«Fette Party» vor dem Rathaus schlecht besucht

Ernüchterung bei den Aktivisten gegen teure Mieten in der Stadt: Zur Kundgebung vor dem Zürcher Rathaus erschien kaum Publikum. Immerhin nahmen Gemeinderäte die Flugblätter entgegen.

Fette Mieten Party in Zürich (Video: Newsnetz/Tagesanzeiger.ch)

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Mit lauter Musik und Flugblättern protestierten am Mittwoch ein Dutzend verkleidete Aktivisten mit einer «Fette Mieten Party» gegen hohe Mietzinse. Kurz vor der Sitzung des Zürcher Gemeinderats hatten sie Teppiche, ein Kleiderständer und Champagner mitgebracht, um auf ein heisses Traktandum der Parlamentssitzung aufmerksam zu machen: Die Mietpreise.

Die Stadt Zürich muss im Rahmen der Rechnung 2007 die gut 500 Fiskalliegenschaften mit 2600 Wohnungen und Gewerberäumen neu bewerten. Die Aufwertung könnte bei Neuvermietungen zu teilweise happigen Mieterhöhungen führen. Bereits am 18. Juni wurde die Volksinitiative «Für bezahlbare Wohnungen und Gewerberäume in der Stadt Zürich» eingereicht. Sie verlangt, dass die Mieten für alle städtischen Wohnungen wie bisher nach dem bewährten System der Kostenmiete berechnet werden. Die Initiative des Mieterverbands und der Linksparteien ist noch immer hängig.

Volksentscheid gefordert

Walter Angst (AL), Corine Mauch (SP) und drei Mitunterzeichnende fordern nun in einem Postulat vom Zürcher Stadtrat, dass die städtische Liegenschaftenverwaltung darauf verzichten solle, bei Neuvermietungen die höheren Buchwerte geltend zu machen, bis das Stimmvolk über die Initiative abgestimmt hat. «Wir hoffen, dass der Zürcher Stadtrat in dieser Angelegenheit vorwärts macht und grünes Licht gibt, damit die Initiative bald vors Volk kommt», sagt Walter Angst.

Mit Party die Politiker unterstützen

Unterstützung bekamen die Postulanden vor dem Zürcher Rathaus. Während der halbstündigen «Fette Mieten Party» (siehe Infobox) prosteten sich die Aktivisten mit Sekt aus Plastik-Cüppligläser zu und verteilten Flugblätter an die Zürcher Gemeinderäte. Während Stadtrat Martin Waser auf Anfrage sagte, er habe keine Ahnung, um was es hier gehe und hastig ins Rathaus schritt, begrüsste Alecs Recher von der Alternativen Liste eine Demonstrantin persönlich.

«Offenbar sind die bisherigen Partys in den Wohnungen beliebter», sagte einer der Aktivisten. Während dem Aufruf, in teuren Mietwohnung zu demonstrieren Dutzende folgten, fand die Demonstration vor dem Rathaus kaum Unterstützung. «Die Politiker haben uns jedoch zur Kenntnis genommen», sagte einer der Organisatoren gegenüber Tagesanzeiger.ch.

Polizeieinsatz kurz vor dem Ende

«Mit unserer Aktion wollen wir den Gemeinderat dazu auffordern, ein Zeichen zu setzen: Die Mieten in den städtischen Wohnungen sollen so günstig wie möglich sein.» Die Demonstration dauerte nur ein halbe Stunde lang – bis um 17 Uhr, dem Beginn der Gemeinderatssitzung. Kurz vor dem Ende fuhr die Polizei mit einem sechs Mann starken Kommando vor. Nach einer kurzen Diskussion mit den Beamten war die Aktion pünktlich zu Ende. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 17.09.2008, 18:01 Uhr

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