Gratis Cannabis-Tests wegen bleihaltigem Hasch

Seit gestern Abend können Kiffer ihren Stoff in Zürich anonym und kostenlos testen lassen. Mit dem Pilotprojekt soll geprüft werden, ob bleiversetztes Gras aus Deutschland in die Schweiz gelangt ist.

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Was genau ist eigentlich im Hasch drin? Wer sich diese Frage stellt, kriegt im Drogeninformationszentrum Zürich DIZ eine Antwort. Dort können Kiffer seit gestern Abend, 17.30 Uhr im Rahmen eines einmonatigen Pilotprojekts ihren Stoff kostenlos und anonym testen lassen.

Es sind die ersten Tests dieser Art im Kanton. Dabei steht allerdings nicht die Höhe des THC-Gehalts im Vordergrund. «Das THC testen wir überhaupt nicht. Wir wollen herausfinden, ob Fremdstoffe und Verunreinigungen im Cannabis vorhanden sind, die gefährlich sein können», sagt Donald Ganci, Leiter des Zürcher Jugendberatung Streetwork, der das DIZ angegliedert ist.

Bleihaltiger Hasch vergiftet Kiffer

Anlass für das neue Angebot sind Fälle von bleiverseuchtem Cannabis, welche in Deutschland aufgetreten sind und bei Kiffern zu Vergiftungen geführt haben. In der Folge fragte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) das Sozialdepartement der Stadt Zürich an, ob das DIZ Cannabis-Test anbieten könne, um mögliche Verunreinigungen rasch zu erkennen. Alarm schlagen wollen die Fachleute deswegen aber noch nicht. «Ob wir auf diesem Weg tatsächlich bleihaltigen Haschisch finden werden, ist schwer zu sagen. Auch lässt sich nicht abschätzen, wie viele Personen unser neues Angebot nutzen werden», betont Ganci.

Direkte Warnung vor Gefahren beim Cannabis-Konsum

Das neue Angebot habe allerdings in jedem Fall einen positiven Nebeneffekt: «Wir können auf diesem Weg die Kiffer persönlich erreichen und sie über die Gefahren des Cannabis-Konsums informieren.» Vielen sei nicht bewusst, dass das Rauchen von Hasch starke Auswirkungen auf ihre Lungen haben könne. «Viele Kiffer sind physisch nikotinsüchtig und psychisch THC-abhängig. Sie denken, sie hätten mit dem Rauchen aufgehört, nur weil sie auf Zigaretten verzichten – dabei macht auch ein Joint pro Tag nikotinsüchtig.»

Für Kiffer sei bisher nur der THC-Gehalt im Stoff wichtig gewesen. Mit den Tests können die Konsumenten nun für gefährliche Inhaltsstoffe im Hanf sensibilisiert werden. «Natürlich ist es immer noch am besten, wenn man gar nichts konsumiert», meint Ganci, «aber wenn man sich für eine Substanz entschieden hat, ist es immer gut, die Risiken und Gefahren zu kennen.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 03.09.2008, 15:00 Uhr)

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