Gezänk um «Lucy»
Aktualisiert am 26.11.2010 19 Kommentare
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Verbreitet «Lucy» die passende Stimmung an der Bahnhofstrasse?
«Lucy» wird eingeschaltet. (Video: Video: Jan Derrer)
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Man muss wohl weit fliegen, um eine Beleuchtung zu finden, die so heiss diskutiert wird wie die Weihnachtsbeleuchtung über der Zürcher Bahnhofstrasse. Tausende versammelten sich gestern Donnerstagabend, um das erste Aufleuchten der 23'000 LED-Lämpchen mitzuerleben.
Und auf die Premiere folgte die Kritik: «Hübsch und poetisch», findet Tagesanzeiger.ch-Leserin Astrid Meier «Lucy». «Mickrig und bieder, ohne Leuchtkraft», urteilt Hanspeter Rüegg. «Ausgesprochen leicht, verspielt und poetisch», so die Adjektive, die Tyler Durden nennt. Während Leser Stefan Neuberger die Beleuchtung für «kalt. mickrig. billig» hält, bezeichnet Andreas Huber sie als «fein, edel, ohne Wow-Effekt.» «Bünzlig, unnötig, pure Geldverschwendung», kritisiert Laszlo Pauli.
- Fast einig sind sich die Leser von Tagesanzeiger.ch aber in zwei Punkten:
- «Lucy» ist schöner als ihre Vorgängerin, genannt «The World's Largest Timepiece».
- Die Vorvorgängerleuchte aus den 70er-Jahren, der «Baldachin», war noch schöner.
Die neue Weihnachtsbeleuchtung sei eine «klare Verbesserung gegenüber dem Zeitstück», schreibt Peter Burkard. «Trotzdem kommt sie nicht ansatzweise an den alten Baldachin heran.» Niemals erreiche «Lucy» das Original aus den 70er-Jahren, findet auch Brigitta Colombo. «Aber das kalte Licht der LED-Lämpchen passt zu Zürich.»
Weihnachtsbeleuchtung = Stadt?
Eine Weihnachtsbeleuchtung muss offenbar nicht nur schön sein, sondern auch noch den Geist ihrer Stadt reflektieren. Ob Lucy auch dieses Kriterium besser erfüllt als die Röhreninstallation, die bis vor einem Jahr über der Bahnhofstrasse prangte, darüber herrscht alles andere als Einigkeit: Die LED-Leuchten passten «zum Weltbild der linken und grünen Ideologen mit ihrer 2000-Watt-Gesellschaft», spottet Leser Hanspeter Rüegg. «Jedes Volk hat halt die Regierung bzw. Weihnachtsbeleuchtung die es verdient!»
Elvira Baumann erinnert deshalb daran, dass die Weihnachtsbeleuchtung nicht von der Stadt bezahlt wird, sondern von den Geschäften an der Bahnhofstrasse, «von wegen Cüpli-Sozis.»
Weihnachtsbeleuchtung = Bahnhofstrasse?
Passt «Lucy» also wenigstens zur Bahnhofstrasse? Weniger gut als das alte Modell, wenn man einigen Lesern glauben darf. Laut Peter Nyiroe etwa hat dieses besser zum «kalten Finanz- und Luxuskommerz» der Bahnhofstrasse gepasst. Auch Peter Studer findet, dass die Vorgängerbeleuchtung an die «kalte Bahnhofstrasse gepasst hat, wo Weihnachten bereits Mitte Oktober beginnt.»
Von Diskussionen wie diesen hält Sinuhe Nussbaum nicht viel: Ob die neue Installation nun schön sei oder nicht, habe jeder für sich zu entscheiden. «Sich daran zu stören ist doch reine Energieverschwendung.» (cal)
Erstellt: 26.11.2010, 10:57 Uhr



