Zürich

«GC stellt den FCZ gezielt an den Pranger»

Von Lucienne-Camille Vaudan. Aktualisiert am 10.02.2012 49 Kommentare

Am Sonntag treffen die beiden Zürcher Stadtklubs aufeinander – erstmals seit dem «Derby der Schande» im Oktober 2011. Schon vor dem Anpfiff fliegen die Fetzen zwischen dem FCZ und den Grasshoppers.

1/9 2. Oktober 2011: Nach dem Petardenwurf steigt im GC-Block Rauch auf.
Bild: Keystone

   

Die wichtigsten Änderungen

Für das Derby vom nächsten Sonntag werden keine Tickets verkauft. Lediglich Inhaber einer FCZ-Saisonkarte dürfen sich für einen Aufpreis das Spiel im Stadion ansehen. Ausserdem ist es den Wirten um das Letzigrundstadion verboten, Bier auszuschenken. Die Stadtpolizei wird Kontrollen vornehmen: Mit einem Refraktometer kann der Alkoholgehalt eines Getränks ermittelt werden.

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Der FCZ lässt am Derby vom kommenden Sonntag nur Saisonkartenbesitzer ins Zürcher Letzigrund-Stadion. Eine absolut unbegreifliche Massnahme, findet der Hooligan-Experte Dölf Brack. «So wird doch keine Derbystimmung aufkommen», sagt er auf Anfrage. «Der FCZ macht die Täter zu Opfern. Die Verursacher des Spielabbruchs kommen ins Stadion, während die neutralen Fans bestraft werden», kritisiert er die Entscheidung von FCZ-Präsident Ancillo Canepa.

Das lässt FCZ-Sportchef Fredy Bickel nicht auf sich sitzen: «Was hätten wir denn tun sollen? Wir haben vom Verband die Auflage erhalten, die FCZ- von den GC-Fans strikt zu trennen.» Beim Ticketverkauf könne man schliesslich nicht erkennen, für welche Mannschaft der Käufer sei. Bei Saisonkarteninhabern sei diese Frage grundsätzlich klar. Ausserdem würden Saisonkarteninhaber tendenziell weniger Probleme machen. Sie seien schliesslich registriert.

FCZ schenkt GC-Angehörigen Tickets

Die Polemik um diese Strategie ist für Bickel schlicht unverständlich: «Alle haben nach strengen Sanktionen geschrien und kaum setzen wir diese um, wirft man uns vor, GC zu provozieren. Dabei halten wir uns nur an die Auflagen.» Auflagen, die gemäss Bickel den Fussball zerstören.

Bickel wirft GC unfaires Verhalten vor, wenn dessen Mitglieder in einem «Blick»-Artikel behaupten, sie hätten Angst, ihre Familien ins Stadion zu bringen: «GC stellt den FCZ gezielt an den Pranger. Dabei würden wir sehr gerne auch Tickets an GC-Fans verkaufen.»

Obwohl nicht einmal Verbandstickets ausgegeben werden, habe der FCZ GC Einladungskarten verschickt, damit Angehörige und Mitarbeiter trotzdem kommen können: «So sind wir halt.»

«Eine Blamage für den Verein»

Er sei überzeugt, dass die Stimmung im Stadion friedlich sein werde, sagt Bickel. «Eine andere Frage ist hingegen, wie die Leute ausserhalb des Stadions darauf reagieren, dass sie nicht herein dürfen.»

Auch Brack ist skeptisch: «Ich kann mir nicht vorstellen, dass die GC-Fans das Stadionverbot einfach hinnehmen.» Es werde wohl GC-Anhänger geben, die vor dem Letzigrund aufmarschieren, um zu protestieren. Trotzdem ist Brack zuversichtlich: «Ich denke, der Verein wird sehr strenge Eingangskontrollen vornehmen. Wenn etwas passiert, wäre das eine riesige Blamage für den FCZ.»

Die GC-Fans planen ein Public Viewing beim Escher-Wyss-Platz. Die Stadtpolizei wertet diese räumliche Distanz als positiv, ist aber auch auf andere Szenarien vorbereitet: «Wir werden mit allen Mitteln verhindern, dass die Fangruppierungen aneinandergeraten», wie der Kommunikationschef der Stadtpolizei, Marco Cortesi, gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet sagt.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 10.02.2012, 11:17 Uhr

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49 Kommentare

Rene Baron

10.02.2012, 11:47 Uhr
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Würden sich die Medien wieder vermehrt auf die Spiele als auf die Fans konzentrieren, wärs wohl viel ruhiger. Aber mit Artikeln wie diesem, profilieren sich die Medien ja geradezu als Chefheizer überflüssigster Agressionen, welche weder mit Sport noch mit der Mehrheit friedlicher Fussballinteressierter zu tun hat.
Schluss mit dieser Randgruppenpolemik zur Auflagensteigerung !
Antworten


Christian Burns

10.02.2012, 11:55 Uhr
Melden 49 Empfehlung

Der Tagi würde lieber über die friedliche Aktion der Südkurve in Luzern berichten, anstatt sinnlose Polemik zu betreiben. Antworten



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