«Fälle von Rattenmilben nehmen zu»
Interview: Claudia Imfeld. Aktualisiert am 30.06.2009
Isabelle Landau: Biologin der städtischen Beratungsstelle Schädlingsbekämpfung des Umwelt- und Gesundheitsschutzes Zürich. (Bild: PD)
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Tropische Rattenmilbe
Die Tropische Rattenmilbe (Ornithonyssus bacoti) ist weltweit verbreitet. Sie hängt sich gerne an Ratten und Mäuse. Auch Tiere im Zoofachhandel können Träger sein. Die ausgewachsene Milbe ist 0,75 bis 1 Millimeter klein und nur unter dem Mikroskop bestimmbar.
Meist nachts sucht sie nach Wirten, um Blut zu saugen. Auf der Suche nach neuen Wirten gelangen die Parasiten auch auf Menschen. Ihre Stiche führen zu juckendem, zum Teil schmerzhaften Ausschlag.
Sind Tiere von der Tropischen Rattenmilbe befallen, sieht man rote Pünktchen. Die Tiere wirken nervös, kratzen sich oft und das Fell wirkt struppig.
Die Tropische Milbenart kann den Erreger des Murinen Typhus und des Q-Fiebers übertragen, in Mitteleuropa gilt sie aber nicht als bedeutender Überträger.
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Frau Landau, wie weit verbreitet sind die Rattenmilben in der Schweiz?
Wir haben seit 2001 Meldungen von Rattenmilben. Die Fälle nehmen seither tendenziell zu. Dennoch sind es nach wie vor wenige. Auch die Tierärzte haben selten mit dieser Milbenart zu tun, wie ich mir habe sagen lassen.
Sind die Milben von Mensch zu Mensch übertragbar?
Nein. Aber wenn jemand in einer betroffenen Wohnung zu Besuch ist und zum Beispiel seine Handtasche neben den Käfig stellt, dann ist eine Verschleppung möglich.
Sind Menschen Wirte für die Milben?
Nein. Die Tiere stechen die Menschen zwar, aber sie vermehren sich nicht.
Was raten Sie Personen, die betroffen sein könnten?
Der erste Ansprechpartner ist der Tierarzt. Man sollte auf jeden Fall genau klären, um was für Parasiten es sich handelt. Das erfahren Stadtzürcher auf unserer Beratungsstelle und alle anderen bei ihrem Tierarzt.
Ihre Beratungsstelle hat dieses Jahr vier Fälle von Tropischen Rattenmilben registriert. Drei Besitzer haben ihre Tiere aus der gleichen Filiale von Qualipet. Kann das Zufall sein?
Nein, das glaube ich nicht. Vermutlich hängen die Fälle zusammen. Es sind verschiedene Tierarten – Hamster und Mäuse – betroffen.
Könnten sich die Rattenmilben in der Zoofachhandlung ausgebreitet haben?
Das ist wahrscheinlich.
Qualipet argumentiert, die Betroffenen hätten die Milben erst Wochen nach dem Kauf entdeckt. Die Tiere könnten die Milben auch sonst wo aufgelesen haben.
Es ist absolut üblich, dass es Wochen dauert, bis man die Milben entdeckt. Sie sind kaum sichtbar und es braucht seine Zeit, bis sie sich vermehrt haben und in die Umgebung abwandern. Ausserdem ist es unwahrscheinlich, dass die Rattenmilben von Wildtieren auf die Haustiere übertragen wurden, da dieser Parasit in der Schweiz nach wie vor selten ist. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 30.06.2009, 13:33 Uhr



