Genossenschafter müssen zum Duschen in den Container

Die Genossenschaft Gewobag renoviert ihre 400 Wohnungen in Zürich Albisrieden. Die Mieter müssen jeweils einen Monat lang in Containern aufs WC. Der Mieterverband lobt das Angebot.

Originelle Lösung: Die Bewohner der Gewobag-Siedlung können einen Monat lang einen Container beziehen.

Originelle Lösung: Die Bewohner der Gewobag-Siedlung können einen Monat lang einen Container beziehen. Bild: Gewobag

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Die rund 400 Mieter der Gewerkschaftlichen Wohn- und Baugenossenschaft (Gewobag) an der Langgrütstrasse haben kürzlich zwiespältige Post erhalten. Angekündigt wird eine etappenweise Erneuerung aller Küchen und Badezimmer zwischen 2013 und 2017.

Während der Bauzeit können sie ihre Wohnung nur sehr eingeschränkt benutzen. Bad, WC und Küche sind einen Monat lang gänzlich ausser Betrieb. Abhilfe kommt von der Gewobag selbst. Jene Mieter, die keine andere Lösung finden, können während dieser Zeit einen eigenen, 21 Quadratmeter grossen Wohncontainer mit einem kleinen Aufenthaltsraum, sanitären Anlagen und einer Kochnische benutzen, wie die NZZ von heute Donnerstag berichtet. Auch wird den Mietern für diesen Monat der Mietzins erlassen.

«Wie Campingferien»

Die Container hat die Genossenschaft gekauft, weil weitere Sanierungen in anderen Quartieren anstehen. «Das ist für die Bewohner in Albisrieden wie Campingferien», sagt Daniel Muff, stellvertretender Gewobag-Geschäftsleiter gegenüber der Zeitung.

Ein Hotelzimmer biete die Genossenschaft ihren Mietern aus finanziellen Gründen nicht an. Denn als Folge müssten die Mieten erhöht werden. Gerade deshalb lobt Walter Angst vom Mieterverband das Vorgehen der Gewobag.

(pu)

(Erstellt: 15.11.2012, 08:45 Uhr)

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