GC ist zum Letzigrund verdammt
Von Christoph Landolt. Aktualisiert am 05.01.2011 29 Kommentare
Artikel zum Thema
Den Grasshoppers fehlen Punkte, Zuschauer und Geld. Zumindest die beiden letzten Faktoren hängen direkt vom Stadion ab, in dem GC seine Heimspiele austrägt. Im als Leichtathletik-Stadion konzipierten Letzigrund kommt nicht nur keine Stimmung auf, es kostet auch viel Geld: Pro Jahr überweisen die beiden Zürcher Grossklubs je deutlich mehr als zwei Millionen Franken an die Stadt. Dazu kommen Polizeikosten, die im Fall von GC bei über 700'000 Franken liegen.
Für GC-Präsident Urs Linsi ist das zu viel. Den Stadion-Mietvertrag haben die Grasshoppers auf Juni 2011 gekündigt. Sind Ciri Sforzas Kicker nächste Saison in einem Stadion in Winterthur oder Aarau? Möbelt GC gar den vereinseigenen Campus in Niederhasli zur Arena auf? Wie Linsi gegenüber dem «Tages-Anzeiger» bestätigte, ist ein Umzug «durchaus eine Option».
Keine Alternativen
Keine Option ist ein Ausweichen aber für den Schweizerischen Fussballverband (SFV). «Es gibt neben dem Letzigrund kein Stadion im Umkreis von Zürich, das Super-League-tauglich wäre», stellt Christian Moroge klar. Moroge amtet als Präsident der SFV-Sportplatzkommission und ist Lizenzierungsexperte der Swiss Football League.
- Die Winterthurer Schützenwiese, wo der FCW in der Challenge League spielt, soll demnächst zwar ausgebaut werden. Eine zusätzliche Tribüne planen die Winterthurer, sie soll 2014 gebaut werden. Super-League-konform ist die Schützenwiese aber auch dann noch nicht. Dazu bräuchte es ein rundum erneuertes Stadion.
- Auf dem Brügglifeld hat der FC Aarau bis vor einem halben Jahr in der Super League gespielt. Weil ein Baugesuch für ein neues Stadion hängig ist, könnte der FCA provisorisch weiterspielen. Für auswärtige Klubs wie GC sieht das Reglement keine solchen Übergangsbestimmungen vor.
- Die Rasenfläche in einem Super-League-Stadion misst mindestens 120 x 80 Meter. Dazu kommen je circa 15 Meter für die Range und 4 bis 5 Meter für die Erschliessung. Insgesamt sind in der Breite also rund 120 Meter nötig – das Grundstück in Niederhasli, auf dem der GC-Campus liegt, ist laut Moroge für ein Stadion schlicht zu schmal.
- Das Stadion Utogrund in Albisrieden ist die zweitgrösste Sportstätte der Stadt Zürich. Für den 1.Liga-Verein YF Juventus reichen die 2850 Plätze allemal, und fast würden auch die GC-Fans darin Platz finden. Anders als im überdimensionierten Letzigrund wären die durchschnittlich 6822 Zuschauer im Utogrund nicht so verloren. Der SFV schreibt für die Super-League aber mindestens 8000 gedeckte Sitzplätze vor. Und die Eigentümerin ist beim Utogrund die gleiche wie beim Letzigrund. Für die Stadt Zürich ist ein Ausbau des Utogrunds «kein Thema», wie Patrick Pons, Mediensprecher im Schul- und Sportdepartement, sagt.
Selbstverständlich steht es den Grasshoppers frei, die Heimspiele künftig in den Arenen von Basel, Bern oder St. Gallen auszutragen. Diese neuen Grossstadien liegen aber nicht nur in GC-Feindesland, sondern sind auch kaum günstiger als das ungeliebte Heimstadion. Bevor das neue Hardturm-Stadion doch noch kommt, sind die Grasshoppers dazu verdammt, im Letzigrund zu spielen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 05.01.2011, 15:36 Uhr
Kommentar schreiben
29 Kommentare
Wer von Fusion spricht, versteht nicht was es heisst ein Fussballfan zu sein! Fussballfan bleibt man/frau ein Leben lang. Fussball ist Emotionen, Gefühle und innere Verbundenheit . Das kann man nicht einfach auswechseln oder fusionieren! FCZ-Fan bleibt FCZ-Fan, genau so bei GC oder jedem anderen Club/Verein. Man/frau bleibt seinem Club treu, in guten wie in schlechten Zeiten, FOR EVER Antworten
Ich glaube, dass ein grosses, modernes Fussballstadion wie es in Basel oder Bern hat, Zuschauer auch anziehen würde. Zürich, als grösste und einzige Stadt in der Schweiz mit zwei Mannschaften in der Axpo Super League hat aber nur ein Leichtathletikstadion wo die Zuschauer viel zu weit weg vom Geschehen sind. Was für eine Schande.Es braucht ein Fussbalstadion in der Grösse wie das von Basel oder BE Antworten



