Hätte man Ertrunkenen retten können?
Aktualisiert am 10.08.2010 33 Kommentare
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Nachdem ein 28-jähriger Jamaikaner beim Oberen Letten (TA vom Montag) ertrunken ist, erhebt dessen Freundin Daniela T. schwere Vorwürfe. Niemand habe auf die Hilferufe reagiert, sagte sie «20 Minuten». Die beiden waren am Samstag gegen 18 Uhr beim Dynamo in den Kanal gestiegen. «Mein Freund Graham sprang von der Drahtschmidlibrücke – ich ging über die Metalleiter hinein.» Wegen des kalten Wassers habe sie den Kanal bei der nächsten Leiter verlassen wollen. Graham wollte noch auf die andere Seite, darum seien sie weitergeschwommen.
Auf halbem Weg habe er plötzlich gesagt, dass er keine Kraft mehr habe. «Ich schwamm sofort zu ihm.» Ihr Freund habe sich in Panik an sie geklammert und sie heruntergezogen. Ihr sei es gelungen, nochmals mit ihm hochzukommen. Gemeinsam hätten sie um Hilfe geschrieben. Aber niemand habe reagiert. Schliesslich habe Graham sich von ihr gelöst und sei in der Tiefe verschwunden.
Nicht einzige Intervention der Polizei
Augenzeuge Daniel Oswald bestätigt dem TA die Hilferufe. Kurz darauf sei Alarm ausgelöst worden. Im Oberen Letten sind laut Daniela Eggs, Sprecherin des Zürcher Sportamts, drei Bademeister stationiert. Einer habe sofort Taucherbrille, Flossen und Schnorchel angezogen und nach dem Vermissten gesucht. Minuten später traf das Polizeiboot mit einem Taucher ein, der den Jamaikaner in 6 Meter Tiefe barg. Der Mann starb nach Reanimationsversuchen auf dem Weg ins Spital. Eine Obduktion soll die Todesursache klären. Daniela T. vermutet, dass ihr Freund einen Krampf hatte. Er sei ein guter Schwimmer und sportlich gewesen.
Am Wochenende herrschte in der Limmat eine starke Strömung. In der Nähe des Rathauses ereignete sich am Sonntag beinahe ein weiterer Unfall. Als eine Frau auf den steineren Stufen am Rande des Flusses stand, um sich zu erfrischen, wurde sie mitgerissen. Sie konnte sich aus eigener Kraft an einem Vorsprung festhalten und wurde wenig später von der Polizei aus ihrer misslichen Lage befreit. Der Holzsteg der Badeanlage Unterer Letten blieb wegen der grossen Wassermassen auch gestern geschlossen. (bg)
Erstellt: 10.08.2010, 07:36 Uhr
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33 Kommentare
Sorry da muss ich trotz aller Rücksicht lachen - was hat der Nichtschwimmer in der Limmat zu suchen? Hat er den Eintritt sparen wollen? In der Schweiz gilt Eigenverantwortung - da nützen Tränen und alle Anschuldigungen (Rettungsring, Bademeister am falschen Ort - nicht gewusst - ebensowenig wie das hoffen dass er zurückkommt. Ich kondoliere den Angehörigen! Antworten
@ Meier&Reifler:wie bitte?Ein Mensch säuft elend ab und stirbt während 3 (drei!) Bademeister Dienst haben. Die anderen baden einfach weiter, reagieren nicht auf Hilferufe, und irgendwann wird endlich mal Alarm ausgelöst. Unterlassene Hilfeleistung ist ein Verbrechen, das wirft Fragen auf, die beantwortet werden müssen. Trotz verm. schwarzer Hautfarbe. Sonst würde man keine Autopsie anordnen, oder? Antworten



