Glaubenskrieg im Fumoir
Von Peter Aeschlimann. Aktualisiert am 07.05.2011 18 Kommentare
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Wenn in der Lounge des Hotels Greulich im Kreis 4 Zigarrenraucher gerade dabei sind, genüsslich an ihren Cohibas und Romeo y Julietas zu saugen, haben Zigarettenraucher dort nichts verloren. Betritt dennoch ein Liebhaber des konventionellen Glimmstengels den in blaugraue Schwaden getauchten Raum, schickt ihn das Servierpersonal kurzerhand vor die Tür – bei jedem Wetter. Es komme ihr vor, wie wenn zwei Rollstuhlfahrer versuchten, sich gegenseitig die Pneus zu zerstechen, beklagt sich eine Raucherin gegenüber dem TA.
Zigarren als Kultur
Auf der Website des Hotels Greulich steht nichts von einem Zigarettenverbot: «Wie in guten alten Zeiten lädt die gemütliche Ecke (. . .) zum Rückzug ans Kaminfeuer, wo der Genuss von geistigen Getränke und Rauchwaren ganz einfach zu einem guten Gespräch mit dazugehört.» Eine Bar-Angestellte bestätigt jedoch die Wegweisungspraxis: Hielten sich in der Lounge Zigarrenraucher auf, sei das Séparée für Zigarettenraucher tabu. Es sei ein «leidiges Thema», sagt Hoteldirektorin Luzia Penner. Vor drei Tagen habe man entschieden, dass nur noch Restaurantgäste in der Lounge eine Zigarette rauchen dürfen. Für Leute, die morgens lediglich schnell eine «Zigi zum Kafi» rauchen wollten, sei die Lounge nicht gebaut worden – und überdies mit 15 Plätzen zu klein. Einer, der regelmässig in der Greulich-Lounge dem Laster frönt, ist Raphael Hostettler. Der 23-Jährige ist Präsident der Habana Smokers, einem Zigarren-Klub. Er sagt: «Wir sind Genussraucher, das unterscheidet uns von den Schlotern.» An einem Abend pafft Hostettler eine Zigarre, maximal zwei. «Mich stört, dass seit dem Rauchverbot alle Raucher in den gleichen Topf geworfen werden.» Als Zigarrenliebhaber werde man zum Süchtigen abgestempelt. «Dabei geht es uns um die Kultur, den geschichtlichen Hintergrund.» Für Hostettler ist es ein Glück, dass Zigaretten nicht erwünscht sind im Greulich. Es schmälere den Genuss, wenn Zigarettenrauch die Lounge einneble.
Aber was bedeutet es für die Lunge? Dr. Otto Brändli, Präsident der Zürcher Lungenliga: «Da Zigarrenraucher in der Regel nicht inhalieren, haben sie ein geringeres Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken.» Freilich gelte dies nur fürs Rauchen im Freien, im Fumoir gelange der Rauch durch die Atmung in die Lunge. Zigarrenrauch sei hingegen erträglicher, da reiner Tabak verbrannt werde, und keine Vielzahl Gifte wie in der Zigarette. «Bis zur Erfindung der Zigarette vor rund 100 Jahren war Lungenkrebs eine medizinische Rarität.»
Kein Thema in der Kronenhalle
Keine Zweiklassengesellschaft kennt man in der Kronenhalle. Gemäss Restaurationsleiter Paul Senn sind im Traditionslokal alle Raucher willkommen. Ohne Grabenkämpfe kommen auch die Raucher im Hotel Widder aus. Im Dolder Waldhaus seien noch nie Gäste verschiedener Rauchfraktionen aneinandergeraten, sagt PR-Managerin Vanessa Flack. Auf dem Davidoff-Schiff schliesslich werde bei den «Smoke on the Water»-Events zwar das Zigarrenrauchen zelebriert, sagt Stefan Zimmermann. Steckte sich jemand eine Zigarette an, würde er aber nicht über Bord geworfen. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 07.05.2011, 07:48 Uhr
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18 Kommentare
Genussrauchern.... da muss ich immer wieder Lachen, da hat jedes Schischa nen besseren Tabak, fällt nur mir auf das solche Leute die Zigarren, Wisky oder Wein degustieren, alles eingebildete besserwisser sind, die wahrscheinlich einfach ein par franken zu viel auf dem Konto haben? Antworten

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