Zürich
Hardturm-Gegner: «Ein Ende des Rechtsstreits war absehbar»
Interview Tina Fassbind. Aktualisiert am 05.06.2009 10 Kommentare
Das Projekt war zu teuer: Monika Spring von der IG Hardturm vor dem abgebrochenen Stadion.
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Das Projekt für ein Hardturmstadion mit Mantelnutzung und Platz für 30'000 Fans, gegen das sich die IG Hardturmquartier vehement gewehrt hat, ist nun definitiv vom Tisch. Wie fühlen Sie sich nach diesem Sieg?
Dass wir mit unserer Parole Fussball statt Shopping Recht bekommen haben, freut uns natürlich sehr. Ich möchte aber betonen, dass nicht die hängigen Rechtsverfahren das Projekt gebodigt haben. Das Projekt selbst ist schlicht zu teuer und entspricht nicht den baurechtlichen Vorgaben.
Aber Sie haben den Rechtsweg immer wieder bemüht.
Ein Ende des Rechtsstreits wäre zumindest jetzt absehbar gewesen. Ich weiss nicht, ob wir den Entscheid zum Grundwasserproblem weitergezogen hätten. Wir sind nie ans Bundesgericht gelangt, es war die CS, die sogar zweimal das Bundesgericht anrief, als wir nicht mehr weitergezogen hätten. Daher brachte nicht das Rechtsverfahren sondern die fehlende Wirtschaftlichkeit das Projekt zum Fall.
Was halten Sie vom neuen Projekt?
Das Nutzungskonzept ist gut. Zu der Architektur kann ich mich derzeit aber noch nicht äussern. Ein Fussballstadion und daneben Wohnungen entspricht unserer Forderung. Wohnungen sind dringend nötig im Quartier. Hauptsache es entstehen keine weiteren Luxuswohnungen.
Das klingt bereits nach einem neuen Zankapfel. Will die IG Hardturm auch gegen das neue Projekt rekurrieren?
Wenn das Projekt den baugesetzlichen Vorschriften entspricht, kann man nicht dagegen vorgehen. Es herrscht allerdings ein Mangel an bezahlbarem Wohnraum im Quartier und weil sehr viele Luxusprojekte entstanden sind, ist eine Durchmischung nicht mehr gewährleistet. Für Familien ist das Quartier unerschwinglich, und die Infrastruktur für ein lebendiges Quartier fehlt. Wir freuen uns, dass das neue Projekt im Dialog mit dem Quartier entwickelt werden soll.
Einem Fussballstadion stellen Sie sich nicht in den Weg?
Wir haben immer gesagt, dass wir nicht gegen Fussball sind. Wir leben seit Jahren mit ihm und haben auch den Abbruch des alten Stadions bedauert.
Werden heute im Quartier die Korken knallen?
Ich denke, die Korken werden insbesondere bei den Fussballfans knallen. Ein Stadion mit 30'000 Plätzen, da kommt keine Stimmung auf, wenn nur ein paar Tausend Fans zuschauen. Ein kleineres, gemütliches Stadion für 20'000 Fans ist besser. Da ist man viel näher am Fussball.
(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 05.06.2009, 16:57 Uhr
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10 Kommentare
Warum können die beiden Klubs nicht zusammen schliessen?In der heutigen Zeit wo doch alles so unsicher ist,wäre dies eine Lösung des Problems.Zwei Fliegen auf einen Schlag.Ich glaube,dass das Publikum diesem Ansinnen sicher beipflichten könnte.Auch schon vom finanziellen her die beste Lösung. Antworten
Der Schlusssatz von Frau Spring ist blanker Hohn, kaum ein Fussballfan freut sich, dass nun weiterhin keine grossen Spiele der Nati und CL in Zürich stattfinden werden. und dies wegen ein paar verborten weltfremden Nörgelis. Ziehen Sie doch aufs Land!! Antworten
Schade.... schade.... einmal mehr hat sich die Kleinkarriertheit in Zürich durchgesetzt. Leider haben es aber auch die CS und die Stadt Zürich verpasst, eine Vorlage auf gesetzeskonformen Grundlagen abzustützen. Ich hoffe nur, dass die CS und die Stadt Zürich weningstens ein Stadion mit min. 25'000 Sitzplätzen hinstellt wo auch international gebraucht werden kann - ansonsten erspart die Bemühungen Antworten
Bedanke mich ganz herzlich bei den Anwohnern und besonders bei Monika Spring für das scheitern des Projekt Stadion Zürich. Dank Ihnen bleibt Zürich Provinz. Im Gegenzug sollte man sich bedanken und untersuchen ob die Bernoulli Häuser die heutigen Umweltauflagen betreffend Wärmedämmung und Wirkungsgrad auch einhalten. Am besten die alten Häuser schleifen und moderne Wohnblöcke aufstellen. Antworten
Wie es geht hat St.Gallen mit der AFG Arena gezeigt, inklusive Shopingarena und Ikea. Ist alles ein bischen unkomlizierter als in einer roten Stadt. Und übrigens, warum eigentlich zwei Fussballclubs. Eine Fusion bietet sich ja mehr und mehr an. Mein Vorschlag FCGZ (Fussballclub Grasshoppers Zürich). So einfach ist das. Antworten
Was ist das für eine Demokratie, wo ein paar Fanatiker ein städtebauliches, vom Volk abgesegnetes Projekt zu Fall bringen können. Damit hat Zürich einmal mehr eine grosse Chance verpasst und die nächstge Generation muss wegen ein paar 'Füdlibürger' dann nachbessern. Mensch sind wir Schweizer kleinbürgerlich. Und gegen Luxus-Wohnungen und so wollen sie sicher auch noch rekurrieren!! Antworten
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Peter Kunz
Elmar Ledergerber hat (nur) einmal etwas schlaues gesagt: "Oekoterror"! Das war es genau, was die IG Hardturm gemacht hat. Es ist einfach nur unglaublich, dass solche Aktivisten mit ihrer Verhinderungstaktik gewonnen haben. Antworten