Für 60 Franken auf den Strich
Von Lucienne-Camille Vaudan. Aktualisiert am 26.01.2012 14 Kommentare
Strengere Regeln im Sexgewerbe: Stadtrat Daniel Leupi (Grüne) und und der SVP-Gemeinderat Marco Tuena über die neue Verordnung. (Video: Keystone )
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Frauen, die sich in Zürich prostituieren wollen, müssen künftig eine Gebühr von 60 Franken per Einzahlungsschein entrichten. Die Bewilligungsdauer hängt vom Aufenthaltsstatus ab, beträgt aber maximal ein Jahr.
Die Höhe der Gebühr entspreche ungefähr den amtlichen Standplatzkosten eines Taxifahrers sagt der Sprecher des Polizeidepartements, Reto Casanova auf Anfrage von Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Die Verordnung soll frühestens im Sommer 2012 in Kraft treten.
Mehr Sicherheit für Prostituierte
Mit der neuen Verordnung für Prostituierte reagiert der Gemeinderat auf die Auswüchse der Strassenprostitution. Insbesondere die Lärm- und Abfallbelastung für Anwohner der Strichzone soll Einhalt geboten werden. Aber auch Gesundheitsprobleme und Sicherheitsrisiken sowohl von Prostituierten, als auch Freiern sollen mit der amtlichen Bewilligungspflicht entgegengewirkt werden.
Für die Umsetzung der Verordnung richtet die Stadtpolizei eigens eine Stelle ein, die die Handlungsfähigkeit sowie die notwendige Aufenthaltsbewilligung mit Berechtigung der Erwerbstätigkeit der Prostituierten überprüft. «Mit der neuen Verordnung erhalten die Behörden aber auch ein Instrument, um gegen die häufig ausbeuterischen Machenschaften der Zuhälter vorzugehen», sagt Casanova. Denn um eine entsprechende Bewilligung zu erhalten wird kontrolliert, ob die Frauen selbstständig erwerbend sind.
Mit dem Kriterium der Handlungsfähigkeit wird minderjährigen Prostituierten de facto die Ausübung des Gewerbes untersagt. Denn handlungsfähig und somit bemächtigt, eine behördliche Bewilligung zu beantragen ist nur, wer volljährig ist. Die Gefahr, dass Prostituierte, die noch nicht 18 Jahre alt sind durch diese Klausel in die Illegalität abdriften, stuft Casanova als klein ein: «In Zürich gibt es ohnehin relativ wenige minderjährige Prostituierte.»
Arbeitsbedingungen in Salons überprüfen
Doro Winkler von der Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration (FIZ) legt in der Diskussion um die Prostitutionsgewerbeverordnung den Fokus auf die Situation der Sexarbeiterinnen. Es sei wichtig, dass die Frauen rechtlich besser gestellt werden: «Durch die Gütligkeit der Verträge können die Sexarbeiterinnen nun den Freierlohn einfordern. Aber auch ihre Stellung gegenüber den Salonbesitzern wird somit verbessert.»
Im Gegensatz zum Strassenstrich blieben die Arbeitsbedingungen in den Salons oft verborgen, sagt Winkler. Wichtig sei es deshalb, wie die Ausführungsbestimmungen konkret ausgearbeitet werden: «Die Arbeitsbedingungen in den Etablissements müssen fair sein und Kontrollmechanismen eingeführt werden.»
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 26.01.2012, 12:01 Uhr
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14 Kommentare
Die Welt und Zürich braucht doch nicht noch mehr Gesetze, denn es beschränkt doch die demokratische Freiheit. Machen wir doch dem Debakel ein Ende und gewähren dem ältestens Gewerbe wie dies im Ausland schon unlängst sich als beste Variant erwiesen hat B u f f h ä u s e r. Die Arbeitsbedingungen machen die Freier, namens Rechtsanwälte, Ärzte etc. Wenn zu Hause nicht meht stimmt dann geht man ins B Antworten
wenns zuhause nicht mehr stimmt soll man darüber sprechen und wenns dann immer noch nicht geht schluss machen. alles andere ist heuchelei. oder nicht und Angst vor verlust. herumvög... aber keine konsequenzen ziehen den schritt für die trennung tun. was für waschlappen. dasselbe gilt auch für frau...
Dann ist es der Versuch, für die Frauen faire Rahmenbedingungen zu schaffen. Wenn sich die Prosituierte schon gezwungen fühlt oder keinen anderen Ausweg kennt, als ihren Körper an Fremde zu verkaufen, dann sollte wenigstens der Verdienst und die Sicherheit einigermassen stimmen. Sowas funktioniert auf der Strasse oder mit dubiosen Zuhältern kaum.
Gibt es nicht ein Gesetz, welches verlangt, dass Gebühren kostendeckend sein müssen? Nun, die Sexboxen sind sehr teuer, die Gebühren für die Nutzung des öffentlichen Strichs sollten ergo viel höher sein, also z.B. Fr. 500.- und diese Gebühr wäre gar legal (da kostendeckend). Das Ziel wäre erreicht! Die Nutten würden viel weniger auf der Strasse stehen, da zu teuer! Antworten
Tja, so kann einfach eine neue Stelle bei der Polizei finanziert werden. Besser wäre eine andere Organisation, die das durchführt. Die Frauen habe eher Behrürungsängste bei Polizisten und werden diese auch anlügen. Gerade dann,wenn ein Zuhälter dahinter steckt. Besser wäre gewesen, dass Freier hohe Bussen bezahlen, wenn sie auf dem Strassenstrich bei den Girls erwischt werden. Schreckt etliche ab. Antworten
Die Frauen bekommen dann auch so einen gelb markierten Platz, einfach dass anstatt "TAXI" dann in der Mitte "SEX" steht. Damit die Kunden auch wissen, wo sie sich anstellen müssen. Bloss heisst das dann anstatt "Standplatz" eher "Ständerplatz". Man muss das doch auch von der praktischen Seite her sehen...
Vielleicht könne die sich ja so einen Platz für eine einzige Gebühr mit einem Taxi sharen?
Antworten
Und natürlich ist auch dieses Verfahren absolut kostendeckend, wenn man den Mehraufwand an Personal, das damit verbundene Mahn- und Strafwesen einfach mal so locker wie üblich "vergisst". Selbstverständlich läuft die Polizei einer nicht zahlungswilligen Prostituierten auch "gratis" hinterher. Antworten
Leider hilft die neue Gebühr den Frauen überhaupt nicht, gilt nur als zusätzliche Geldquelle für die Stadt. Die Zuhälter werden so nicht gefasst. Dies zeigt nur auf, dass die Stadt ziemlich hilflos gg. den Thema ist. Schade, da wirklich echte Chancen so verpasst worden sind. Die Szene wird sich wieder in den Untergrund begeben, wie bereits in den 80er Jahren. Antworten
Wieso? Das sind nicht ortsgebundene Frauen, die können in jeder anderen Ortschaft legal anschaffen. Und Illegale, die es für 20 Stutz ohne Gummi machen, finden Sie auch heute schon an der Langstrasse. Ich wüsste nicht, wie deren Situation noch verschlechtert werden soll. Ok, ein Fünfliber wäre noch mieser...
Es erstaunt mich auch, dass die rotgrüne Stadtregierung offenbar die "schönen" 80er-Jahre-Zustände wieder will. Wo alles im Untergrund war und ein Eldorado für Zuhälter. Wer sich im Millieu auskennt, kann nur den Kopf schütteln über solch unbedarfte Beschlüsse. Wer profitiert, sind Zuhälter dubioser Art und wer Nachteile hat, sind die Frauen.
Ich denke das Ziel sollte sein, dass das Gewerbe möglichst in private Häuser zieht und nicht auf der öffentlichen Strasse arbeitet. Dazu wäre es sinnvoll, dass der Betrieb in privaten Bordellen nicht verkompliziert wird und alle auf die Strasse oder die Sexboxen bezahlt von der Stadt ausweichen. Leider macht die Stadt das Gegenteil, schade! Vorschlag; Aufsicht in den Bordellen gratis durch Staat! Antworten
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