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«Frauen wollen starke Männer und keine Weichspüler»

Interview: Tina Fassbind. Aktualisiert am 18.01.2011 143 Kommentare

Ein Viertel der Zürcherinnen und Zürcher sind Single. Wo soll man hin, wenn man nicht mehr alleine sein will und wie geht man am besten vor? Profisingle und Tagblatt-Kolumnistin Katja Bienek weiss Rat.

«An den Ü-30 Partys ist vielfach die verzweifelte Ü-50-weisse-Socken-Fraktion anzutreffen»: Single-Kolumnistin Katja Bienek.

«An den Ü-30 Partys ist vielfach die verzweifelte Ü-50-weisse-Socken-Fraktion anzutreffen»: Single-Kolumnistin Katja Bienek.

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Singles in Zahlen

Die Zahl der Singles in der Schweiz steigt kontinuierlich, das belegt eine repräsentative Befragung der Online-Partneragentur Parship.ch. 23,2 Prozent der Bevölkerung ist alleinstehend. Am höchsten ist die Single-Dichte mit 26,5 Prozent in der Region Bern. Dann folgt Zürich mit 24,9 Prozent. Über die Hälfte der Singles ist bereits seit mehr als drei Jahren Single. Bei den Single-Frauen ist das sogar bei 60,1 Prozent der Fall. Allerdings hat ein Drittel dieser Frauen keinen Wunsch nach einer neuen Partnerschaft. Frauen bemängeln, dass es an passenden Gelegenheiten fehlt, einen neuen Partner zu finden. 45,3 Prozent der Männer geben ihre Schüchternheit als Grund für die schwierige Partnersuche an.

Eine aktuelle Studie belegt: 25 Prozent der Zürcherinnen und Zürcher sind single. Überrascht Sie das?
Nein, Zürich ist die Single-Hochburg. Es hat mich aber erstaunt, dass die Single-Rate in Bern mit 26 Prozent sogar noch höher liegt.

Wenn es in Zürich so viele Singles gibt, warum klappt es dann nicht mit dem Kennenlernen?
Das frage ich mich auch! Ich habe dann mal meine eigene Situation betrachtet. Mein Terminkalender ist randvoll. Es fehlt einfach an der Gemächlichkeit. Wir haben keine Zeit, um ein wenig gesellig zu sein, um uns umzusehen. Ständig ist man mit etwas beschäftigt. Wie will man so Kontakte knüpfen?

Haben Sie eine Idee, wo man trotz aller Hektik anbändeln kann?
Die meisten Kontakte werden am Arbeitsplatz geknüpft. Am besten sind aber private Anlässe wie Feste unter Freunden oder Hauspartys. Man hat eine Referenz: den gemeinsamen Bekannten. Da kann man anknüpfen, damit ist die Kontaktaufnahme einfacher und die erste Hemmschwelle weg.

Und was, wenn man keine Freunde hat?
In Zürich gibt es tatsächlich viele Leute, die kein soziales Netz haben. Jene, die gerade hierher gezogen sind zum Beispiel. Für sie ist es wahnsinnig schwierig, mit anderen in Kontakt zu treten. Sie müssen sich einem bereits bestehenden Kreis von Leuten anschliessen. Es gibt Gruppen, die online Kontakte knüpfen und sich dann ab und zu treffen.

Haben Sie das auch schon ausprobiert?
Ja, weil ich auch mal neue Männer kennenlernen wollte. Aber in dieser Gruppe habe ich nur verzweifelte Menschen angetroffen. Daher habe ich das wieder aufgegeben.

Also ist die Online-Suche nicht empfehlenswert?
Nicht unbedingt. Online neue Leute oder Partner zu finden ist im Trend. Für mich funktioniert die virtuelle Suche aber nicht. Der Erste Eindruck ist einfach zu wichtig. Die Chemie spürt man eben nur, wenn man jemandem gegenüber steht.

Ein Drittel der Befragten Singles beklagen sich über den Mangel an passenden Orten, an denen man sich kennenlernen kann. Wo soll man als Single in Zürich in den Ausgang?
(Lacht) Keine Ahnung! Es gibt kein Rezept. Jedenfalls nicht für Singles zwischen 35 und 45 Jahren. Für sie gibt es nichts in Zürich. Und an den Ü-30 Partys ist vielfach die verzweifelte Ü-50-weisse-Socken-Fraktion anzutreffen. Aber ich steh nicht so auf Fallobst.

Sie treffen Männer, die mit 50 Jahren noch immer keine Frau gefunden haben?
Nein, es sind vor allem frisch geschiedene oder getrennte Männer. Sie kommen mit dem Alleinsein nicht klar und suchen so rasch wie möglich eine Übergangslösung, bis sie sich im Singleleben wieder zurechtgefunden haben. Diese Männer nehmen sich sofort eine Frau. Frauen warten nach einer Trennung länger, bis sie wieder reif sind für einen neuen Mann.

Männer schätzen sich viel schüchterner ein als Frauen. Wie erleben Sie die Anmachversuche im Ausgang?
Für die Männer ist das tatsächlich eine Krux. Frauen wollen starke Männer und keine Weichspüler. Aber wenn sie dann angemacht werden, geben sie den Jungs eine Abfuhr. Die Frauen reagieren in der Schweiz immer zuerst mit Ablehnung. Vor allem in Zürich. Das ist frappant! Dabei sollte man den Männern einfach mal eine Chance geben und nicht gleich abblocken.

Wie sollen es die Männer am besten anstellen?
Es gibt kein Rezept dafür. Man sollte es einfach immer wagen, auch wenn man vor Angst fast in die Hosen macht. Von nichts kommt nichts. Aber man sollte dabei nicht besoffen sein. Das ist einfach nicht gut. Man ist dann zwar lockerer, aber auch nicht mehr sich selbst.

Frauen sind laut Studie deutlich länger Single als Männer. Mit zunehmendem Alter nimmt die Zahl der Single-Frauen sogar zu. Ist es für Frauen über 35 tatsächlich schwieriger, einen Mann zu finden?
Das ist ein blödes Vorurteil! Frauen über 35 sind kein Dörrobst, das ist Schnee von gestern. Schauen sie sich die Frauen in diesem Alter an: Sie sind topfit und sexy. Ich bin selber 38 Jahre alt. Sie würden staunen, wie viele junge Männer mit mir anbandeln wollen.

Sind Sie denn auf der Suche nach einem Partner?
Ich bin eigentlich glücklich, so wie es ist und glaube an das Schicksal: Man läuft sich irgendwann über den Weg. Natürlich möchte ich schon gerne mal einen Partner haben, aber ich bin nicht verzweifelt auf der Suche. Das wäre falsch.

Warum ist Suchen falsch?
Weil Männer davonrennen, wenn sie die Verzweiflung bemerken. Auch zu viel Selbstsicherheit schreckt die Jungs ab. Wenn man alleine nicht glücklich sein kann, wirds schwierig. Dann macht man das Glück vom Partner abhängig. Sobald man mit dem Alleinsein klarkommt, ist man auch ready für eine Beziehung. Wer Zufriedenheit ausstrahlt, kommt am ehesten ans Ziel. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 18.01.2011, 12:25 Uhr

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143 Kommentare

Daniel Meyer

21.01.2011, 13:33 Uhr
Melden 6 Empfehlung

Ich empfehle den Männern sich eine Sedcard zuzulegen mit Angaben über finanzielle Verhältnisse, Automarke, Immobilienbesitz, Beruf, gesellschaftlicher Status, voraussichtliches Erbe etcetera. und diese gleich am Anfang des Flirtes der Dame zu überreichen. Evtl. müssten die Informationen auf der Sedcard vorerst noch aufgepimpt werden. Antworten


Isa Schmid

21.01.2011, 12:02 Uhr
Melden 5 Empfehlung

liebe frau bienek, wenn junge männer "anbandeln" wollen, ist das vielleicht schmeichelhaft aber die wollen keine beziehung sondern nur mal sex mit einer älteren frau.... wenn sie das noch nicht gemerkt haben tut es mir leid... es ist zwar amüsant aber einbilden sollte man sich darauf nichts ;) Antworten



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