Fledermäuse verschaffen sich Gehör

In der Stadt Zürich ist am Dienstagabend der erste Fledermaus-Hörposten eröffnet worden. Spezielle Lautsprecher machen die für das menschliche Ohr nicht wahrnehmbaren Ultraschallrufe der Tiere hörbar.

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Der Limmat-Raum um die Werdinsel habe sich als wichtigster Stadtzürcher Jadgflugraum für Fledermäuse entwickelt, heisst es in einer Mitteilung der Wasserversorgung Stadt Zürich. Grund dafür seien die naturnahen Wasserflächen, Uferanlagen und Waldstreifen.

Info-Tafeln am Fischerweg

An der Fassade des Pumpwerks Fischerweg sind vier Tafeln befestigt, die allgemeine Informationen über die wichtigsten Fledermausarten liefern. Gemäss der Stiftung Fledermausschutz gibt es DIE Fledermaus nämlich nicht. In der Schweiz sind 30 Arten bekannt, welche die Lebensräume für die Jagd nach Insekten unterschiedlich nutzen.

«Königinnen der Nacht» lieben Zürich

In der Stadt Zürich sind 15 Arten bekannt. Von zwei Arten kenne man die Verstecke, wo Junge aufgezogen würden, heisst es in der Mitteilung. Zwei weitere Arten treffe man jeweils im Herbst an, wenn die aus dem Norden kommenden Tiere als Winterschlafgäste ankämen. Von den restlichen 11 Zürcher Arten wisse man indes sehr wenig über ihr Stadtleben.

Im Bereich Hardhof/Werdinsel sind der «Grosse Abendsegler», die «Zwergfledermaus» und die «Wasserfledermaus» unterwegs. Diese bilden im Kehlkopf Töne im Frequenzbereich zwischen 19 und 45 Kilohertz (kHz). Normalerweise kann das menschliche Ohr je nach Alter nur Töne bis 20 kHz wahrnehmen.

Orientierung dank Ultraschall

Dank dieser Ultraschalltöne können sich die Fledermäuse in dunkler Nacht orientieren. Sie hören das zurückgeworfene Echo ihrer Peilrufe, die von einem Hindernis oder einem Insekt zurückgeworfen werden. Dabei können die Tiere Grösse, Oberflächenbeschaffenheit und die Entfernung des Objekts heraushören.

Beim Hörposten würden diese Peilrufe mit einem Überschallmikrofon aufgenommen und elektronisch in den menschlichen Hörbereich umgewandelt, heisst es weiter. Auf Knopfdruck werden die Töne dann über Lautsprecher in Echtzeit abgespielt.

Der Hörposten wurde von der Wasserversorgung Zürich und der Stiftung Fledermausschutz realisiert. Am Samstag, 30. August, wird der Posten der Bevölkerung übergeben. (mro/sda)

Erstellt: 19.08.2008, 20:52 Uhr

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