UBS-Chaoten vor der Jugendanwaltschaft

Von Thomas Schenk. Aktualisiert am 19.01.2009 37 Kommentare

Zürcher Linksautonome bekennen sich zum Farbanschlag auf die UBS vom Wochenende. Zwei beim Anschlag verhaftete Jugendliche sind der Jugendanwaltschaft übergeben worden.

Symbolobjekt: Linksaktivisten haben die UBS-Fassade eingefärbt. (Bild: Markus Heinzer)

Symbolobjekt: Linksaktivisten haben die UBS-Fassade eingefärbt. (Bild: Markus Heinzer)

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Wenig Aussicht auf Schadensersatz

Stellt die Jugendanwaltschaft einen Strafantrag, so erhält der Geschädigte die Gelegenheit, eine Zivilforderung zu stellen. Damit kann der jugendliche Täter dazu verpflichtet werden, den verursachten Schaden zu tragen. Ob die UBS in diesem Fall einen solchen Schritt unternimmt, ist offen. Laut einem Sprecher entscheidet sich die Grossbank von Fall zu Fall, ob sie eine Zivilforderung stellt. Da die finanziellen Mitteln der Täter vielfach gering sind, ist es unsicher, ob der Schaden überhaupt ersetzt wird. Die Eltern von jugendlichen Tätern können nicht zur Begleichung des Schadens herangezogen werden.

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Der Farbanschlag auf den UBS-Sitz am Paradeplatz geht auf das Konto von Zürcher Linksautonomen. In einem Schreiben, das im Internet publiziert worden ist, bekennen sich «verschiedene revolutionäre Kräfte» dazu, die Fassade eingefärbt zu haben. Die UBS, heisst es, «ist für uns ein Symbol der Krise des Kapitalismus, aus der es nur einen revolutionären Ausweg geben kann.» Kritisiert wird auch das milliardenschwere Rettungspaket des Bundes für die Bank wie auch die ankündigten Massenentlassungen, «um sich profitabel zu sparen».

Die beiden Jugendlichen, die nach dem Anschlag verhaftet worden waren, hat die Stadtpolizei inzwischen an die Jugendanwaltschaft Zürich übergeben, bestätigt Polizeisprecher Marco Cortesi. Die beiden sind laut Cortesi in Zürich wohnhaft. Zurzeit werden die Jugendlichen einvernommen. Ob ein Antrag auf Untersuchungshaft gestellt wird, ist laut einem Sprecher der Jugendanwaltschaft noch offen.

Kampf gegen das WEF

Die Autonomen haben mit ihrem Anschlag auch das Weltwirtschaftsforums (WEF) im Visier, das Ende Januar in Davos stattfindet. Sie stören sich daran, dass die UBS als strategischer Partner des WEF auftrete und über die Zeit nach der Krise diskutiere, wo diese die reale Wirtschaft noch nicht richtig erreicht habe. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 19.01.2009, 16:52 Uhr

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37 Kommentare

Leo Rüegg

19.01.2009, 10:53 Uhr
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Solche Aktionen, zweifellos Rohrkrepierer, und als solches ziemlich dämlich - zeigen dennoch die Hilflosigkeit vieler Mitbürger. Man liest, hört und spürt viele Ungerechtigkeiten. Das "herrschende" System ist jedoch unwillens oder unfähig auch etwaige Schuldige ausfindig zu machen. Die syncronen Bankräuber kommen nicht mehr mit der Uzi, sondern sitzen bereits im Bankhaus. ...Und der Gesetzgeber? Antworten


Manfred Hügli

19.01.2009, 10:42 Uhr
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Die Fassade verdient sowieso einen neuen Verputz, so durfte die "öffentliche Meinung" sich noch rasch kundtun was sie von den Spielen der Oligarchen (UBS, WEF und ihre Handlanger im Bundesrat) wirklich hält. Die Polizei wird so nett sein, den Farb-Attentätern nicht allzu streng hinterher zu sein. Farbwürfe als Stabilisator zwischen unten und oben. Schade, es gäbe ja auch noch schärferes Geschütz Antworten



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