Zürich
«Finanziell wäre das kein Problem»
Interview Tina Fassbind. Aktualisiert am 16.01.2012 38 Kommentare
«Veloschnellrouten erleben in Europa momentan einen regelrechten Hype»: Urs Walter. (Bild: ZVG)
Urs Walter
Urs Walter ist Velobeauftragter beim Tiefbau- und Entsorgungsdepartement der Stadt Zürich.
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- Der alltägliche Kleinkrieg auf der Strasse
- Velo-Schnellstrasse durch Zürich-West
- Ein Autobahntunnel für die Velofahrer
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Herr Walter, was halten Sie als Veloverantwortlicher der Stadt Zürich von einer Veloschnellstrasse vom Zürcher Hauptbahnhof bis nach Zürich-West?
Es ist eine spannende Idee und auch die vorgeschlagene Verkehrsachse ist als Option für einen qualitativ hochstehenden Veloweg denkbar.
Ist diese Forderung auch realistisch?
Das ist durchaus möglich. Ob man allerdings bei der Langstrasse am Vortrittsrecht für die Velofahrer festhalten könnte, bezweifle ich. Ein Ausbau des Velowegs auf dieser Strecke wäre jedenfalls kein finanzielles Problem. Damit er für die Fahrradfahrer aber wirklich komfortabel wäre, müssten die Parkplätze weg.
Die könnten verschoben werden...
Das ist in Zürich grundsätzlich nicht so einfach. Im Kreis 5 ist es sogar noch schwieriger, weil dort der Raum besonders knapp ist. Unmöglich wäre ein Versetzen der Parkplätze allerdings nicht.
Gibt es bereits konkrete Pläne für eine solche Velo-Hauptachse in Zürich?
Die Idee solcher Velorouten prüfen wir derzeit in unserem Masterplan Velo. Wir wollen damit Möglichkeiten erarbeiten, wie wir möglichst viele Personengruppen fürs Fahrradfahren in der Stadt gewinnen können. Die Frage dabei ist, was können wir bieten, damit Velorouten in der Stadt beispielsweise auch für Kinder angenehm und attraktiv sind.
Mehr Routen mit Vortrittsrecht für die Velofahrer würden da sicher helfen?
In diesem Bereich stösst man in Zürich schnell an Grenzen. Aber wenn es möglich ist, dass man dem Veloverkehr den Vortritt erteilen kann, dann tun wir das natürlich. Die Idee von gut ausgebauten, qualitativ hochstehenden Velohauptachsen stösst bei uns jedenfalls auf fruchtbaren Boden. Veloschnellrouten erleben in Europa momentan einen regelrechten Hype. Allerdings geht es dabei meist um Routen, die von der Region in die Stadt führen.
Solche Veloschnellstrassen in die Region werden auch von Pro Velo Zürich gefordert. Gibt es hierzu Pläne?
Das ist ein Thema, das wir bereits mit den Zuständigen beim Kanton besprochen haben. Wir werden auch hier nach regionalen Lösungen suchen.
Und wann werden diese Vorschläge und der Masterplan Velo vorliegen?
Der Masterplan soll diesen Sommer fertiggestellt werden.
Gibt’s dann auch Velolifte in Zürich?
Ich denke nicht. Wir haben verschiedene Möglichkeiten geprüft und der Einbau eines Velolifts wäre an einigen Standorten der Stadt grundsätzlich möglich. Es gibt aber andere Aspekte im Bereich Veloverkehr, die zuerst angegangen werden müssen.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 16.01.2012, 16:28 Uhr
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38 Kommentare
"Kurze Arbeitswege" wie in den 50er-Jahren heisst es. Als der Vater mit dem Velo zur Arbeit ging, die Mutter zuhause wirkte. Heute liegen die Arbeitsorte eines Paares weit auseinander. Kurze Arbeitswege - ein frommer Wunsch. Die Stadt sollte die Schulwege in den Quartieren sicher und komfortabel machen für unsere übergewichtigen Jugendliche. Dummerweise sind Schüler keine Grün-Wähler. Antworten
Veloschnellstrasse, was für ein unglücklich gewählter Begriff.
Die lieben Velo-lobbyisten sollten vielleicht mal einen Kurs in gutem kommunizieren besuchen.
Was der Begriff bedeutet ist ja im Artikel erklärt. Sowas ist heutzutage auch in Amerikas Velostädten längst Standard. Solche Wege kann man da auch problemlos auf Quartierstrassen realisieren.
Mehr gerast wird da sicher nicht.
Antworten
Zuerst müssen die FahrradfahrerInnen erwiesenermassen beweisen, dass sie auch die Gesetze einhalten können, und nicht wie es vielerorts anzutreffen ist auf den Gehwegen sich dummeln. Bei so einer egomanischen Einstellung sind solche Projekte überflüssig, und der Bevölkerung nicht zumutbar, da auch keinerlei Kontrollen der FahrradbenutzerInnen nicht möglich sei, wie dies die Polizei bekundete! Antworten
Mit diese Bedingung wäre keine einzige Autostrasse gebaut worden.... Der übergrosseTeil von schwere und tödliche Verletzungen im Verkehr geht auf dem Konto der Autofahrern.
Veloschnellstrasse! - Wer bezahlts?Natürlich wieder die Autofahrer.Derweil dürfen jetzt selbst Kleinstkinder mit Velos auf die Strasse,natürlich ohne Helm, wär ja störend.Und alle Velofahrer verkehren ohne jede Prüfung,Versicherung+Ausbildung im Verkehr.Dass täglich so Velofahrer auf der Strasse den Tod finden ist nicht verwunderlich.Verwunderlich sind aber die dafür verantwortlichen Politiker.. Antworten
Aber nicht zu gleichen Teilen Herr Müller, was isch eigentlich nicht als Probleme ansehe. Das Problem ist die Einstellung eines grossen Teiles der Fahrradfahrer, die von allen Rücksichtnahme verlangen, sich selbst aber über alles und jeden hinwegsetzen. Ihr seid nicht unbedingt bessere Menschen, nur weil ihr kein Auto benutzt.
so so, die armen autofahrer. und ich als velofahrer zahle wohl keine steuern?
grundsätzlich ist es so, dass strassenbau von allen steuerzahlern bezahlt wird!
Warum verbannt man nicht das Auto aus der Sadt. Alle Parkplatze auch die in Parkhäusern aufheben und auf Veloparkplätze umstellen. Macht noch eine Mauer um die Stadt, damit nicht durch Zufall einTaxi noch den Weg hineinfindet. Kranke werden mit Veloanhänger ins nächste Spital transportiert. Nun gibt es dann noch Steuerzahler welche in der Stadt wohnen wollen?Für Strom keine AKW, es gibt ja Dynamo Antworten
Die Velofahrer sollen bitte auf die hochsubventiornierten öffentlichen Verkehrsmittel umsteigen wenn es für sie zu anstrengend ist ab und zu anzuhalten und wieder anzufahren. Zürich ist eine Stadt und kein Naherholungsbetrieb mit Sicht auf Blümchen und Bäumchen. Antworten
Wenn ich mal davon ausgehe, dass diese 'Velo-Autobahn' in nächster Zeit tatsächlich umgesetzt wird, dann 'Gute Nacht' für Fussgänger. Denn neben einigen unvernünftigen Autofahrern gibt es Unmengen von rücksichtslosen Velofahrern. Und CH-Velofahrer mit NL-Velofahrern zu vergleichen ist ein 'no go', da NL auch auf dem Velo mehr Kultur hat! Antworten
Die Idee tönt attraktiv. Doch ich würde eine konsistente Umsetzung herkömmlicher Velostrecken priorisieren. Noch immer hat es in der Stadt Zürich sehr viele Orte wo die Velowege einfach aufhören und offensichtlich von den Strassenplanern im Nachhinein dort noch reingeklebt wurden wo noch Platz übrig war. Das heisst genau an den kritischen Stellen fehlen Velospuren und legale/passende Verbindungen. Antworten
@Urs Walter: Ich finde es super, hat die Zürich nun endlich einen Veloverantwortlichen und ich hoffe, Sie können Ihren Job so schnell als möglich antreten! In Sachen Velofreundlichkeit gibt es in Zürich noch viel zu tun, wie Sie sicher feststellen werden, sobald sie einmal mit dem Velo durch die Stadt fahren. Jedenfalls: Toi toi toi und super, dass die Stadt endlich eine solche Stelle geschaffen! Antworten
Lieber nimmt die Stadt Velofahrer und Fussgänger als Geisel und schickt sie an unübersichtlichen Stellen auf die Strasse, damit der Autoverkehr ausgebremst wird. Warum ist diese Stadt so zynisch? Noch ein Vorschlag: eine Fahrradstrecke am Sihl und Limmatufer entlang. Dann kann man sogar unterm HB durchfahren und abstellen und kreuzt von Sihlcity bis Kreis 5 keine Strasse. Highway to Veloparadise!! Antworten
Als niederländischer Radfahrer tue ich mich schwer mit den sogenannten Velowegen in Zürich. Sie hören plötzlich auf, oder man befindet sich auf dem Trottoir zwischen den Fussgängern. Ampeln schalten immer auf Rot wenn man gerade ankommt, was für Velos und Autos gleich mühselig ist. Vorschlag: grüne Welle in der Stadt mit 20 km/h, damit haben alle die gleiche Durchschnittsgeschwindigkeit. Antworten
Reine Alibiübung und Geldverschwendung!! Es gibt in der Stadt keine Strecke, die man gleich problemlos schnell zurücklegen kann. Nur die Langstrasse muss gequert werden (Fussgängerstreifen, absteigen => +10 Sekunden), alles andere ist schon ein Highway. Die sollten sich besser um die grossen Achsen und Plätze kümmern, die mit Velo nur gefährlich, mit Umwegen und ewigem Stop-and-Go passierbar sind. Antworten
Absolut nicht zu gebrauchen ist diese Streckenführung. Mitten durchs Quartier und all paar Meter eine Querstrasse und dann noch die Langstrasse queren. Na dann gute Nacht, so ist das Chaos vorprogrammiert und die Velofahrer und ihre Rücksichtslosigkeit werden ein noch grösseres Ärgernis. Das Trottoir des Sihlquai entlang der Sihl / Limmat hat mehr als genug Platz und wird kaum benutzt. Antworten
Kann man nicht einfach irgendwo eine Spur schleissen und diese in Parkplätze umwandeln? Schliesslich darf man ja die Parkplätze nur nicht abbauen, niemand hat was von extrem schlecht zu erreichen gesagt! :) Ohnehin könnte die Stadt eine alle Parkplätze in ein Parkhaus packen und dann hats dort halt immer Stau, aber dann begreifen die Leute vielleicht, dass hier niemand Autofahrer will... Antworten
Arbeiten Sie bei der Stadt als Verkehrsplaner?
Wie wäre es mit einer Stadtmauer? Wie schon vor X-hundert Jahren, damit sich ja kein Auto ins Zentrum verirrt?
Wow die Stadt Zürich hat ja einen Veloverantwortlichen.... wer hätte das gedacht. Zürich ist dafür, dass es vom Gelände her sehr gut velogeeignet wäre, extrem velounfreundlich, oft sogar richtig gefährlich. Da soll der Herr wirklich mal ein bisschen Gas geben, bitte! Antworten
Aeschbacher: Sie haben Recht. Auch die Aplen sind im Schnitt flach. Ich hab's ausprobiert. Von der Schweiz aus nach Sueden geht's sogar leicht runter.
Kueng: Mit Ihrer bestechenden Logik ist das Alpenbrevet im Schnitt auch flach: Beginnt auf ca. 600 m.ü.M. und endet auf gleicher Höhe - die gut 7'000 Höhenmeter dazwischen sind statistisch vernachlässigbar.
Herr Müller, dann fahren Sie wahrscheinlich einfach zu wenig Velo? Im Schnitt ist es immer flach.
vom Gelände geeignet?? Kommen sie auch mal aus dem Kreis 4/5 raus?
Links der Limmat ist Zürich ja schon flach, rechts gehts permanent hoch und runter.
Als Gelegenheitsvelofahrer bin ich da immer verschwitzt wenn ich ankomme
Ich habe einige Monate in Kopenhagen gelebt, und bin dort natürlich wie alle anderen nur mit dem Fahrrad unterwegs gewesen. Dort bestehen bereits innerstädische Velo-Highways. Diese sind aber erstens strikt getrennt von Autos oder Fussgängern und haben keinen Vortritt an den Hauptverkehrsachsen, teilweise bestehen Rotlichter, teilweise Brücken. Das grösste Problem in Zürich es fehlt der Platz,... Antworten
In CPH bleibt einem ja nichts anderes übrig als das Velo zu nutzen. Der öV ist eine unübersichtliche,kundenunfreundliche Katastrophe, Parkplätze sind überteuert. Der öV hat kein Vortritt gegenüber allen anderen Verkehrsträgern. CPH ist topfeben und die Stadt bietet durchgängige Hauptrouten an und nicht in jedem Strässchen Velo inkl. Baumreihen, Fusswege etc., dass am Schluss niemand Platz hat.
Mann kann Kopenhangen mit Zürich und ihre rücksichtslosen Velofahrern nicht vergleichen. Die Leute dort wie auch in Amsterdam haben eine grössere Velokultur als hier in Zürich wo die Velofahrer sich wie Rowdies verhalten.
@Zürher: Gessnerallee. Drei Spuren plus Parkhaus fuer Autos. Pflastersteine fuer Velos zusammen mit den Fussgaengern.
nun ja, kopenhagen ist platt wie'n pizzateig, zudem ist die stadt insgesamt grosszügiger angelegt, als es zh je sein kann (zwischen den hügeln) und die leute ein zacken gelassener. der velobeauftragte reagiert jeweils erst auf druck der ig velo und auch dann zu spät (zb schotterpiste gessnerallee, organisierte unübersichtlichkeit escher-wyss, etc)
Ich bin heute gerade an eine dreispurigen Einbahnstrasse mitten in der Stadt vorbeigefahren. Die Velowege befinden sich nur auf einer Strassenseite auf dem Trottoir. Ich denke es gibt noch ganz viel Platz in der Stadt, den man besser verteilen koennte.
In Zuerich ist das Problem die Unverschaemtheit wie schon heute Velofahrer sich vor Allem gegen Fussgaenger benehmen (und die sogenante Polizei) schaut einfach zu.
Ich glaube, der Unterschied ist weniger der Platz, als die Einsicht, dass das Velo ein optimales Nahverkehrstransportmittel ist, gerade in der Stadt und schon seit Jahren konsequent gefördert wird! Das Konzept der höhenversetzten Fahrbahnen für Auto, Velo und Fussgänger finde ich super! So bleibt jeder in seiner Spur.
Noch besser wäre das Sihlquai und darauf folgend die Hardturmstrasse. Bei der kürzlich fertiggestellten Pfingstweidstrasse hat man leider eine gute Lösung verpasst. Wir von Pro Velo hätten eine gehabt, aber leider hat uns damals niemand zugehört.
Und dann braucht es natürlich nicht nur Velohighways nach Züriwest, sondern in alle Richtungen und bis ans Ende der Agglo. Jawoll!
@meier: Die Neugasse wäre vollig ungeeignet: 1. Könnte die Veloschnellstrasse nur bis zum Eisenbahnviadukt und nicht bis zur Hardstrasse geführt werden. 2. Dient die Neugasse ab Kreuzung Röntgenstrasse auch als Zufahrt zum SBB-Depot. Da müssen die SBB-Angestellten mit dem Auto und ab und zu auch grosse Laster durch.
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717 Parkplätze wurden in der Stadt oberirdisch abgebaut. Ist die städtische Politik hierzu richtig?

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