Hasselhoffs 30-Minuten-Auftritt in Zürich
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Ahnungslos, was mich erwartet, stehe ich in der Schlange vor dem Club Escherwyss in Zürich. David Hasselhoff aus «Knight Rider», meiner Lieblingssendung aus der Jugend, es kann ja nur gut werden. Nebenbei schwenken meine Gedanken auf das kleine schwarze Modellauto, welches für mich im Alter von rund 10 Jahren ein Highlight war, sogar die Türen konnte man öffnen.
Anscheinend schwelge nicht nur ich in Jugenderinnerungen, um mich finde ich von der Gehhilfe mit passendem Nummernschild aus der Serie über T-Shirts bis zu Rettungsschwimmern alles. Sogar die richtigen Fanclubs gibt es noch und es werden Autogrammkarten verteilt. Irgendwie bin ich beeindruckt.
Männliche Pamela
Um 21.30 Uhr kann ich endlich durch den Eingang und stehe bereits vor meinem Jugendhelden K.I.T.T, ein wunderschöner schwarzer Pontiac Firebird Trans AM, zwar noch aus der Distanz, aber mein Autoherz freut sich und ich mache Fotos. Im Saal strömen die Fans bereits an die Front, es ist gut eineinhalb Stunden vor Beginn und ich bleibe lieber noch hinten. Schnell flitzen zwei Rettungsschwimmer an mir vorbei und hüpfen zu den Hits aus den Achtziger nach vorne, kurz darauf gefolgt von einer männlichen Pamela, herrlich.
Das Alter ist bei einigen knapp über 25, aber tendenziell eher Ü30, was ja auch in die Zeit von «Knight Rider» um 1982 fällt. Die Stimmung steigt und mir gefällt es, die besten Hits werden abgespielt. Faszinierend welcher Kultstatus diese Serie doch noch hat, es scheinen nur wenige über den Musiker zu sprechen, der Schauspieler ist mehrheitlich präsent, wie auch bei mir.
Fans verlangen nach Hasselhoff
Gegen Mitternacht, also beinahe eine Stunde verspätet, ist es endlich soweit und das Intro aus «Knight Rider» ertönt, David ist da. Nach einer kurzen Musikeinlage sagt er seine beiden Töchter an, welche inklusive Tanzgruppe auf die Bühne stürmen. Als Musikfan muss ich leider sehr schnell feststellen, dass es sich um schlechtes Playback handelt, die erste Enttäuschung. Auch die Fans schienen dies zu bemerken und rufen nach Hasselhoff. Drei Lieder später ist er dann auch wieder da und singt seinen Hit «Crazy for You», gefolgt von «Looking for Freedom» und «Limbo Dance».
Nun die grosse Enttäuschung, die Show ist zu Ende nach rund 30 Minuten. Nach all dieser Warterei, das soll es gewesen sein? Kult hin oder her, fair finde ich das nicht und begebe mich nach draussen wo zumindest noch die Autogrammstunde wartet. Als ich aber die lange Schlange sehe, entscheide ich mich ohne persönliches Autogramm oder Foto nach Hause zu gehen. «Knight Rider» bleibt weiter die Kultsendung meiner Jugend, denn meinen Abend gerettet hat wieder einmal eindeutig K.I.T.T . (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 26.08.2010, 23:38 Uhr



