Zürich

GLP gewinnt – SD und EVP müssen noch zittern

Aktualisiert am 08.03.2010 7 Kommentare

Die Grünliberalen erobern zwölf Sitze im Zürcher Gemeinderat. Verloren haben dagegen SP und CVP. Karl Zweifel und Zora Ledergerber sind die bekanntesten neuen Gesichter im Parlament.

Sitze im Gemeinderat


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Freude bei der GLP, Erleichterung bei der SP, Trauer bei CVP und EVP: So präsentierte sich die Gemütslage bei den Parteien am Sonntagabend nach Bekanntgabe der Resultate für den Zürcher Gemeinderat.

GLP-Co-Präsidentin Maleica Landolt führte den Erfolg ihrer Partei darauf zurück, dass viele Zürcherinnen und Zürcher in der Politik «einen frischen Wind» wollen. Dieser frische Wind beinhalte die Verbindung von Ökologie und Wirtschaft.

Landolt, ihr Co-Präsident Martin Luchsinger und Zora Ledergerber, die Tochter des ehemaligen SP-Stadtpräsidenten Elmar Ledergerber, sind die bekanntesten Vertreter der Grünliberalen, die neu im Gemeinderat politisieren werden. Die Wahl nicht geschafft hat dagegen Denise Wahlen, die der GLP als Stadtratskandidatin ein Gesicht gegeben hat.

Verena Diener, GLP-Ständerätin, wies darauf hin, dass die GLP sehr sachbezogen politisiere. Deshalb werde die Partei in Zürich auch keine Berührungsängste haben, mal mit der SVP und mal mit der SP im Parlament zusammenzuspannen. Der Erfolg zeige auch, dass die Leute die Nase voll hätten vom Links-Rechts-Schema.

SP: «Besser als befürchtet»

Für die SP sei der Wahlausgang «besser als befürchtet», sagte Fraktionschefin Min Li Marti. Man habe nicht mehr so dramtisch verloren wie bei den letzten Kantons- und Nationalratswahlen. Die SP bleibe klar stärkste Partei im Gemeinderat.

CVP-Fraktionspräsident Christian Traber zeigte sich enttäuscht über den Ausgang. «Wir haben einen guten Wahlkampf geführt», sagte er. Aber es habe offenbar nichts genützt. Die Sitzverluste müssten nun analysiert werden.

Zwar habe man eine treue Wählerschaft, aber es sei nicht gelungen, neue Wähler zu gewinnen, beispielsweise im Wahlkreis 4/5. Dort habe es viele urbane Neuzuzüger, die wohl eher die GLP wählten, sagte Traber.

Pukelsheim macht SD Strich durch die Rechnung

Obwohl die Stimmen der Stadtkreise ausgezählt sind, können EVP und SD noch nicht jubeln. Die beiden Parteien haben am Sonntag die erforderliche 5-Prozent-Hürde für das Zürcher Stadtparlament genommen - aber nur haarscharf. Die Stadt Zürich will nun bis Dienstag eine Nachzählung der Stimmen vornehmen.

Im Wahlkreis 9 hat die EVP 5,01 Prozent der Stimmen geholt, wie ein Vertreter des Wahlbüros am Sonntag vor den Medien sagte. Bei der SD waren es 5,02 Prozent im Wahlkreis 12. Das Ergebnis sei derart knapp, dass die Stadt Zürich eine Überprüfung bis Dienstag entschieden habe. Dann werde das Zentralwahlbüro weitere Massnahmen beschliessen. Bis dahin seien die Resultate ohne Gewähr.

EVP ohne Fraktion

Die EVP gehört aber auch im Fall des neuerlichen Einzugs in den Gemeinderat zu den Verlierern: Sie ist nicht mehr in Fraktionsstärke im Gemeinderat vertreten. Das sei ein schmerzliches Faktum, sagte Fraktionschef Ernst Danner. Die Verluste der Partei führt Danner auf den «Gump» der GLP zurück.

Zudem habe die Wählerschaft wohl gedacht, die EVP sei nicht mehr so gefährdet wie vor vier Jahren und habe sich deshalb nicht mehr so sehr um das Wohl der Partei gekümmert. Danner selbst hat die Wiederwahl in den Gemeinderat nicht geschafft. Abgewählt wurde auch der EVP-Stadtratskandidat Richard Rabelbauer.

Zweifel neu im Gemeinderat

SVP-Stadtratskandidat Karl Zweifel hat am Sonntag zwar nicht den Sprung in die Regierung geschafft, er darf in den nächsten vier Jahren aber im Parlament politisieren. Zweifel ist am Sonntag neu in den Gemeinderat gewählt worden. (cal/sda)

Erstellt: 08.03.2010, 09:15 Uhr

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7 Kommentare

Peter Markwalder

08.03.2010, 02:02 Uhr
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Die automatische Überprüfung der knappen Ergebnisse von EVP und SD erstaunt mich. Eine Überprüfung des Ergebnisses beim knappen Ausgang zur eidg. Abstimmung zum biometrischen Pass (pro Gemeinde schweizweit war es eine Differenz von ca. 2 Stimmen im Schnitt) wurde trotz Stimmrechtsbeschwerden klar abgelehnt. Wieso muss in der Stadt Zürich ein ähnlich knappes Ergebnis automatisch überprüft werden? Antworten


Res Zaugg

08.03.2010, 07:44 Uhr
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Der "point of no return" ist in der Stadt Zürich schon lange überschritten. Zuviele Wähler hängen direkt und indirekt am Tropf des Sozialstaates. Die Zeche (Defizite) bezahlen, wie üblich in solchen Fällen, die anderen. Soldarität wir gefordert. Antworten



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