Fall Mörgeli: Kantonsrat überprüft Vorfälle am Medizinhistorischen Institut

Die straf- und personalrechtlichen Verfahren sind im Fall Mörgeli noch hängig. Trotzdem will die Aufsichtskommission Bildung und Gesundheit die Ereignisse nun aufarbeiten.

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Die Aufsichtskommission Bildung und Gesundheit des Kantonsrats hat heute Donnerstag beschlossen, die Vorfälle rund um das Medizinhistorische Institut und Museum im Rahmen ihrer Oberaufsichtstätigkeit zu überprüfen.

Durch die jüngsten Entwicklungen und Ereignisse an der Universität Zürich sieht sich die Kommission dazu veranlasst. Vor einem Jahr hat eine Mehrheit ihrer Mitglieder den Entscheid über ein formelles Tätigwerden im Sinne der Oberaufsicht auf den Zeitpunkt noch verschoben, bis die Ergebnisse aus Straf- und Rechtsmittelverfahren vorliegen.

Eigenes Gremium gebildet

An der heutigen Sitzung hat sich die Aufsichtskommission ein Bild zur Chronologie der Ereignisse rund um das Medizinhistorische Institut und den aktuellen Stand der in diesem Zusammenhang hängigen straf- und personalrechtlichen Verfahren verschafft. Zudem sind verschiedene Anträge aus der Kommission eingegangen und beraten worden.

Kantonsrat Hans Peter Portmann, Präsident der Aufsichtskommission, sagt gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet: «Der Fall hat Dimensionen angenommen, die über einen arbeitsrechtlichen Konflikt hinausgehen. Zum Beispiel stellt sich die Frage, ob Datenschutzverordnungen verletzt wurden. Oder um die Frage, weshalb ein Institut jahrelang gute Qualifikationen hatte und dann plötzlich nicht mehr.» So müsse man abklären, ob Ähnliches auch in anderen Bereichen der Universität vorkomme. «Es ist unsere Aufgabe als Aufsichtsgremium, die Strukturen und Abläufe zu überprüfen, damit Ähnliches nicht wieder passieren kann.»

Obwohl gemäss Auskunft von Bildungsdirektion und Universität Zürich alle in diesem Zusammenhang stehenden straf- und personalrechtlichen Verfahren noch hängig sind, erachtet die Aufsichtskommission es als notwendig, jetzt eine aufsichtsrechtliche Aufarbeitung und formelle Überprüfung einzuleiten. Dabei wird die Aufsichtskommission den laufenden Verfahren selbstverständlich nicht vorgreifen. Die Aufsichtskommission hat eine fünfköpfige Subkommission mit Christoph Ziegler (GLP) als Vorsitz bestimmt. (ema, an)

Erstellt: 14.11.2013, 15:51 Uhr

Rektor ad interim wendet sich an Uni-Angehörige

In einem offenen Brief wendet sich heute Donnerstag Professor Ottfried Jarren, Rektor ad interim, an die Angehörigen der Universität Zürich (UZH). Darin kündigt er an, dass die Universitätsleitung Gespräche «mit ausgewählten Vertreterinnen und Vertretern der Professorinnen und Professoren, der Privatdozierenden, der Vereinigung akademischer Mittelbau VAUZ, des Vereins des Infrastruktur-Personals VIP und des Verbandes der Studierenden VSUZH» führen werde. « Wir wollen uns mit ihnen austauschen, ihnen zuhören, aber ihnen auch unsere Positionen vermitteln.»

Auch die Umstände der Entlassung von Iris Ritzmann spricht Jarren an. Diese würden «durch einen externen Experten» abgeklärt, der Universitätsrat seinerseits kläre die Herausgabe von Telefonie- und Emaildaten auf. Gleiches werde auch durch den kantonalen Datenschutzbeauftragten unteruscht. «Gestützt auf die Ergebnisse dieser Untersuchungen wird die Universitätsleitung die erforderlichen Schritte einleiten.»

Dialog mit sämtlichen Akteuren soll nach Jarrens Wunsch offenbar wieder Ruhe an die UZH bringen: «Gemeinsam wird es uns gelingen, die Türen innerhalb unseres Hauses und nach aussen zu öffnen und in einen respektvollen Dialog zu treten.»

(jcu)

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