Geh ins Kino und wünsch dir einen Film

Eine neue Internetplattform macht es möglich, im Kino Spielfilme nach Wunsch vorführen zu lassen. In Zürich können dafür 15 Kinosäle gebucht werden.

Hier könnte bald Ihr Lieblingsfilm laufen: Kinosaal Houdini 4 in Zürich. Foto: Mathias Walther

Hier könnte bald Ihr Lieblingsfilm laufen: Kinosaal Houdini 4 in Zürich. Foto: Mathias Walther

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Auch wenn sich jeder seine Lieblingsfilme beliebig oft auf DVD oder Blu-Ray ansehen kann –eine Vorführung im Kino bleibt etwas Besonderes: die grosse Leinwand, der mächtige Mehrkanal-Sound, Popcorn oder ein Glace in der Pause. Reprisen von alten Filmen sind aber in hiesigen Kinos eine Seltenheit, und wenn der gewünschte Film einmal aufgeführt wird, ist man prompt verhindert.

Eine neue Internetplattform schafft nun Abhilfe: Auf Gokino.ch können Filmfans Kinovorführungen mit den Filmen ihrer Wahl organisieren. Cinema-on-Demand nennt sich das im Fachjargon, analog den Video-on-Demand-Angeboten, die Fernseh- und Internetnutzern bereits zur Verfügung stehen. Das Angebot kann ab sofort in den Städten Zürich und Genf genutzt werden. In Zürich stehen insgesamt 15 Säle in vier verschiedenen Kinos zur Verfügung. Beteiligt sind das neue Kino Houdini an der Badenerstrasse, das Kino Riffraff sowie die Arthouse-Kinos Picadilly und Movie.

Riesiges Filmangebot

Die Funktionsweise von Gokino weist Parallelen mit Crowdfunding-Plattformen auf: Um eine Kinovorstellung durchführen zu können, muss der Initiator innerhalb von 10 Tagen eine minimale Anzahl von Unterstützern rekrutieren, die ein Ticket kaufen. Die verfügbaren Vorführungstermine werden von den Kinos vorgegeben. Meist handelt es sich um Randzeiten am frühen Nachmittag oder spätabends – dann, wenn die Säle normalerweise leer sind. Die Tickets kosten zwischen 10 und 18 Franken – abhängig vom Saal und der Tageszeit.

Für eine Aufführung im Riffraff 2 am Samstag, den 13. Dezember um 13:45 Uhr wären beispielsweise 40 zahlende Gäste nötig, im Houdini 4 am Montag, den 14. Dezember um 22:40 Uhr würden 20 verkaufte Tickets reichen. In beiden Fällen würden die Tickets 16 Franken kosten. Wer möchte, kann auch auf das Crowdfunding-Element verzichten und gleich den Saal für eine Privatvorstellung mieten. Das kostet zwischen 400 und 700 Franken. Nicht jeder Saal steht jedoch dafür zu Verfügung.

Was das Filmangebot betrifft, so kann aus dem Vollen geschöpft werden. Grundsätzlich kann jeder Film programmiert werden – vorausgesetzt, er läuft nicht gerade im Kino. Meist kann zwischen mehreren Sprach- und Untertitelvarianten gewählt werden. Ist der gewünschte Film nicht in der internen Datenbank, bemühen sich die Betreiber, eine Kopie aufzutreiben. Der Film wird erst für den Ticketkauf freigegeben, wenn die Aufführungsrechte abgeklärt sind. Ist dies der Fall, bietet Gokino den Nutzern Tools an, um ihre geplanten Vorführungen über Social Media zu bewerben.

Finanzierung über Ticketpreise

Gokino ist nicht das erste Angebot seiner Art; Vorbilder gibt es beispielsweise in den USA und in Holland. Nach Angaben der Betreiber ist Gokino aber das bisher weltweit einzige Cinema-on-Demand-System, das einen unlimitierten Filmkatalog anbietet. Hinter Gokino stehen die Filmpromotionsagentur «Outside the Box» und das Film- und Kinoportal Cineman. Zurzeit arbeiten rund 10 Angestellte an der Plattform, hauptsächlich in Zürich und Lausanne.

Das gemeinsame Projekt wird hauptsächlich über die Ticketpreise finanziert. Gokino erhält nach eigenen Angaben ein Drittel der Kinoeinnahmen. Das Bundesamt für Kultur (BAK) und das Filmförderungsprogramm der Europäischen Union unterstützen die Plattform zudem in der Anfangsphase mit einmaligen Beiträgen.

Viele Zielgruppen

Auf Interesse dürfte Gokino nicht nur bei eingefleischten Kinoliebhabern stossen, sondern auch bei Expats und Immigranten, die Filme aus ihrer Heimat in der Originalsprache sehen möchten. Weitere Zielgruppen sind laut den Initianten studentische Filmclubs, Schulen, Firmen und ältere Menschen.

Findet das Konzept Anklang, soll das Angebot von Gokino bald ausgeweitet werden: auf mehr Kinos in Zürich und Genf sowie auf andere Schweizer Städte. In Zukunft wird es gemäss den Betreibern zudem möglich sein, Nutzerprofile zu erstellen und so Menschen mit ähnlichen Filmvorlieben noch schneller zusammenzuführen.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 24.10.2014, 13:24 Uhr)

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