Gemeinderatswahlen: Grünliberale und SVP legen zu

An den Zürcher Wahlen vom 7. März 2010 schaffen die Grünliberalen den Einzug in den Gemeinderat. Das Rot-Grüne Lager verliert hingegen Stimmen. Dies geht aus einer repräsentativen Umfrage von «Radio Top», «Tele Top» und «Tages-Anzeiger» hervor.

Wähleranteil

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6,2 Prozent der Zürcher Wahlberechtigten wollen den Grünliberalen an den kommenden Gemeinderatswahlen ihre Stimme geben. Bei den Wahlen 2006 hat die noch junge Partei mit 2,7 Prozent den Einzug in den Gemeinderat noch verpasst. Eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Isopublic im Auftrag von «Radio Top», «Tele Top» und dem «Tages-Anzeiger» zeigt zudem, dass die Grünliberalen die EVP und die AL überholen. Den Schweizer Demokraten droht sogar das Ende im Gemeinderat: Nur noch 1,2 Prozent der Befragten legen ihre Stimme für die SD ein.

SP und FDP verlieren

Weiterhin stärkste Partei in Zürich wird mit 29,4 Prozent die SP sein. Im Vergleich zu den Wahlen 2006, bei der sie 33,7 Prozent erreichte, ist dies jedoch ein deutlicher Stimmenverlust. Auch die FDP muss erneut einen Verlust wegstecken. Sie kann nur noch 13,7 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinen. 2006 waren es noch 15 Prozent. Die SVP hingegen kann Boden gut machen und sich von 18,4 Prozent auf 19,4 Prozent steigern.

Keine Veränderung zeichnet sich bei den Grünen und der CVP ab. Die Partei für Zürich, die am 7. März zum ersten Mal antritt, erreicht gemäss Umfrage einen Wähleranteil von 2,3 Prozent.

Die Umfrage fand in der Zeit vom 29. Januar bis zum 17. Februar 2010 in der Stadt Zürich statt. Insgesamt wurden 1002 stimmwillige Personen befragt. Die Fehlerquote liegt bei +/- 3,2 Prozent. (tif/cal)

Erstellt: 23.02.2010, 17:04 Uhr

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16 KOMMENTARE

Christoph Spiess

25.02.2010, 08:49 Uhr

Solche Umfragen sind reine Scharlatanerie. Mit 1'000 zufällig (?) ausgewählten Befragten, von denen wohl - zu Recht - die wenigsten ausplaudern, wen sie wählen, kann man keinesfalls die Prozentanteile von zehn Parteien auf Prozente oder gar Zehntelprozente (!!) genau voraussagen. Wenn es nicht mal möglich war, das Ja zum Minarett-Verbot vorauszusagen ... Also munter die Partei mit Kastanie wählen!


Hannes Rohner

24.02.2010, 16:00 Uhr

Wählerumfragen beziehen sich auf den Zeitpunkt der Umfrage. In diesem Falle Ende Jan. bis 17. Feb. Bis zum 7. März wird gewählt. Dass sich das Wählerverhalten innert kurzer Zeit ändern kann, zeigte die Minarettinitiative. Darum sollte dieser Umfrage nicht zuviel Beachtung geschenkt werden. Richtig bemerkt: Die Panaschierstimmen und die 5%-Klausel in 1 Wahlkreis werden sicher noch einiges lenken!


Andreas Kyriacou

24.02.2010, 10:24 Uhr

Nebst der Fehlerquote von 3.2% gibt es noch eine weitere Ungenauigkeit: Panaschierstimmen sind bei der Umfrage nicht berücksichtigt. Grüne und AL beispielsweise gehörten 2006 zu den klaren Panaschiergewinnern - ihre KandidatInnen wurden überdurchschnittlich oft auf andere Listen gesetzt, die SVP hingegen gab netto deutlich mehr Stimmen ab als sie von Fremdwählern hinzugewann.


Hans Meier

24.02.2010, 09:46 Uhr

Bei einer Fehlerquote von +- 3.2Prozent ist doch der einzig mögliche Kommentar: Alles ist offen! @Oberholzer Die linke Stadt Zürich hat ihre Finanzen im Griff. Desaströs ist hingegen die Situation beim bürgerlichen Kanton.


Emanuel Wyler

24.02.2010, 09:40 Uhr

Die SP prägt die Stadt Zürich seit 20 Jahren als grösste Partei in Stadt- und Gemeinderat. In dieser Zeit wurden die Finanzen saniert, die Steuern gesenkt, die Stadtbevölkerung wuchs um einige Zehntausend, das soziale Netz hält, in den Umfrage ist Zürich regelmässig eine der attraktivsten Städte Europas... Die SP ist nicht die aufregendste Partei, aber ihr Leistungsausweis lässt sich sehen.


Heinz Oberholzer

24.02.2010, 06:26 Uhr

Zürich wird die rot/grüne Regierung erst ablösen,wenn die Steuereinnahmen von Banken und Versicherungen nicht mehr wie Honig fliessen.Man muss dann die Gelder aus dem Fenster schmeissende Mentalität ablegen und sodurch macht das regieren keinen Spass mehr.Man braucht dann Politiker die richtig einschätzen und rechnen können u. das sind für der jetztigen Politiker Fremdwörter.Rot/grün wird Farblos!


Sacha Walker

24.02.2010, 03:03 Uhr

Wenn sich diese Umfrage bewaehren sollten, dann zeigt dies, dass der Waehler nicht kaeuflich ist und die Propagandamaschinerie der SP versagt hat. Auch die Gruenen scheinen ihren Zenit erreicht zu haben. Davon verbraucht eine neue unverbrauchte Alternative, die Gruenliberalen. Und das ist gut so


Sandro Wolf

24.02.2010, 00:21 Uhr

Umfrage nur Halberfreulich! Bei dieser Wahl fehlten mir die Optionen der progressiven Mitteparteien. CVP, EVP und SVP sind unwählbar wegen der Konservativität. Da blieben neben den FDPlern und der einzigen GLPlerin nur noch linke. Aber allemal lieber ein Linker als ein Konservativer (traurig aber wahr). Ich kann nicht glauben, dass ich Leupi gewählt habe. Nächstes Mal lieber noch 2 GLP-Kandidaten!


Renato Quadri

24.02.2010, 00:03 Uhr

Nach einem Abstecher zu den Grünen gebe ich wieder der SP meine Stimme, weil insgesamt die SP noch am ehesten die Politik verfolgt, die mir entspricht. Die GLP ist ein Phantom in der Politik, die es langfristig nicht schaffen wird selbstständig zu bestehen, denn sie wird dannzumal von der grüneren FDP gefressen.


Remo Barny

23.02.2010, 21:53 Uhr

Wundert mich nicht, die SP hat ein Image Problem, verkauft sich im Moment schlecht. Auch dank der langweiligen Corinne Mauch, die Ihre Arbeit sicher gut macht, nach aussen aber nicht zu begeistern und polarisieren weis wie Herr Ledergerber. Wo sind nur die "linken" Stimmungsmacher à la Jositsch? Durch diese zurückhaltende Art gewinnt sogar ein flacher SVP Politiker wie Tuena noch Stimmen, tz tz


Roman Racine

23.02.2010, 19:31 Uhr

"Die Fehlerquote liegt bei +/- 3,2 Prozent." Im Klartext: Die Kommentare über allfällige Stimmenzugewinne oder -verluste sind völlig belanglos. Ob beispielsweise die SVP von 18.4 auf 19.4% zulegen wird, kann man bei einer Fehlerquote von 3.2% gar nicht sagen.


Kathrin Balmer

23.02.2010, 19:26 Uhr

Wahltag ist Zahltag! Entscheidend sind nicht die Umfragewerte, sondern einzig das Ergebnis am 7. März. Bis dahin wird die SP ihre Wählerschaft noch mobilisieren. Wer ein Zürich für alle will, mit bezahlbaren Wohnungen, guter Kinderbetreuung und neuen Arbeitsplätzen dank Investitionen in erneuerbare Energien muss jetzt mitentscheiden und wählen gehen.


Martin Bürlimann

23.02.2010, 19:23 Uhr

Wichtig ist, dass die Wählerinnen und Wähler ihre Stimme einer Partei geben, die sicher die 5%-Hürde schafft und in den Gemeinderat einzieht. Sonst ist die Stimme verloren.


Pedro Schmidt

23.02.2010, 18:08 Uhr

Dass die Grünliberalen zulegen war klar – allerdings war ihr Resultat bei den Nationalratswahlen 2007 besser als diese Umfrage. Ihr Profil ist wohl immer noch zu unscharf. Die SP kann sich dagegen vom Tiefpunkt 2007 lösen – vielleicht doch ein Lohn für die gute Entwicklung der Stadt Zürich unter politischer SP-Führung? (der Rest befindet sich im statistischen Unschärfebereich)


Andreas Kyriacou

23.02.2010, 17:58 Uhr

Nicht nur der SD droht das Aus. Auch die PfZ dürfte überall an der 5%-Hürde scheitern – und möglicherweise die EVP. Seit den GR-Wahlen 206 hat sie konstant WählerInnen verloren. Unter anderem an die aufstrebende EDU. Auf kantonaler Ebene versucht sich die EVP deshalb zunehmend mit fundamentalistischen Positionen - was ihr in der Stadt wohl weitere liberale Stimmen kosten wird.


Mia Farner

23.02.2010, 17:55 Uhr

Was wir von Umfragen halten können wissen wir alle seit der Longchamppleite. Aber natürlich wollen trotzdem alle wissen, wies aussieht. Allerdings kommts doch eh nicht drauf an. Der Verbund von SP, Grünen und FDP wird in der Stadt Zürich eine satte Mehrheit haben und niemand wird auch in Zukunft die Grabesruhe im Stadt - und im Gemeinderat stören können. Da kanndie SVP noch so töibelen.



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