Grüne an der Macht: Das hat sich für Velofahrer verbessert

Die Grünen Daniel Leupi und Ruth Genner führen die städtischen Departemente, welche die Velopolitik bestimmen. Seither hat sich einiges geändert. Nicht genug, findet die Veloorganisation Umverkehr.

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Der Frühling ist da, und die Zürcher pumpen und flicken ihre Drahtesel für die schönen Monate. Seit einem Jahr sind beide städtischen Departemente, welche die Velopolitik massgeblich entscheiden, in grüner Hand – Daniel Leupi im Polizeidepartement und Ruth Genner, bereits seit bald drei Jahren, im Tiefbauamt. Ist Zürich dadurch zum Veloparadies geworden?

Polizeivorsteher Daniel Leupi sieht einige Verbesserungen, die er in seiner bisherigen Amtszeit verwirklichen konnte. «Durch die Öffnung der Haltestelle Opernhaus hat man nun eine durchgehende Verbindung von Tiefenbrunnen bis zum Limmatquai.» Zudem habe man diverse Quartierstrassen für Velowege geöffnet und eine eigene Einsatzleitung für die Bike-Police geschaffen.

Keine durchgehenden Routen

Anders sieht dies Thomas Stahel, Geschäftsführer von Umverkehr. Besonders durchgehende Routen auf Hauptverkehrsachsen gebe es kaum. «Die Tendenz ist, grosse Strassen für Autos attraktiv zu halten und Quartierstrassen für Velos besser zu rüsten.» Dies reiche nicht aus. Er fordert getrennte Spuren für Fussgänger, Velo- und Autofahrer. Zudem sei die Signalisierung von Velowegen ein Flickwerk. «Mal sind sie orange eingefärbt, mal hat es nur ein Velozeichen auf der Strasse.»

Urs Walter, Velobeauftragter des städtischen Tiefbauamtes, kann dies so nicht gelten lassen. «Wir sind daran, sämtliche Routen sichtbar zu machen und besser zu verknüpfen.» Es sei aber schwierig, getrennte Spuren zu realisieren, da es nur begrenzt Platz gebe. Daniel Leupi verweist zudem darauf, dass man auch bezüglich der Hauptverkehrsachsen viel unternehme. «Wir öffnen den Sechseläutenplatz von der Enge bis zur Theaterstrasse für den Veloverkehr.» Zudem sei man daran, Lösungen für die grossen Plätze und Achsen zu erarbeiten. «Dies braucht aber Zeit.»

Schlaglöcher als Gefahr

Stahel kritisiert weiter, dass es oft Schlaglöcher auf den Velowegen habe, die lange nicht geflickt würden. «Dies ist sehr gefährlich. Wenn daneben Autos fahren, kann man nicht ausweichen.»

Auch hier sei man daran, die Unebenheiten auszumerzen, erklärt der Velobeauftragte Walter. «Wir füllen die Löcher, bevor sie zur Gefahr werden.» Zudem sei man daran, harte Trottoirkanten abzuschrägen, wie dies beispielsweise in der Thurgauerstrasse gemacht wurde. Stahel ist bisher dennoch enttäuscht: «Auf grossen Strassen ist das Velofahren immer noch sehr unsicher – besonders für Leute, die dies selten tun.»

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

(Erstellt: 14.04.2011, 11:34 Uhr)

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In der Stadt Zürich müssen Velofahrer mit zahlreichen Gefahrenherden leben. Diese Gefahrenkarte entstand bei einer Umfrage unter den Lesern von Tagesanzeiger.ch im Jahr 2010.

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