Freispruch für Alfredo Lardelli

Das Zürcher Obergericht hat den umstrittenen Rechtsberater Alfredo Borgatte dos Santos alias Alfredo Lardelli vom Vorwurf der Morddrohung gegen einen Bordellbetreiber freigesprochen.

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Mit dem heutigen Urteil hat das Zürcher Obergericht ein erstinstanzliches Urteil des Bezirksgerichts Zürich umfassend bestätigt. Bereits dieses hatte vor einem Jahr den heute 52-jährigen Rechtskonsulenten Alfredo Borgatte dos Santos (alias Alfredo Lardelli) vom Vorwurf der versuchten Nötigung umfassend freigesprochen.

Laut Anklage hatte der Angeschuldigte am 11. November 2005 während eines Telefonates einen angehenden Bordellbetreiber mit folgenden Worten bedroht: «Ich kann sie so töten, dass es niemals jemand herausfindet, wer es war.»

Worauf der heute 37-jährige Geschädigte gegen Lardelli Strafanzeige einreichte. Beim Anzeigeerstatter handelte es sich um einen Sozialhilfeempfänger, der mit der Hilfe des Angeklagten in Hegnau ein Erotikstudio einrichten wollte. Als das Projekt zu scheitern drohte, verlangte der iranische Staatsangehörige von Lardelli über 30'000 Franken zurück. Wonach es zum eingeklagten Telefongespräch kam.

Aussage gegen Aussage: Freispruch

Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich für Lardelli eine unbedingte Gefängnisstrafe von 90 Tagen verlangt. Der Rechtsvertreter des Geschädigten gar sechs Monate unbedingt sowie eine Genugtuung von 5000 Franken. Nach dem ersten Freispruch am Bezirksgericht legte nur noch das mutmassliche Opfer Berufung ein und erneuerte seine Anträge vor Obergericht.

Lardelli wies die Vorwürfe kategorisch zurück und liess seinen Rechtsanwalt erneut auf einen vollen Freispruch plädieren. Mit Erfolg, da auch für die Oberrichter im Hinblick auf einen Schuldspruch schlicht zu wenige Beweise vorlagen. Es stehe Aussage gegen Aussage, sagte der Referent und wies darauf hin, dass es sich bloss um eine kurze Aeusserung gehandelt habe. Dem erneut unterlegenen Geschädigten wurden nicht nur die Berufungskosten von 3000 Frankenauferlegt. Er soll der Gegenseite eine zusätzliche Prozessentschädigung von weiteren 3000 Franken berappen. (gez)

Erstellt: 14.10.2008, 17:25 Uhr

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