Zürich

Gefahr für Zürichs Guerilla-Malven?

Von Monica Müller . Aktualisiert am 06.08.2010 1 Kommentar

Die Blumen des bekannten Guerillagärtners Maurice Maggi würden ausgerissen, klagt eine Facebook-Gruppe. Im Gegenteil, sagt die Stadt.

Maurice Maggis Saat ist aufgegangen: Malven am Limmatquai.

Maurice Maggis Saat ist aufgegangen: Malven am Limmatquai.
Bild: PD

Seit gut 25 Jahren wandert Maurice Maggi, Gärtner und Koch, nachts durch Zürich und sät rund um die Strassenbäume Malven. Die robusten, krautigen Pflanzen machen violette, weisse, rosa oder rote Blüten und prägen das Stadtbild. Der Guerillagärtner spricht von Blumen-Graffiti. Doch nun scheint sein Werk bedroht. Auf der Internetplattform Facebook hat sich eine Gruppe namens «Stoppt die Malven-Ausreiss-Truppen» formiert. Grün Stadt Zürich sende Gärtner aus, um die Malven in Zürichs öffentlichen Räumen auszureissen, erklärt die Gruppe. 78 Mitglieder haben sich dem Protest angeschlossen.

Mit Ruth Genner, der Vorsteherin des städtischen Tiefbau- und Entsorgungsdepartements, habe ausgerechnet eine Grüne die Dezimierung von Pflanzen zu verantworten. Doch bei der Stadt winkt man ab. «Wir erfreuen uns an den Malven und lassen sie, wenn immer möglich, stehen», sagt Annina Keller von Grün Stadt Zürich. Doch weil die Malven bis zu eineinhalb Meter gross würden, könnten sie Velowege oder die Sicht auf die Strasse blockieren. «Wenn Pflanzen die Verkehrssicherheit einschränken, müssen wir handeln.» Von städtischen Truppen, welche die Malven ausreissen, könne keine Rede sein.

Karge Rabatten beim Utoquai

Jeweils im Frühling und im Herbst wird das Grün unter den Strassenbäumen (im Jargon: Verkehrsbegleitgrün), routinemässig gestutzt, wobei auch Malven in Mitleidenschaft gezogen werden können.

Aufmerksamen Flaneuren mag ausserdem aufgefallen sein, dass in den Rabatten, welche die Seepromenade zwischen Bellevue und Utoquai säumen, die Blumen fehlen. In den vergangenen Jahren waren diese jeweils prunkvoll bepflanzt gewesen. Auch für das Verschwinden dieser Blumen gibt es eine einfache Erklärung: Sie überleben zwar die rege Nutzung des Seebeckens, auch die Street-Parade, nicht aber den Andrang während des Züri-Fäschts. «Dann möchten alle so nahe wie möglich am See stehen, um das Feuerwerk zu sehen», sagt Annina Keller. Im Gerangel würden die Festbesucher auch in die Rabatten ausweichen und die Blumen platt treten. Um den Gärtnern diesen Frust zu ersparen, habe man sich angesichts des diesjährigen Züri-Fäschts für Rasenflächen entschieden. Im nächsten Frühling werden die Rabatten aber wieder farbig bepflanzt.

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Erstellt: 06.08.2010, 06:43 Uhr

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1 Kommentar

Chadischa Leuenberger

07.08.2010, 15:08 Uhr
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Ein grosses Danke! an Maurice Maggi. Die Malven sind eine grosse Aufwertung des Stadtbildes und erfreuen mich jedes Jahr neu. Sie prägen Zürich, und zwar günstiger und geschmackvoller als all der Bärli, Küeli und Blumentopf Wildwuchs, den wir über uns ergehen lassen mussten. Ein Danke auch an Grün Stadt Zürich, wo man es versteht möglichst vernünftig und ökologisch den Grünraum Zürich zu pflegen. Antworten



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