Hausbesetzer verschanzen sich in Schulhaus

Aktualisiert am 08.01.2010

In Zürich haben Aktivisten am Donnerstagabend ein leerstehendes Schulhaus im Kreis 4 besetzt. Die Besetzung sei eine Reaktion auf die Räumung der «Autonomen Schule Zürich».

Seit letztem Jahr geschlossen: Schulhaus Wengi.

Seit letztem Jahr geschlossen: Schulhaus Wengi.

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Die Zürcher Stadtpolizei bestätigte die Besetzung des Schulhauses Wengi an der Kernstrasse im Kreis 4, wollte aber noch nicht über Details Auskunft geben. Nach Angaben der Besetzer befinden sich 80 Menschen in dem Gebäude. Die Polizei habe das Haus umstellt, sagte ein Aktivist der Nachrichtenagentur SDA am Telefon.

Die «Autonome Schule Zürich» (ASZ) in einem besetzten Haus im Quartier Zürich-Unterstrass war seit vergangenem August offen. Hausbesetzer hatten dort Deutsch- und Computerkurse für Sans-Papiers durchgeführt. Die Stadt tolerierte die Besetzung zunächst, am Donnerstag räumte die Polizei jedoch das Gebäude.

Als Grund nannten die Behörden, dass die Besetzer eine illegale Stromleitung gezogen hätten. Diese sei eine Gefahr für die Schüler eines nahegelegenen Schulhaues gewesen. Bereits habe ein Mensch durch die nicht fachmännisch gelegte Leitung einen Stromschlag erlitten. Das Gebäude soll zudem im kommenden Sommer abgerissen und durch einen Neubau für einen Kinderhort ersetzt werden.

«Unverhältnismässige» Räumung

Die ASZ hatte nach der Räumung den Behörden vorgeworfen, sich nicht an Abmachungen gehalten zu haben: Die Stadt habe im September eine provisorische Stromleitung versprochen; es sei aber nichts passiert. Die Räumung verurteilte die ASZ als «unverhältnismässig und in keiner Weise gerechtfertigt».

In ihrem Communiqué vom Donnerstagabend forderten die Besetzer, die Stadt Zürich solle die leere Schule Wengi der ASZ überlassen, damit diese ihre Kurse für Sans-Papiers fortsetzen kann. (vin/sda)

Erstellt: 07.01.2010, 23:53 Uhr

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