Für den Sex in der Box muss alles passen
Von Tina Fassbind. Aktualisiert am 24.05.2011 21 Kommentare
Luzerner Massnahmen gegen Strassenprostitution
Zwar kennt Luzern keine grossen Strichszenen wie Zürich oder Olten. Trotzdem leidet die Bevölkerung teils stark unter den Nebenerscheinungen der Strassenprostitution. Nun prüft der Luzerner Stadtrat drei Massnahmen: Strichverbotszonen, Laufhäuser und Verrichtungsboxen.
Mit einer Strichverbotszone liesse sich klar festhalten, dass Prostitution beispielsweise in Wohnquartieren und bei Schul- oder Grünanlagen nicht mehr erlaubt wären. Ein Laufhaus, in dem Prostitution geduldet würde, sieht der Stadtrat als sinnvolle Ergänzung dazu. Statt auf dem Trottoir würden die Prostituierten in einem gemieteten Zimmer bei geöffneter Tür auf Freier warten. Als dritte Massnahme will der Stadtrat die Einführung von Verrichtungsboxen prüfen. Dazu wird eine Zone für die Strassenprostitution ausgeschildert. Zuhälter und Drogendealer hätten in dieser Zone keinen Zutritt.
Derzeit erarbeitet der Kanton Luzern ein Gesetz zur Prostitution. Darin seien bisher keine Massnahmen gegen die Strassenprostitution vorgesehen, schreibt der Stadtrat am Montag. Er fordert deshalb, dass der Kanton im geplanten Gesetz explizit auch die Strassenprostitution regelt.
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Am kommenden Mittwoch wird der Stadtrat ein Massnahmenpaket präsentieren, mit dem er die wachsenden Probleme rund um die Prostitution in Zürich angehen will. Teil dieser Massnahmen wird ein neuer Strichplan sein. Auch das Aufstellen von sogenannten Verrichtungsboxen ist eine Option, um den Auswüchsen des Strassenstrichs Herr zu werden.
In den Verrichtungsboxen können die Prostituierten ihre Freier im Auto befriedigen – Stehboxen gibt es für die Fussgänger, Töff- oder Velofahrer. Ein System, das in Köln vor 10 Jahren eingeführt wurde und sich rundum bewährt hat. Seit dem Besuch einer Delegation aus Zürich im vergangenen Oktober wird über den Bau solcher Sexboxen im Stadtraum und über mögliche Standorte gemutmasst.
Der Schlachthof würde sich als Standort anbieten, er wird jedoch noch mindestens bis Ende 2020 genutzt. Das Areal unter der Autobahnauffahrt bei der Allmend Brunau wäre ebenfalls eine Option, genauso ein Gelände in der Nähe des Kehrichtheizkraftwerks Hagenholz.
Gute Verkehrsanbindung für den Verkehr
Auch in Köln wurde auf dem ganzen Stadtgebiet nach einem geeigneten Platz gesucht, wo die Frauen anschaffen können. «Die Suche war nicht ganz einfach. Schliesslich hat uns dabei der Zufall geholfen», sagt Robert Kilp, Leiter des Kölner Amts für öffentliche Ordnung, gegenüber Tagesanzeiger.ch. «Wir haben ein Gelände gefunden, das mit Büschen und Bäumen von dem umliegenden Gewerbegebiet abgegrenzt ist. Auf dem Gelände wurden dann die Boxen aufgebaut.»
Wichtig sei dabei nicht nur das Areal selbst gewesen, sondern auch die gute Verkehrsanbindung. «Einerseits müssen die Freier das Gelände gut erreichen können – sonst kommen sie nicht her. Andererseits muss es mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschlossen sein, damit dort auch Frauen anschaffen können, die kein Auto haben», erklärt Kilp.
Verrichtungsboxen auf dem Hardturm-Areal?
Ein solches Areal gilt es auch in Zürich zu finden. «Wir könnten ja den brachliegenden Hardturm zwischennutzen», schmunzelt Beni Weder, Quartiervereinspräsident von Wipkingen, und fügt gleich an, dass er das Errichten solcher Boxen für eine sehr gute Lösung hält. «Mir wäre es auch egal, wenn sie in unserem Quartier aufgestellt würden. Wichtig ist einfach, dass die Infrastrukturen zur Verfügung stehen, die man für dieses Geschäft braucht. Es darf keine Sauerei geben, und die Leute im Quartier dürfen nicht gestört werden.»
Bei Ueli Stahel, Quartiervereinspräsident von Höngg, findet die Idee mit den Verrichtungsboxen ebenfalls Anklang. «Ich kann mir einfach nicht vorstellen, wo es bei uns Platz für so was haben könnte», sagt er auf Anfrage. Höngg sei ein reines Wohnquartier und Freiraum sei knapp. «Es gäbe ein Riesentheater, wenn hier solche Boxen betrieben würden.»
Ob es in Zürich tatsächlich bald in Strichboxen zur Sache geht, wird sich erst am Mittwoch weisen. Vorerst hüllt sich der Stadtrat in Schweigen. Und in Köln hält man sich mit Empfehlungen zurück. «Man kann unser System nicht eins zu eins auf andere Städte übertragen», betont Robert Kilp. «Aber die Zürcher Delegation wurde bestmöglich über die Verrichtungsboxen informiert. Und unser Fazit des Systems ist uneingeschränkt positiv.»
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 24.05.2011, 11:02 Uhr
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21 Kommentare
Prostituierte bezeichnen ihre Arbeit selbstbewusst als "ein ganz nomales Gewerbe wie jedes andere". Das ist gut so. Nur frage ich mich, weshalb diese Gewerbetreibenden ihre Einrichtungen - wie es bei jedem anderen ganz normalen Gewerbe üblich ist - nicht selber finanzieren können/müssen. Warum werden solche Einrichtungen aus Steuergeldern bezahlt? Mindestens eine Miete müsste verrechnet werden. Antworten

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