Zürich

Fry siegt und will seinen Kiosk zurück

Interview: Christoph Landolt. Aktualisiert am 28.06.2010 56 Kommentare

Der Kantonsrat hat den neuen Gestaltungsplan für den Uetliberg angenommen. Gewinner des Tages ist Uto-Kulm-Hotelier Giusep Fry: «Wir haben nun eine faire Lösung.»

Hat gewonnen: Giusep Fry.

Hat gewonnen: Giusep Fry.
Bild: Christoph Landolt

Herr Fry, Sie haben gewonnen. Der Kantonsrat hat dem neuen Gestaltungsplan für den Uetliberg deutlich zugestimmt. Sind Sie zufrieden?
Erleichtert bin ich. In den letzten Jahren bin ich immer wieder gefragt worden, wie lange ich hier oben noch beizen kann. Es fällt mir ein Stein vom Herzen, dass diese Frage nun nicht mehr im Vordergrund steht. Ich bin froh, dass wir jetzt einen Schritt in die richtige Richtung gemacht haben.

Sie mussten sich auf der Besuchertribüne viel Schelte anhören von den Kantonsräten. Haben Sie Verständnis für die Kritik?
Ich habe natürlich damit gerechnet, dass ich mir Einiges anhören muss. Vielleicht hab ich den Bogen manchmal schon ein wenig überspannt. Aber wichtig war schon, wie viel ich der Öffentlichkeit zur Verfügung stelle. Dass die Zürcher und alle Menschen die ganze Anlagen benützen dürfen und auch in Zukunft benützen können.

Die Ratsmehrheit legt Wert darauf, dass die Anlage auf dem Uetliberg gratis und öffentlich zugänglich bleibt. Werden Sie das auch tun?
Vertrauen verpflichtet.

Die Abstimmung im Rat ist für Sie nur ein Etappensieg. Ganz legal sind die Bauten, die Sie auf den Uetliberg gestellt haben, damit noch nicht.
Das ist so, aber... es ist nun doch ein grosser Stein aus dem Weg geräumt worden. Aber es wird immer gesagt, ich hätte alles illegal gebaut. Illegal ist ein starkes Wort, das natürlich auch von den Medien gerne als Schlagzeile benutzt wird. Wenn Sie schauen, was wirklich zu viel ist, dann geht es um die Glasscheiben des Wintergartens. Das in Relation zu dem, was ich der Öffentlichkeit zur Verfügung stelle, zum Aussichtsturm, zur WC-Anlage, zur ganzen Plattform, dann ist der Gestaltungsplan, der jetzt angenommen wurde, eine faire Lösung.

Haben Sie schon über weitere Bauten nachgedacht?
Was es sicher braucht auf dem Uto Kulm, ist ein Kiosk. Das wird Teil des Gestaltungsplans sein. Aber sonst ist alles gebaut.

Wie lange wird es dauern, bis die illegal erstellten Bauten rechtmässig sind?
Das kann ich nicht sagen, da bin ich zu wenig Jurist. Es wird aber wohl noch eine Weile dauern. Welche Bewilligungen ich jetzt einholen muss und welche nicht, entzieht sich meiner Kenntnis.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 28.06.2010, 17:26 Uhr

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56 Kommentare

Roland Moser

28.06.2010, 17:39 Uhr
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System Staatsvertrag mit den USA: Etwas verbotenes machen und danach ein paar dumme Politiker finden, die es nachträglich legalisieren. Ganz ohne Beziehungen läuft es natürlich nicht. Hoffentlich haben noch ein paar Hunderttausend andere auch solche Ideen, realisieren sie widerrechtlich und wollen nachträgliche Legalisierung. Antworten


Claudia Baumann

28.06.2010, 17:39 Uhr
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So funktioniert es also: geltendes Recht ignorieren, tun und lassen was man will und sich danach den Rechtsbruch abnicken zu lassen. Bin gespannt, wer dieses Prinzip als nächstes für sich nutzt. Antworten



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