Fehlen in Zürich mehr als 1000 Parkplätze?
Von Benno Gasser. Aktualisiert am 09.09.2009 29 Kommentare
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Der Streit um den Abbau von Parkplätzen in der Zürcher City zwischen Gewerbe und Stadtrat geht in eine neue Runde. Am Dienstag haben vier Gewerbetreibende aufgrund eigener Untersuchungen und Zählungen konkrete Vorwürfe an die Stadt gerichtet. Demnach habe die Verwaltung mit dem Segen des Stadtrates seit 1990 rund 1000 Parkplätze abgebaut.
1996 wurde in Zürich zwischen Linken und Bürgerlichen der nach wie vor gültige «historische Parkplatzkompromiss» geschlossen. Oberirdische Plätze dürfen nur dann aufgehoben werden, wenn unterirdisch Ersatz geschaffen wird. Dabei soll der Parkplatz-Stand von 1990 erhalten bleiben.
«Undurchsichtige» Parkplatzordnung
Die Stadt habe sich aber nicht daran gehalten, werfen die Gewerbetreibenden dem Stadtrat in einer Medienmitteilung vom Dienstag vor. Dies hätten detaillierte Abklärungen ergeben.
Die Kritiker der stadträtlichen Parkraumpolitik hatten bereits 2004 beim Statthalter (Aufsichtsbehörde des Stadtrates) eine Beschwerde eingereicht. Dieser hat sich für nicht zuständig erklärt, jedoch die städtische Parkplatzordnung als «undurchsichtig» bezeichnet.
Mittlerweile liegt die Beschwerde beim Regierungsrat, der laut Verwaltungsgericht für die Klage zuständig ist. Ferner wollen die Gewerbler das Stadtparlament über den angeblichen Missstand detailliert informieren.
Stadt zählt 80 zusätzliche Plätze
Von völlig anderen Zahlen geht die Stadt aus: Statt eines Defizits von 1000 Parkplätzen verfüge die Innenstadt gegenüber 1990 über ein Plus von 80 öffentlichen Plätzen, sagte Stadträtin Ruth Genner, Vorsteherin des Tiefbau- und Entsorgungsdepartementes, auf Anfrage.
Die Stadt lasse die öffentlichen Parkplätzen im Kreis 1 (City) jedes Jahr von einer externen Stelle zählen. Dennoch würden nun die Daten aus Gewerbekreisen genau analysiert, sagte Genner weiter. Erst danach könne die Stadt zu den Vorwürfen eine detaillierte Stellungnahme abgeben. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 09.09.2009, 08:34 Uhr
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29 Kommentare
@ Markus Peter: Genau das mein ich eben auch! Nur hat das Parkplatzabgebot, um das es hier geht absolut nichts mit den grösseren Steuerzahlern zu tun. Die Grossbanken, die Sie ansprechen, würden wohl auch ohne einen einzigen öffentlichen Parkplatz gleichviel Steuern liefern. Aussagen wie "baut doch eine Mauer um EURE Stadt" ist weder hilfreich noch hat es etwas mit dem Parkplatzproblem zu tun. Antworten
Macht's doch wie ich! Meidet die Stadt Zürich wenn immer möglich!
Es gibt so viele nette Orte mit schönen Läden, Restaurants, Sehenswürdigkeiten, etc. Geniesst es und gebt Euer Geld dort aus! Oft sieht man sogar Schilder mit "Herzlich Willkommen, wir freuen uns, dass Sie hier sind!" Man erkennt sie am blauen Grund mit dem weissen "P" drauf.
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@Nico Walther: Interessant, wer Zürich kritisiert muss wohl aus einem Dorf kommen. Irgendwo in den Alpen, abgeschieden von der Welt. Genau diesen Ansatz lieben alle in der Schweiz ja so (nicht) an UNS Zürchern. Ich wohne in der Stadt. Glauben sie allen Ernstes, dass Zürich von den Steuern der vielen Asozialen und Studenten lebt? Geberbe = auch UBS, CS und die anderen grossen! Antworten
Gibt es wirklich noch Leute, die zum shopping oder Ausgehen mit dem Auto in die Stadt fahren. Ist doch viel angenehmer mit dem öv (oder bis zum Parkhaus) in die Stadt zu kommen und dann zu Fuss. Das Einkaufen oder was immer ist doch so viel entspannter und bringt damit den Anbietern letzten Endes mehr. Einer der mit seinem Fahrzeug in der Stadt herumkurvt ergibt da höchstens eine Lachnummer. Antworten
Es hat genug Parkplätze, nur sind die nicht oberirdisch. Fährt man direkt ins Parkhaus erspart man sich einigen Ärger. Die meisten versuchen aber zuerst einen Parkplatz draussen zu finden und sehen die Parkhäuser als eine Art Notlösung. Woher diese Angst vor Parkhäusern kommt ist mir ein Rätsel. Antworten
Man sollte vielleicht das ganze auch mit dem Parkbusseneinnahmen vergleichen. Da man natürlich, wenn weniger Parkplätze vorhanden sind, mehr Umsatz macht. Der bittere Wermutstropfen daran ist, das die Kurzzeitparkplätze wegfallen. Das bedeutet für die Gewerbler weniger Umsatz und das Aussterben. Was auch nicht durch EKZ's auszugleichen ist. Siehe niedrige Löhne, Steuern, etc. Antworten
Viele Zürcher sind schon komische Gestalten. Da wollen sie in einer Stadt leben, aber niemand darf mit dem Auto kommen, sollen denn alle wie in China mit dem Velo rumfahren? Baut doch eine Mauer, damit niemand von ausserhalb euer Zürich betreten darf!!! Aber wundert euch dann nicht, wenn eure Steuern plötzlich so hoch sein werden... kein Gewerbe, keine "Bonzen" = kein Geld! Ist das so schwer? Antworten
Das traurigste: Kaum kommen solche Vorwürfe auf, blockieren die linken Politiker einfach mal mit einem "Nein. Stimmt nicht." Später dann müssen sie zugeben dass sie gar keine Ahnung hatten, sie sich nicht informiert haben usw... Wir Bürger könnten solche Dinge vereiteln, indem wir keine roten und grünen Politiker mehr auf die Wahlzettel schreiben. Aber das ist wohl Zürich... Pseudo sozial. Antworten
Ich lese aufmerksam die Stadtzürcher Reaktionen und stelle fest, dass Zureisende offenbar gar nicht mehr willkommen sind. Das bringt mich zur Idee eines neuen historischen Kompromisses: Die Stadt Zürich lässt niemanden mehr herein und wir anderen lassen keinen mehr heraus. Alle sind zufrieden und glücklich. Antworten
Seit Jahren schon meide ich diese Stadt konsequent und kaufe extra nur noch in den Shopping-Centern rund um Zürich oder an meinem Wohnort ein. Parkhäuser sind ausserdem teuerer als oberirdische Plätze und müssen erst noch länger als bis 21 Uhr bezahlt werden. Ich rufe alle dazu auf, nur noch ausserhalb von Zürich einzukaufen, das funktioniert nämlich wunderbar. Antworten
Man muss vielleicht noch sagen, dass es hier mehr oder weniger ausschliesslich um die Bevölkerung ausserhalb der Stadt Zürich geht. Kenne auf alle Fälle niemanden aus der Stadt, der normalerweise in die City mit dem Auto einkaufen fährt. Weniger Parkplätze in der Stadt heisst auch mehr Raum für uns Einwohner. Was Shopping-technisch für uns eher von Vorteil ist. Antworten
Diese Hobby-Detektive sollten sich mal an der Nase nehmen und was gescheiteres mit ihrer Zeit anfangen! Im Übrigen können von mir aus weitere 1000 Parkplätze verschwinden (auch wenn ich nicht daran glaube, dass diese wirklich verschwunden sind). Was ist das überhaupt für ein Anspruch, dass jeder mit seinem Karren jederzeit Anrecht auf einen Parkplatz hat? Antworten
Das Problem, dass es zu wenig Parkplätze in der Innenstadt hat tritt ja hauptsächlich Samstag nachmittags auf, weil viele aus Bequemlichkeit mit dem Auto in die Stadt kommen (oder fahren tatsächlich nachher alle mit sperrigen Einkäufen nach Hause?). Wegen den Paar Stunden pro Woche, an denen Parkplätze fehlen sollte man kein Theater machen und nicht jeden Flecken zu Parkplätzen umwandeln. Antworten
Der grosse Erfolg des Sihlcity, die hohen Immobilienpreise in der Kernstadt und die Ankündigung der Firma Waser, vom für den Privatverkehr geöffneten Teil des Limmatquais in die Fussgängerzone des Oberdorfs zu ziehen, beweisen es: Parkplätze kommen in Sachen Standortqualität keinesfalls an vorderster Stelle. Bietet wie das Sihlcity einen Hauslieferdienst an, DAS erhöht die Attraktivität. Antworten
Es käme mir nie in den Sinn mit dem Auto nach Zürich zum Einkaufen zu fahren. Ausser ich müsste Polstergruppen oder ähnlich sperrige Dinge transportieren. Die ewigen Parkplatzmäckerer sind doch einfach zu faul um 50 meter zu fuss zu gehen. Ausserdem ist es in vielen Städten mitlerweile üblich von Automobilisten Maut zu kassieren. Vileicht wäre das eine Motivation um auf den ÖV umzusteigen. Antworten
Unabhängig davon, wie dieser Streit ausgehen wird, muss gesagt sein, dass vor allem in der Innenstadt viele Parkplätze infolge Baustellen nicht benutzbar sind. Meint es Frau Genner ehrlich, muss sie diese Tatsache in ihre Parkplatzrechnung einbeziehen. Antworten
Es wäre einfach nur ehrlich und fair, wenn Frau Genner endlich mal klar und direkt sagen würde, was sie wirklich will: Die Autos aus Zürich haben und zwar so viele wie möglich. Man muss nur mal das Dossier vom Münsterplatz studieren und jeder würde zum Schluss kommen, dass der Stadtrat hier alle förmlich über den Tisch zieht (zB neue P über 600m weg versus den in der Abstimmung festgelegten 400m) Antworten
Früher gingen wir häufig nach Zürich, waren als ehemalige Zürcher Zürich-orientiert. Nun meiden wir seit Jahren Zürich denn es ist unzugänglich geworden. MIr tun die dortigen Gewerbetreibenden leid und ich wundere mich wie lange Zürich von den auswärtigen Lastwagen noch beliefert wird bei diesen Verhältnissen. Zürich baut, alles nur keine Strassen und Parkplätze. Antworten
Die Stadt Zürich will keine Autos und demnach keine Kunden für die Geschäfte. Die jenigen Kunden, die an der Bahnhofstrasse einkaufen kommen nicht mit dem öffentlichen Verkehr und steigen auch nicht um. Es gibt gute Möglichkeiten ausserhalb der Stadt, Zug und Luzern, wo man bestens einkaufen kann und man mit dem Auto erwünscht ist. Antworten
Das ist alles viel zu wissenschaftlich. Tatsache ist: Zürich hat zu wenig öffentliche Parkplätze in der Innenstadt, das kennt der Automobilist. Die Folge sind suchende und unberechenbare Schleichfahrer und unnötige Emissionen. Die überteuerten Parkhäuser sahnen dabei kräftig ab. Antworten
Man kann es drehen und wenden, wie man will: Autos und deren Parkflächen hat es mehr als genug und stehlen uns Städtern Lebensraum in jeder Hinsicht. Für die Wenigsten ist das Auto unentbehrlich. Kommt dazu, dass die Geschäfte um den Münsterhof nicht wirklich schwer transportierbares Sperrgut im Angebot haben. Antworten






Markus Peter
Sie habens immer noch nicht verstanden, Herr Walther. Es geht darum, dass Leute nach Zürich kommen um hier zu arbeiten. Für das Gewerbe, für die grossen Steuerzahler. Und diese Leute brauchen Parkplätze, der ÖV ist eh schon am Anschlag, also kommen sie mit dem Auto. Und es gibt in Zürich Elemente, die das alles verhindern wollen, das wissen sie genau so gut wie ich! Wir sind aber nicht in China. Antworten