressesprecher Urs Spinner.
Was die Zusatzkosten angeht, gibt sich die Stadt knallhart. Spinner: «Tatsächlich gibt es Nachforderungen der Implenia, die aber sachlich völlig unbegründet sind, denn als Totalunternehmer ist die Implenia für den Bau und die Planung und somit auch für die Prüfung aller Pläne verantwortlich; der Vertrag ist diesbezüglich klar. Die Stadt will und kann dem Totalunternehmer nicht im Nachhinein Geld für Forderungen bezahlen, die nicht gerechtfertigt sind. Das wäre unredlich und würde die Steuerzahler mit ungerechtfertigten Forderungen belasten.»
Hoffen bei Implenia; Absage der Stadt
Implenia hofft trotzdem auf eine gütliche Einigung und ist laut eigenen Angaben mit den Verantwortlichen im Gespräch. Weiter hofft Implenia auf ein Schiedsgericht. Doch dieser Idee erteilt Spinner eine Absage: «Eine Einigung vor einem Schiedsgericht kann nicht erwartet werden, da die Stadt davon ausgeht, dass sie alle vereinbarten Leistungen beglichen hat.»
Inzwischen hat Implenia der Stadt eine Gesamtabrechnung für das Letzigrund-Stadion vorgelegt und Mehrkosten geltend gemacht. Laut Implenia hat man diese Mehrkosten angemahnt und die Stadt in Verzug gesetzt. Dem widerspricht Spinner: «Die Stadt hat bis jetzt lediglich eine Gesamtabrechnung bekommen. Darauf fussen die Nachforderungen, die aber nicht eingefordert wurden.» Wie das Problem gelöst werden soll, ist dafür absehbar. Spinner: «Wenn die Implenia Nachforderungen stellt, hätte sie diese vor dem Gericht zu belegen und soll sie nicht über die Medien einfordern.» Demnach gibt es viel Arbeit nicht nur für die Bauleute, welche das Letzigrund-Dach flicken sollen, sondern auch für die Juristen.
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Erstellt: 12.03.2010, 04:00 Uhr





