2010 kommt die Videoüberwachung im Tram
Von Maria Rodriguez. Aktualisiert am 21.10.2009 18 Kommentare
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Security-Personal in den Fahrzeugen wäre besser
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Eine 18-jährige Frau ist am vergangenen Sonntagabend in Tram der Linie 8 unterwegs. Ein Unbekannter versucht ihr das Handy, mit dem die junge Frau Musik hört, zu entreissen. Es kommt zum Gerangel, das Opfer stürzt zu Boden. An der Haltestelle Hölderlinstrasse zerrt der Unbekannte die Frau aus dem Tram und verprügelt sie. Mit dem gestohlenen Handy macht er sich auf und davon.
Dass es sich nicht um einen Einzelfall handelt, zeigen frühere Vorfälle von Gewalt in öffentlichen Verkehrsmitteln. Ende Juni 2009 traktieren vier Jugendliche in einem 3er Tram verschiedene Passagiere mit Fusstritten und Schlägen. Und im Mai 2008 belästigen vier junge Frauen eine Studentin, als diese am Albisriederplatz aussteigt, schlagen sie sie spitalreif. Eine der Schlägerinnen, eine 22-jährige Italienerin, wurde bereits verurteilt.
Basel macht vor, Zürich zieht nach
Dass Videoüberwachung in Tram und Bus eine abschreckende Wirkung haben könnte, lässt sich nicht bestreiten. Was in Basler Trams seit Jahren Realität ist, soll in Zürich folgen. Am vergangenen 2. Oktober wurde der Zuschlag im Kantonalen Amtsblatt publiziert. Für 908'000 Franken erhält ein Zürcher Unternehmen den entsprechenden Auftrag. Für die VBZ bedeutet dieser Zuschlag grünes Licht; zu den bereits 18 mit Videoanlagen ausgerüsteten Bussen kann die VBZ nun 88 Cobra-Trams und 61 Gelenkbusse mit Videoanlagen ausrüsten: «Wenn kein Rekurs gegen den Zuschlag erfolgt, dann können wir bereits anfangs 2010 mit der Installation der zusätzlichen Anlagen beginnen», sagt VBZ-Sprecherin Daniela Tobler auf Anfrage.
Warum erhalten nur neue Trams eine Kamera?
Dass nicht alle öffentlichen Fahrzeuge flächendeckend mit Videokameras ausgestattet werden, hat damit zu tun, dass die Videoüberwachung bewilligungspflichtig ist. Erst nach einer strengen Prüfung des Gesuchs erteilt der ZVV die Bewilligung: «In erster Priorität werden Nachtbusse sowie neue Fahrzeuge mit einer grossen Fahrzeuglänge ausgerüstet, welche ein Überblicken durch das Fahrpersonal schwierig macht. Ob später auch ältere Fahrzeuge wie das Tram 2000 ausgerüstet werden, ist offen.»
Datenschutz ist wichtig
Wie bei jeder Installierung von Überwachungskameras stellt sich auch hier die Frage nach dem Missbrauch solcher Bilder. Gemäss Tobler erfolgt die Videoüberwachung in Tram und Bus in Absprache mit dem Datenschutz: «Wir dürfen die Aufzeichnungen nur im Rahmen eines konkreten Vorfalls wie beispielsweise Gewalt oder Vandalismus auswerten. Die Weitergabe erfolgt dann an die Polizei, Strafverfolgungsbehörden und Gerichte. Aufzeichnungen, die nicht ausgewertet werden, werden den Vorschriften entsprechend nach rund 72 Stunden automatisch gelöscht.»
Zürcher Unternehmer freut sich über Auftrag
Den Zuschlag für die Installierung der Kameras hat das Zürcher Familienunternehmen Bilexa AG erhalten: «Das ist für uns ein wichtiger Auftrag, wir haben lange darauf gewartet», freut sich Simon Altmann. Die Bilexa AG hat die VBZ schon 1987 als Kunde gewinnen können und stattete die Zürcher Busse mit Kontaktmatten aus. Diese dienen zur Sicherung automatischer Türen.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 21.10.2009, 10:32 Uhr
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18 Kommentare
Und wo führt das noch hin? Muss in Zukunft in jeder Seitengasse und an jeder Ecke noch eine Kamera hängen, damit wir eine lückenlose "Sicherheit" erhalten?? Finde ich eher einen erschreckenden Weg. Besser wäre es, die Verbrecher endlich einmal wirklich zu bestrafen und dem Bürger zu erlauben, sich selbst zu verteidigen, falls nötig. Konsequenz der britischen Überwachung: alle tragen jetzt Kapuze! Antworten
@Isabel Wirth: Korrigieren Sie mich bitte wenn nötig nochmals, aber ich gehe davon aus, dass für Videoüberwachung in den VBZ-Fahrzeugen ein Mehrheitsbeschluss des Stadtrats notwendig ist. Falls Andres Türler das tatsächlich selbständig entscheiden kann, besteht aber doch noch Hoffnung :-) Antworten
Wer allen Ernstes glaubt, dass die Überwachungskameras nur zum Schutz der Bevölkerung installiert werden ist einfach nur naiv. Es wird nicht lange dauern, dann will die Polizei und der Rest des Staates auf die Kameras zugreifen und mit heutiger Software lässt ich dann problemlos Jeden jederzeit überwachen. Es wird schlimmer sein als in der DDR und das wollen doch nur dumme Schafe? Antworten
Dann nur zu.Nachdem Bilder von Unbeteiligten gelöscht werden,gibt es KEIN Problem mit dem Datenschutz!Und für die Trams und Busse oder auch Züge,wo keine Kamera installiert ist,könnte ja anonymes Ueberwachungspersonal mitfahren,z.B. von Securitas;dann fühlt man sich gerade so sicher,da dieses dann im Härtefall hoffentlich auch eingreift und nicht nur zuschaut,wie die übrigen Fahrgäste vermutlich! Antworten
@ Robert Keller: Ihre Aussage ist widerlegt. Die Schläger in der Unterführung in der Ostschweiz konnten dank Video-Überwachung identifiziert und angeklagt werden. Das hat präventive Wirkung. Was haben Sie zu verbergen, das man im Tram nicht filmen darf? Antworten
Video ist eine Sache - Zivilcourage eine andere. Ich bin auch schon zusammengeschlagen worden an der Tramhaltestelle. Um 20.30. Viele Leute unterwegs. Niemand hat geholfen. Das ist inzwischen 30 Jahre her - und hat mich sehr geprägt. Aber heute würde ich mich so wehren, dass es dem Typen lausig ginge! ... und ich bekäme wohl die Strafe. Antworten
Herr Keller, London wurde jahrelang von einem Kommunisten regiert, und nirgends ist die Dichte an Videokameras grösser als in der britischen Hauptstadt. Die VBZ untersteht übrigens dem FDP-Stadtrat und ehemaligem Staatsanwalt Andres Türler. Das haben Sie dank ihrem Linkenhass wohl vergessen. Ich jedenfalls halte Zivilcourage und Sozialkontrolle für effektiver – doch dafür ist man sich zu schade. Antworten
@ Robert Keller: Begleitpersonal? Soll jetzt jeder Tramfahrgast Bodyguards mitnehmen? Oder soll jedes Tram von einem Securitas in Zivil begleitet werden? Wer zahlt das? Videokameras sind da billiger. Und wenn man aufgrund der Aufnahmen den Täter findet und bestraft, dann ist dem Opfer schon eher geholfen als wenn der Täter ungeschoren davon kommt. Antworten
Wann begreifen die Leute endlich, dass eine Videoüberwachung das Problem NICHT löst, sondern nur viele Probleme mehr schafft. Wenn das überwachte Volk wüsste, was man alles mit Überwachungsvideos machen kann, dann würde es schon lange amok laufen. Soziale Probleme löst man nur indem man sich mit dem Problem und dem Menschen auseinandersetzt z.B. mit Begleitpersonal als anonymste Lösung. Antworten
Finde ich gut, wäre auf den Bahnhofgleisen auch nötig...ich bin gestern von einem Unbekannten am Altstetter Bahnhof geschlagen worden, er ist dann gleich in den Zug gestiegen und ich konnte ihn nicht gut genug beschreiben. Seitdem habe ich ein Personal-Alarm in der Hand! Antworten





Alexander Meier
wohin zivilcourage führt haben wir ja leider in deutschland gesehen - und alle die hier danach schreien: auch ihr werdet höflichst wegschauen, wie alle... für die vbz viel wichtiger als der schutz vor übergriffen ist aber wohl eher die aufklärung von vandalenakten in den fahrzeugen... Antworten